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Am Kraftwerk soll ein Solarpark entstehen

Die Leag baut damit ihre Kompetenz als Energieerzeuger aus. Der Gemeinderat Boxberg stimmte jetzt der Aufstellung des Bebauungsplanes zu.

Symbolbild
Symbolbild © Eric Weser

Boxberg. Am Ortsrand von Nochten will die Lausitz Energie Bergbau AG (Leag) eine rund 21 Hektar große Photovoltaikanlage errichten und diese 30 bis 35 Jahre betreiben. Die Leistung soll 20 Megawatt betragen. Auf früheren bergbaulich genutzten, rekultivierten und landwirtschaftlich genutzten Flächen soll der „Solarpark Kraftwerk Boxberg“ entstehen. Mehrheitlich bei zwei Gegenstimmen (Thomas Stenzel, Jürgen Gruner) und einer Enthaltung (Denise Noack) beschloss der Gemeinderat Boxberg am Montag die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes.

„Frühzeitig sind die Bürger im Rahmen der öffentlichen Auslegung zu informieren. Die Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange sind frühzeitig zu beteiligen“, sagte Projektmanagerin Annett Rötschke von der Firma EP New Energies, die im Auftrag der Leag das Projekt entwickelt. 2022 soll die Kartierung des Geländes folgen. Danach will das Bergbau- und Energieunternehmen mit der Gemeinde Boxberg einen städtebaulichen Vertrag abschließen. Er garantiert die Realisierung des Projektes und wird auch den Nutzen für die Gemeinde festschreiben. Im Frühjahr 2023 soll mit dem Bau begonnen werden, im Herbst der Solarpark fertig sein.

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Rendite geht in Rekultivierung

Für die Leag bedeutet das Vorhaben heimische Wertschöpfung. Parallel zum Kohleausstieg entwickelt das Unternehmen neue Geschäftsbereiche, wovon eines die Stromgewinnung aus regenerativen Quellen ist. Denn die Leag will auch künftig ein zuverlässiger Energielieferant sein. „Wir wollen uns unsere eigene Zukunft bauen. Künftige Schwerpunkte sind Energie, Infrastruktur und Service“, unterstrich Marco Bayer, Leiter des Bereichs Projekt- und Nachbarschaftsmanagement bei der Leag. Denise Noack (Linke) fragte nach dem Zukunftsgedanken für das Projekt. Ihre Sorge ist, dass zwar Gebiete für erneuerbare Energien entwickelt werden, jedoch in Boxberg selbst keine Arbeitsplätze entstehen. Eine Photovoltaikanlage, so Marco Bayer, schaffe zwar noch keine Arbeitsplätze. Sie sei aber dennoch ein wichtiger Baustein für die Zukunft. Nach Vorstellungen des Investors soll der Solarpark am Ortsrand von Nochten Rendite in die Vorsorgegesellschaft Leves in Sachsen einbringen, in welcher Geld für die Wiedernutzbarmachung von Bergbaufolgelandschaften nach dem Kohletagebau angespart werden soll. Der Solarstrom geht ins Verteilnetz, ein konkret auf den Park bezogenes Versorgungsgebiet könne nicht definiert werden.

Nur als Zwischennutzung gedacht

Der Ortschaftsrat Nochten befürwortet das Projekt. „Wir haben uns das Thema nicht leicht gemacht“, sagte Ortsvorsteher Mario Weier (WV Boxberg). „Nochten lebt seit Jahren mit der meisten Belastung. Das kommt durch den Truppenübungsplatz, durch den Tagebau und durch das Kraftwerk.“ Einstimmig befürwortete der Ortschaftsrat Nochten dennoch den geplanten Solarpark. Zugleich wandte er sich mit einem Schreiben an die Gemeinde Boxberg, die Leag und den Projektplaner Epne. Darin sind wesentliche Forderungen formuliert. Der Abstand zur Ortslage Nochten muss ausreichend sein. Die Wege sollen erhalten und zudem begrünt werden. „Wir reden darüber, dass es eine landwirtschaftliche Nutzfläche bleiben wird und jetzt nur eine Zwischennutzung in dem besagten Gebiet geschieht“, stellte der Ortsvorsteher klar.

Armin Hoffmann (WV Kringelsdorf) regte an, die früher erwogene, jedoch nie realisierte Umgehungsstraße zum Findlingspark entlang des Solarparks zu bauen. „Das müsste man im Detail prüfen. Es müsste in den Entwurf aufgenommen werden“, so Bauamtsleiterin Cortina Kokles. „Im Moment ist der besagte Weg als ‚beschränkt nutzbarer Weg‘ gewidmet. Genau das müsste geändert werden“, sagte sie.

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