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Dresdner Künstler gestalten schönere Terrorsperren

Diese Gruppe plant, den Terror-Schutz zu gestalten. © René Meinig

Das sind ihre ersten Entwürfe.

Die Designerin und Malerin Margarita Kaiser lässt es keine Ruhe, dass Betonsperren Dresden Plätze verunstalten, wenn darauf Veranstaltungen für die Bürger stattfinden. „Ich war erschüttert, als ich das zum ersten Mal gesehen habe“, sagt Kaiser.

Sie hat sich sofort daran gemacht, künstlerisch gestaltete Sperren zu entwerfen. Mit ihren ersten Proben war sie auch bereits bei Polizeipräsident Horst Kretzschmar und Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). Beide waren begeistert von der Idee, dass Dresdner Künstler Schutzelemente für Dresdens Plätze gestalten.

Nun hat Kaiser die Arbeitsgruppe „Kunst als Terrorschutz“ ins Leben gerufen. Zwölf Experten entwickeln gemeinsam Ideen. Darunter sind neben Kaiser unter anderem ein Architekt, mehrere Bildhauer, ein Industriedesigner, ein Metallgestalter, der Chef des Neuen Sächsischen Kunstvereins, Frank Wallburger.

So stellen sich die Künstler optisch ansprechendere Terrorsperren vor.  © Sven Ellger

„Ich vermisse den Mut, die Tradition der Klassik in die Moderne zu führen“, so Wallburger. Die Schutzelemente seien eine Chance, die Arbeiten von Dresdner und sächsischen Künstlern für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen. „So kann zeitgenössische Kunst mit der Terror-Abwehr verbunden werden“, sagt Bildhauerin Constanze Schüttoff. Terrorschutz als Kunst im öffentlichen Raum sozusagen. „Kunst kann so mit Menschen in Berührung kommen, die sonst wenig damit zu tun haben“, hofft Architekt Axel Streit.

Die Gruppe ist noch in der Anfangsphase, will sich aber regelmäßig treffen und irgendwann konkrete Vorschläge machen. „Wichtig ist, dass hier alle benötigten Experten mitarbeiten“, so Kaiser. Dann entstünden keine zu gekünstelten Ideen, sondern es kann genau geplant werden: Welche Materialien verwendet werden können, wie diese in den Böden der wichtigen Plätze verankert werden und einiges mehr. Erst dann geht es darum, wie die Elemente gestaltet und damit zu echten sächsischen Kunstwerken werden. Die Gruppe hofft darauf, wenn die Pläne konkreter werden, dass es eine Förderung gibt.

Eine weitere Idee der Künstlerin Margarita Kaiser.  © Sven Ellger

Für den Altmarkt hofft die Gruppe darauf, dass mit den geplanten Umbau auch die Schutzelemente eine Rolle spielen könnten. „Der Ansatz von Frau Kaiser ist sehr spannend“, so Rathaussprecher Kai Schulz. „Die Rahmenbedingungen am Altmarkt lassen eine kurzfristige Umsetzung aber nicht zu. Wir werden die Idee aber in die weitere Planung auch für andere Plätze einbeziehen und dann auf Frau Kaiser zukommen.“ (SZ/awe)