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Dresdner Straßenbahnen fahren wieder, Lebensgefahr in der Heide

Der große Sturm ist abgeflaut, die Lage in Dresden ist aber noch angespannt. Die Heide sollte nicht betreten werden.

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Viele Bäume haben dem Sturm nicht standgehalten. Besonders dramatisch ist die Lage in der Dresdner Heide.
Viele Bäume haben dem Sturm nicht standgehalten. Besonders dramatisch ist die Lage in der Dresdner Heide. © dpa-Zentralbild

Der Sturm in Dresden - das Wichtigste in Kürze:

  • Busse und Straßenbahnen verkehren wieder planmäßig
  • Sturm fegte mit mehr als 130 km/h durch Dresden
  • zahlreiche Straßen durch umgestürzte Bäume blockiert, schwere Schäden in der Dresdner Heide
  • Straßenbahnbetrieb mehrere Stunden eingestellt
  • zeitweise Stromausfälle im Norden der Stadt
  • Zoo, Schlosspark Pillnitz und Festgelände an Pieschener Allee am Donnerstag geschlossen
  • mehr als 260 Einsätze für die Dresdner Feuerwehr
  • bisher keine Verletzten

10 Uhr: Über die Folgen des Sturms in Dresden berichten wir am Freitag hier.

Freitag, 7.35 Uhr: Die Straßenbahnen und Busse fahren wieder planmäßig. Auch die Standseilbahn ist seit Freitagmorgen wieder unterwegs, teilen die DVB mit.

Die Dresdner Feuerwehr konnte bis 20 Uhr am Donnerstagabend 317 Einsätze abarbeiten. Bei 68 weiteren sei am Abend noch Hilfe geleistet worden, so die Feuerwehr. Die Alarmbereitschaft der Stadtteilfeuerwehren in den Feuerwehrhäusern konnte inzwischen aufgehoben werden.

Der Deutsche Wetterdienst rechnet bis zum Freitagabend noch mit Sturmböen zwischen 55 und 70 km/h, in Schauernähe auch bis 80 km/h.

Sachsenforst warnt weiter davor, die Dresdner Heide zu betreten. Angebrochene Äste oder entwurzelte Bäume könnten auch noch in den kommenden Tagen herabfallen oder umstürzen, heißt es. Es bestehe Lebensgefahr. Wie groß das Ausmaß der Schäden in der Heide ist, soll an diesem Freitag geklärt werden.

21.08 Uhr: Die ersten Dresdner Straßenbahnen sind seit etwa 20.30 Uhr wieder auf der Strecke. "Wir versuchen, den Betrieb nacheinander wieder auf allen Straßenbahnlinien aufzunehmen, es sind aber noch nicht alle Strecken befahrbar", teilen die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) mit.

Trotz der Wiederaufnahme des Straßenbahnbetriebs, ist auf den Linien 7, 12 und 13 am Abend abermals zu Störungen gekommen. Die DVB informieren über aktuelle Änderungen und Umleitungen über Twitter.

19.36 Uhr: Für 18 Uhr war die Wiederaufnahme des Straßenbahnbetriebs in Dresden angekündigt worden. Doch das ist nicht möglich. Aufgrund der Sturmschäden könnten die Bahnen noch nicht wieder fahren, teilen die DVB mit. Man bitte um Verständnis. Die Verkehrsbetriebe verweisen auf die Buslinien, die wieder planmäßig im Einsatz seien.

18.46 Uhr: Aktuell werden verschiedene Straßenbahntrassen auf ihre Befahrbarkeit kontrolliert, so die DVB. Sollten keine Einschränkungen vorliegen, können nach 18 Uhr die ersten Straßenbahnen wieder in den Einsatz gehen. Bei der Beräumung arbeiteten die Fachleute der DVB eng mit den Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr zusammen. Die Verkehrsbetriebe hoffen, die meisten Schäden im Verlauf des Abends und in der Nacht reparieren zu können. Dann wäre am Freitagmorgen zumindest der Großteil des DVB-Straßenbahnnetzes wieder in Betrieb.

18.15 Uhr: Jetzt sind auch alle Dresdner Fähren wieder im Einsatz, teilen die DVB mit.

17.48 Uhr: Wie die DVB mitteilen, sind die Buslinien wieder planmäßig unterwegs. Es könne jedoch noch zu einzelnen Ausfällen und Verspätungen kommen. Darüber hinaus bitten die Verkehrsbetriebe, von Anfragen zu einzelnen Linien abzusehen.

16.50 Uhr: Die Dresdner Verkehrsbetriebe haben 17 umgestürzte Bäume gezählt, die Oberleitungen oder Trageteile dafür in Mitleidenschaft gezogen haben. Dazu kommen noch Äste, die zum Beispiel gläsenerne Haltestellenhäuschen beschädigt haben. Derzeit stehen die Straßenbahnen noch. Unternehmenssprecher Falk Lösch sagte auf SZ-Anfrage, voraussichtlich ab etwa 18 Uhr könnten die ersten Bahnen wieder fahren. Mit dem Normalbetrieb sei erst am späten Abend wieder zu rechnen.

16.31: Bis 16 Uhr hat die Feuerwehr 257 Einsätze in Dresden registriert. Davon hatten die Helfer zu dieser Zeit 120 abgearbeitet. Es gehen jedoch weiterhin, teilweise im Minutentakt, neue Notrufe in der Leitstelle ein, die zunächst nach ihrer Wichtigkeit geordnet und dann abgearbeitet werden müssten, so Sprecher Michael Klahre. Bislang seien keine Einsätze bekannt, bei denen Personen zu Schaden gekommen sind.

16.15 Uhr: Sachsenforst ruft dazu auf, auf keinen Fall die Dresdner Heide zu betreten. Alle Hauptwege seien durch abgebrochene Baumkronen und große Äste blockiert. "Es herrscht Lebensgefahr! In den Kronen hängen lose Äste, ganze Bäume sind aus dem Boden gehebelt worden und drohen umzustürzen", sagt Heiko Müller von Sachsenforst, der für die Heide zuständig ist.

Am Freitagmorgen wollen sich die Mitarbeiter von der Heidemühle aus einen Zugang bis zur ehemaligen Forstbaumschule freischlagen, um dort an die schwere Technik heranzukommen. Es werde noch Tage dauern, bis die Wege beräumt sind. Trotz der Gefahr seien bereits wieder Spaziergänger und Radfahrer im Wald unterwegs. "Das kann tödlich enden", warnt Müller.

15.48 Uhr: Kehren die Verkehrsbetriebe zur Normalität zurück? Noch stehen die Straßenbahnen, aber auf der Elbe wird der Fährbetrieb langsam wieder aufgenommen. Die Autofähre Kleinzschachwitz ist wieder in Betrieb und auch die Fähre in Alttolkewitz kann übersetzen, teilen die DVB mit. Nur die Fähre zwischen der Johannstadt und der Neustadt ist noch nicht wieder in Betrieb.

15.20 Uhr: Bis alle Straßenbahnen wieder fahren können, wird es wohl noch eine Weile dauern. So sind Gleise durch herabgestürzte Bäume blockiert, zum Beispiel an der Königsbrücker Landstraße.

15.11 Uhr: Der Sturm lässt langsam nach. Zwischen 14 und 15 Uhr sind noch maximale Windböen von 93 km/h im Dresdner Elbtal gemessen worden. In Klotzsche fegte der Sturm in Spitzen noch mit 83 km/h durch.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat die Unwetterwarnung für Teile Dresdens inzwischen aufgehoben. Es gilt weiterhin eine Sturmwarnung. Die Meteorologen rechnen bis mindestens 18 Uhr mit weiteren Böen zwischen 75 und 90 km/h. In Schauernähe können sie noch einmal stärker ausfallen. Auch in der Nacht bleibt es windig.