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Kamenz

Wie geht es auf dem Reinhardsberg weiter?

Die Naturschutzbehörde des Landkreises hält am Ziel fest, die Robinie zurückzudrängen. Es klemmt wegen der Trockenheit.

en Reinhardsberg in Kamenz krönt ein historischer Ringwall. Nach dem Fällen einiger wehrhafter Robinien verkrautet der Gipfel des Hügels überm Herrental wieder. Die Renaturierung soll aber weiter gehen.
en Reinhardsberg in Kamenz krönt ein historischer Ringwall. Nach dem Fällen einiger wehrhafter Robinien verkrautet der Gipfel des Hügels überm Herrental wieder. Die Renaturierung soll aber weiter gehen. © Matthias Schumann

Kamenz. SZ-Leser Manfred Delitzscher aus Kamenz hatte kürzlich am Lesertelefon den Stand der Renaturierung auf dem Reinhardsberg überm Herrental kritisiert. Hier waren 2018 zahlreiche Robinien gefällt worden, um die fremdländische Pflanze zurückzudrängen und den Hügel stattdessen mit standortheimischen Sträuchern zu versehen. Dann tat sich ein Jahr lang nichts mehr. 

Nur die Robinien sind wieder kräftig ausgeschlagen. Die Leserkritik am Stopp des Vorhabens ging zunächst an das Rathaus, das auf die zuständige Naturschutzbehörde des Landkreises verwies. Von dort liegt eine Antwort vor – mit dieser Quintessenz: Am Ziel der Renaturierung hat sich nichts geändert. „Der vorhandene Stieleichen-Hainbuchenwald auf dem Reinhardsberg soll durch die Strauchpflanzung ergänzt werden“, so Sarah Günther aus der Pressestelle. Nach der Zurücknahme des Baustopps durch die Stadt seien die Robinienausschläge planmäßig im Herbst 2018 abgeschnitten worden. „Aufgrund der Trockenheit im letzten Jahr wurde die geplante Herbstpflanzung auf das Frühjahr verschoben. Die schon Ende des Winters 2019 einsetzende erneute Dürreperiode hat die Naturschutzbehörde veranlasst, die Anpflanzung erneut zu verschieben, da die Pflanzen die Trockenheit auf dem ohnehin schon trockenen Standort erfahrungsgemäß nicht überstanden hätten“, heißt es aus Bautzen. Wegen der Wuchskraft der Stockausschläge der Robinie würde auch ein ständiges Wässern der neu angepflanzten Sträucher nicht viel bringen, da die Robinie dadurch noch mehr begünstigt würde. „Die Pflanzung der Sträucher ist erst dann sinnvoll, wenn die Robinie wirksam zurückgedrängt ist.“ 

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Dafür komme in erster Linie eine Beweidung der Stockausschlagsflächen mit Ziegen oder mehrmals jährlich eine maschinelle Mahd der Flächen infrage. Die Umsetzung des Fachkonzeptes sei auch ins Stocken geraten, weil die sehr rasch nachgewachsenen Stockausschläge in der Vegetationsperiode vom 1. März bis zum 30. September gesetzlich nun mal nicht abgeschnitten werden dürfen. „Das kann jetzt aber im Herbst erfolgen, nachdem sich die Naturschutzbehörde gemeinsam mit der Eigentümerin der Flächen auf eine Strategie der Beweidung oder Mahd festgelegt hat.“ Als nächster Schritt werde seitens der Naturschutzbehörde ein Beratungstermin mit der Eigentümerin, also mit der Stadt Kamenz, abgestimmt, bei dem die nächsten Schritte zur Umsetzung des Fachkonzeptes besprochen werden sollen, heißt es.