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Bauen und Wohnen

Angebotsmieten in Deutschland entwickelten sich moderat

Eine große Online-Plattform für Immobilien hat ihren vierteljährlichen Daten-Report veröffentlicht.

© pixabay.com/Kapa65 (Symbolfoto)

Das Immobilien-Suchportal ImmoScout24 hat seinen vierteljährlichen Daten-Report zur Entwicklung des deutschen Mietwohnungsmarkts präsentiert. Die "WohnBarometer" genannte Erhebung basiert auf einer Auswertung von 8,5 Millionen Immobilieninseraten der letzten fünf Jahre und umfasst neben der Entwicklung der Angebotsmieten das
Verhältnis von Angebot und Nachfrage sowie eine Preisprognose.

Für das dritte Quartal 2021 zeigt das WohnBarometer deutschlandweit eine Steigerung der Angebotspreise für Bestandsmietwohnungen in Höhe von 1,4 Prozent. Die Preisentwicklung zog somit wieder leicht an, liegt aber deutlich unterhalb der Entwicklung der Kaufpreise, die im Quartalsdurchschnitt um 4,2 Prozent anstiegen. Im zweiten Quartal hatte der Anstieg der Mieten im Bestand noch bei 0,8 Prozent gelegen.

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Aktuell liegt der Angebotspreis für Bestandsmietwohnungen im Bundesdurchschnitt bei 7,26 Euro pro Quadratmeter. Eine Zwei-Zimmer-Wohnung mit 60 Quadratmetern kostet damit rund 435,38 Euro netto kalt.

Mit 2,4 Prozent Preisanstieg wuchsen die Angebotspreise für Bestandswohnungen in Leipzig im Quartalsvergleich am stärksten, gefolgt von Erfurt mit 2,1 Prozent, Hamburg mit 2,3 Prozent und Köln mit 1,9 Prozent. In München, Berlin und Potsdam hat sich die Preisentwicklung um 1,5 Prozent und damit deutlich unter der aktuellen Inflationsrate eingependelt.

In den ostdeutschen Zentren Dresden und Rostock verzeichnet das ImmoScout24 WohnBarometer einen Rückgang der Angebotspreise für Bestandsmietwohnungen. Während Dresden im dritten Quartal nur ein leichtes Minus von 0,3 Prozent verbuchte, gingen in Rostock die Angebotsmieten im Vergleich zum zweiten Quartal 2021 um 1,7 Prozent zurück.

Neubauwohnungen: Angebotspreise ziehen stärker an

Neubauwohnungen zur Miete verzeichneten im dritten Quartal 2021 in der gesamtdeutschen Betrachtung eine Zunahme von 2,2 Prozent. Sie werden in der Neuvermietung im Durchschnitt für 9,82 Euro pro Quadratmeter angeboten. Damit nahm die Entwicklung gegenüber dem Vorquartal wieder leicht zu. Im zweiten Quartal hatte die Preisentwicklung bei Neubauwohnungen noch 1,5 Prozent betragen.

Auch bei Neubau-Wohnungen zur Miete liegt die Preisentwicklung deutlich hinter der Kaufpreisentwicklung, die im Quartalsvergleich um 4,7 Prozent zugelegt hat. Leipzig führt das Metropolenranking für die Mietpreisentwicklung im Neubau mit einem Plus von 3,3 Prozent an, gefolgt von Erfurt und München mit jeweils 3,0 Prozent. Während die Preisentwicklung für Neubau-Mietwohnungen in Hamburg und Frankfurt am Main im dritten Quartal 2021 unter einem Prozent lag, war sie in Rostock mit minus 0,5 Prozent leicht rückläufig.

"Die Mietpreisentwicklung hat sich in einem Großteil der Metropolen etwas beruhigt. Sie liegt aktuell im Rahmen der Inflationsrate und zum Teil sogar darunter. Nach wie vor sind aber insbesondere Berlin und Köln weit von einem ausgeglichenen Mietwohnungsmarkt entfernt. In Berlin gehen im Durchschnitt 99 Anfragen pro Woche auf eine angebotene Bestandsmietwohnung ein, in Köln sind es 46", kommentiert Dr. Thomas Schroeter, Geschäftsführer von ImmoScout24.

Bestandsmietwohnungen: Nachfrage weiter hoch

Während die Nachfrage nach Mietwohnungen aus dem Bestand in den deutschen Großstädten annähernd auf dem gleichen Niveau blieb wie im Vorquartal, stieg sie in Köln und München trotz der Sommersaison leicht an. In Berlin reduzierte sich die Zahl der durchschnittlichen Kontaktanfragen pro Inserat und Woche von 154 im zweiten Quartal deutlich auf aktuell 99. Köln liegt mit 46 Kontaktanfragen pro Woche auf eine inserierte Wohnung bundesweit auf Platz zwei.

In München hat sich die Nachfrage nach Neubau-Mietwohnungen im Vergleich zum Vorquartal von 7 auf 12 Kontaktanfragen pro Woche erhöht. Auch in Köln wurden neugebaute Mietwohnungen noch mehr nachgefragt als im zweiten Quartal. In der Domstadt kamen im dritten Quartal durchschnittlich 18 Kontaktanfragen auf ein Neubau-Inserat, nach 15 im zweiten.

Für die nächsten zwölf Monate prognostiziert das WohnBarometer in der gesamtdeutschen Betrachtung eine moderate Entwicklung der Angebotsmieten von 3,2 Prozent für Bestandswohnungen. Im Neubau erwartet ImmoScout24 bis zum dritten Quartal 2022 einen Anstieg um 3,9 Prozent. Für die Preisprognose fließen aktuelle Einwohnersalden sowie der verfügbare und geplante Wohngebäudebestand in die Berechnung ein.

Auf Städteebene erwartet das Portal aufgrund der hohen Nachfrage die stärkste Preisentwicklung für Mietwohnung im Bestand und Neubau in Berlin und Köln: Berlin jeweils mit 6,0 Prozent für Neubau- und Bestandswohnungen, in Köln mit 4,1 Prozent für Mietwohnungen aus dem Bestand und 3,7 Prozent für Neubaumietwohnungen.

Die schwächste Preisentwicklung für Neubau- und Bestandsmietwohnungen ist in den nächsten zwölf Monaten in Frankfurt am Main und Hamburg zu erwarten. Die Prognosen der Preisentwicklung liegen dort jeweils deutlich unter drei Prozent und somit unter dem deutschlandweiten Durchschnitt und deutlich unter der aktuellen Inflationsrate. (ots)

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