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Bauschaden durch Zinzendorfschulen?

Beim Bohren der Gründungspfähle für den Neubau in Herrnhut hat es offenbar ein Malheur gegeben: Beton ist ausgelaufen und verstopft einen Kanal. Wer zahlt dafür?

Die markanten Gebäudeteile der Zinzendorfschulen in Herrnhut ruhen auf Pfählen im Untergrund. Seit den Bohrungen dafür gibt es unterirdische Probleme.
Die markanten Gebäudeteile der Zinzendorfschulen in Herrnhut ruhen auf Pfählen im Untergrund. Seit den Bohrungen dafür gibt es unterirdische Probleme. © Matthias Weber

Die Plombe liegt unter der Kreuzung am Zinzendorfplatz. Dort, wo der Autofahrer von der Löbauer Straße in den Zinzendorfplatz einbiegt, hat sich Beton im unterirdischen, städtischen Regenwasserkanal angesammelt. Ein ziemlich dicker Klumpen ist es, der das Abfließen des Wassers verhindert. Bei Starkregen kann das dann zum Problem werden, bestätigt Herrnhuts Bauamtsleiterin Ute Hähnel auf Nachfrage. Und da sich der Pfropfen eben nicht so einfach entfernen lässt - Presslufthämmer haben jedenfalls bei einem Versuch nichts ausrichten können - droht es eine teure Angelegenheit zu werden. Auf rund 80.000 Euro belaufen sich erste Schätzungen, die vor rund einem Jahr gemacht wurden. Bei den aktuellen Baupreisen steht zu befürchten, dass das nicht mehr ausreicht.

Wie aber ist es dazu gekommen? Vermutungen zufolge muss das Problem mit den Gründungspfählen der Zinzendorfschulen zusammenhängen. Zumal die Schwierigkeiten rund ein halbes Jahr nach den entsprechenden Bauarbeiten bekannt geworden sind. Wegen des typisch schwierigen Herrnhuter Baugrundes ist diese Schule auf Baupfählen gegründet, wobei zunächst das "Loch" ins Erdreich gebohrt und dann mit Beton ausgegossen wird. Die Vermutung ist nun: Eine dieser Bohrungen hat mindestens eine Zuleitung zum Hauptregenwasserkanal getroffen, der den Beton weitertransportiert hat und nun zur Verstopfung am Hauptsammler geführt hat. Bewiesen ist das alles aber noch nicht.

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Gutachten soll Zusammenhänge klären

Das muss erst vor der ersten Zivilkammer des Landgerichtes Görlitz auseinandergenommen werden. Dafür ist unter anderem ein "Sachverständigengutachten über die Kausalität des Leitungsschadens" eingeholt worden, erklärt der Gerichtssprecher Jörg Küsgen. Dem Vernehmen nach wurde dabei auch die Art des Betons untersucht - die Mischung für die Schulbaustelle ist eine ganz besondere und wäre identifizierbar. Ob aber das Unternehmen, das nun verklagt wird, von den Leitungen im Untergrund hat wissen können und wer wo einen Fehler gemacht hat, steht noch infrage. Wäre es ein einfacher Versicherungsfall, wäre die Angelegenheit möglicherweise längst geklärt. Fest steht aber der juristische Streitwert, der sich laut Gerichtssprecher auf 70.000 Euro beläuft.

Was das nun erstellte Gutachten besagt, wird erst in der öffentlichen Verhandlung bekannt gegeben, betonte Küsgen. Dem Vernehmen nach ist der Termin aber erst im Spätsommer zu erwarten. Insofern sei auch mit einem baldigen Urteil nicht zu rechnen. Erst nach der Entscheidung kann das Problem behoben werden, denn eine solche Summe zahlt die Stadt Herrnhut nicht einfach so aus der Portokasse. Bleibt zu hoffen, dass es bis zur Reparatur nicht zu oft stark regnet und keine Folgeschäden entstehen.

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