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Bauen und Wohnen

Den Wert der eigenen vier Wände steigern

Wer bei einer Immobilie bautechnische Mängel beseitigt, kann bei einem Verkauf einen guten Preis erzielen. Was sonst noch den Wert eines Wohnobjektes erhöht:

© pexels.com/pixabay (Symbolfoto)

Wie die Zeit vergeht: Die Kinder sind erwachsen und ausgezogen. Das Familienheim wirkt leer und ist für die älter werdenden Eltern auf kurz oder lang zu groß. Viele überlegen daher, in eine kleinere Wohnung umzuziehen und ihr Haus zu verkaufen.

Damit sie dabei einen guten Preis erzielen, wollen sie häufig vorher den Wert der Immobilie steigern - in dem sie das oft seit Jahrzehnten bewohnte Haus modernisieren. Nur welche Modernisierungen können überhaupt wertsteigernd sein? Der Berliner Immobilienmakler Dirk Wohltorf rät: "Nur das machen, was man selbst als Steigerung der Wohn- und Lebensqualität empfindet."

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Offensichtliche Schwachstellen beseitigen

Was in jedem Fall wertsteigernd ist: Sollte das Haus bautechnische Schwachstellen haben, lohnt es sich, sie zu beseitigen. "Keiner will feuchte Keller", sagt Wohltorf, der Vizepräsident des Immobilienverbands Deutschland IVD ist.

Ebenfalls wertsteigernd: "Die Haustechnik - also die Bereiche Heizung, Sanitär, Lüftung und Elektrik - sollte möglichst auf dem neuesten Stand sein", erklärt Ulrich Severitt, Bauberater beim Verband Wohnen im Eigentum (WiE) in Bonn.

Eine Modernisierung der Heizungsanlage kann nicht nur den Wert der Immobilie steigern, sondern bringt beim Verbrauch teils enorme Einsparungen mit sich.

Modernes Bad verbessert Eindruck

Der nächste Punkt: Wasserleitungen. In Häusern, die bis zum Jahr 1973 gebaut wurden, sind vielfach noch Bleileitungen verbaut. Oft müssen sie erneuert werden - da bei Trinkwasser bestimmte Grenzwerte einzuhalten sind.

Und ein neues Badezimmer? Das kann wertsteigernd sein. "Dabei kommt es aber nicht etwa auf goldene Wasserhähne oder andere kostspielige Materialien an", stellt Severitt klar. Aus seiner Sicht sollte ein Bad modern, aber in einem möglichst neutralen Design gehalten sein - also etwa ohne auffällige oder grelle Farben, die auf einen Interessenten eher abschreckend wirken könnten.

Und eine neue Küche? "Wenn sie einem gefällt und wenn sie einem den Alltag schöner macht, warum nicht", sagt Wohltorf. Aus seiner Sicht ist ein selbstgenutztes Objekt nicht in erster Linie ein Investitionsobjekt, sondern ein Wohlfühlort. Eine neue Küche kann ein Blickfang sein. "Ob man damit aber eines Tages den Geschmack eines Käufers trifft und die Küche damit wertsteigernd für das Haus ist, ist offen", so Wohltorf.

Gute Dämmung steigert den Wert

Auch Investitionen, die die Energieeffizienz eines Gebäudes erhöhen, können sich wertsteigernd auf eine Immobilie auswirken. "Gerade bei älteren Gebäuden kann der Wärmeverlust durch eine unzureichende Dämmung oder Isolierung von Dach und Fassade teils beachtlich sein", erklärt Severitt. Eigentümer sollten sich hier beraten lassen. Anlaufstelle können Energieeffizienzexperten sein.

Mitunter kann es von Vorteil sein, neue Fenster und eine neue Haustür einzubauen und so einem Energieverlust entgegenzuwirken. "Manchmal kann auch eine vorhandene Tür überarbeitet werden", so Severitt.

Und die Terrasse neu fliesen? Kommt darauf an. Funktioniert die Beschichtung, ist sie etwa wasserdicht und frostsicher? "Wenn die Beschichtung defekt ist, kann es sich lohnen, bei der Terrasse zu investieren", sagt Severitt.

Ist mit der Beschichtung alles in Ordnung, macht aus Sicht von Wohltorf eine neue Gestaltung der Terrasse nur Sinn, wenn die derzeitigen Eigentümer selbst daran Gefallen haben. Auch hier gilt: "Man kennt nicht den Geschmack eines potentiellen Käufers", sagt Wohltorf.

Gartenpflege kann sich lohnen

Um bei einem möglichen Verkauf einer Immobilie einen guten Preis zu erzielen, kommt es darauf an, dass das Objekt einen gepflegten Eindruck macht. "Mit einem gepflegten Garten zum Beispiel kann man unglaublich punkten", erklärt Wohltorf.

Und es sind auch nicht immer kostspielige Investitionen, die ein Objekt attraktiv machen. Mitunter reichen schon Putzarbeiten an der Fassade oder ein frischer Anstrich von Räumen. Keinesfalls sollte man einen feuchten Keller einfach überstreichen, um den Schaden abzudecken. "Dafür kann ein Hausverkäufer in Haftung genommen werden", so Wohltorf. Feuchte Keller besser immer einmal ausschachten und isolieren.

Bodenrichtwert ist entscheidend

Unabhängig von der Beschaffenheit eines Wohnobjektes gilt: Der Wert einer Immobilie hängt nicht zuletzt vom sogenannten Bodenrichtwert, der vorhandenen Nachfrage und vor allem von der Lage ab. In Ballungsräumen oder in begehrten Wohngegenden ist der Wert von Immobilien höher als etwa auf dem flachen Land.

Gutachter und Makler helfen dabei, den Wert einer Immobilie zu ermitteln. Wer aber glaubt, dass man die Kosten, die durch eine aufwändige Sanierung entstehen, eins zu eins auf den von Fachleuten ermittelten Wert einer Immobilie draufrechnen kann, der täuscht sich. "Eine solche Rechnung geht in aller Regel nicht auf", sagt Wohltorf. (dpa/tmn)

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