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Bauen und Wohnen

Alles, was man zum Thema "Schimmel" wissen muss

Schimmelpilze lieben warme Heizungsluft und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Daher geht es ihnen im Winter bei uns zu Hause auch ganz besonders gut.

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© stock.adobe.com/constantinos (Symbolfoto)

Es beginnt mit einem kleinen schwarzen Fleck an der Wand oder einem dunklen Punkt an einer Fliesenfuge im Bad: Solche kleinen schimmeligen Stellen können im Winter schnell zum großen Problem werden. Denn auf guten Nährböden wachsen Schimmelpilze mehrere Zentimeter am Tag.

Was kann man gegen Schimmel tun?

Selbst wenn die Flecken noch sehr klein sind, sollten sie nicht ignoriert, sondern möglichst schnell beseitigt werden. "Kleinere Stellen bis zu einem halben Quadratmeter können die Bewohner selbst entfernen, sofern keine Allergie oder Immunsuppression vorliegt", sagt Guido Fischer vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg. Am besten unter Verwendung einer persönlichen Schutzausrüstung mit FFP2-Maske und Schutzhandschuhen.

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"Befallene Silikonfugen werden feucht mit Haushaltsreiniger abgewischt, bei größeren Schäden erneuert", so Fischer. "Tapeten und Putz, auf denen sich Schimmel befindet, sollten ebenfalls entfernt werden." Schimmel lässt sich von glatten Flächen wie Fliesen, Keramik oder Möbel mit einem Haushaltsreiniger abwaschen, anschließend kann man noch mit einem haushaltsüblichen Desinfektionsmittel nachwischen.

Die Räume sollten währenddessen gelüftet werden, und feuchte Stellen müssen gut abtrocknen können. In Ecken, in denen die Luft normalerweise schlecht zirkuliert, kann ein Ventilator nachhelfen. Das ist wichtig, denn besonders hinter großen Möbeln siedelt sich Schimmel an. Hier raten Experten: Die Möbel etwa zehn Zentimeter dauerhaft von der Wand abrücken, vor allem wenn es sich um eine schlecht gedämmte Außenwand handelt.

Mit Abwischen und Trocknen ist es aber nicht unbedingt getan. Wird die Ursache für den Schimmel nicht erkannt und behoben, bildet er sich schnell erneut und das oftmals in viel größerem Ausmaß. "Man hat vielleicht ein paar Wochen Ruhe, bestenfalls über den Sommer. Spätestens im nächsten Winter ist der Schimmel wieder sichtbar", sagt Heinrich Bökamp, Präsident der Ingenieurkammer-Bau NRW.

Was tun bei wiederkehrendem Schimmelbefall?

Bei größerem und hartnäckigem Befall empfiehlt es sich, einen Experten einzuschalten. Möglich sind dann verschiedene Lösungsansätze: Es kann zum Beispiel helfen, die äußere Kellerwand freizulegen, um den Wassereintritt von draußen zu verhindern. Oder das Gebäude stärker zu dämmen, damit Wärmebrücken verschwinden.

Möglich ist auch, Raumecken von innen und außen neu zu isolieren. "Das kostet zwar viel Geld, aber der Schaden am Haus könnte ohne diese Maßnahmen noch größer werden", so der Bauingenieur Bökamp.

Wer immer wieder Schimmelflecken findet, sollte daher für die Experten auf Ursachenforschung Details protokollieren: Wann wurde der Schimmelfleck entdeckt? Wächst er oder bleibt er gleich groß? Wie lange war die Wand nach der Entfernung des Flecks sauber? Kommt der Schimmel wieder? An der gleichen Stelle? In welchem Zeitraum? "Stellt sich heraus, dass der Schimmelbefall chronisch ist, können das wichtige Hinweise sein, wo die Ursachen zu suchen sind", sagt Heinrich Bökamp.

Wichtig: Schimmelbefall ist nicht nur ein optisches und hygienisches Problem. Schimmel kann auch große Schäden am Haus anrichten. Denn Schimmelpilze zersetzen organische Materialien wie Tapeten und Holz. Wenn Balken oder Dachstuhl befallen werden, kann ein Haus schlimmstenfalls sogar unbewohnbar werden.

Wieso entsteht Schimmel?

"Häufig ist ein bauphysikalisches Problem die Ursache", erklärt der Ingenieur Heinrich Bökamp. Dann kann sich Schimmel bilden, selbst wenn die Bewohner des Hauses angemessen lüften. Grund können zum Beispiel Wärmebrücken, mangelhafte Abdichtungen oder Leckagen sein - alles Dinge, die Laien nicht erkennen können. Oder es kann an von außen gut gedämmten Wänden, zum Beispiel bei energetisch sanierten Gebäuden, bei unzureichender Lüftung Schimmel auftreten.

Früher, als die Hausfassaden noch nicht so dicht gedämmt waren, drang Feuchtigkeit in die Wände und trocknete dann mit der Zeit ab. Das ist in gedämmten Häusern nicht mehr so. "Bedingt durch die gute Isolierung ist die Lage des Taupunktes in den Wänden besonders zu beachten. Die sich dort niederschlagende Feuchtigkeit muss aufgenommen beziehungsweise schadlos abgeführt werden", erklärt Bökamp.

Und im Wohnraum?

"An Stellen im Innern, wo nur schwer Luft hingelangt, setzt sich Feuchtigkeit ab und es kommt zum Schimmelbefall. Das sind oft Ecken, Decken oder Wände", so Bökamp. Aber hier kann auch das mangelnde Lüften im Winter Schuld sein. "Mindestens dreimal am Tag sollte kräftig gelüftet werden, am besten Stoßlüftung", rät Guido Fischer vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg.

Feuchtigkeit, die durch Duschen, Kochen und Wäschetrocknen entsteht, sollte zusätzlich direkt nach außen geleitet werden. Zudem ist es wichtig, ausreichend zu heizen und dafür zu sorgen, dass auch ungenutzte Räume nie ganz auskühlen. Denn Feuchtigkeit setzt sich an den ausgekühlten Wänden ab - und das ist dann ein Ferienparadies für den Schimmel. (dpa/tmn)

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