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Zwei neue Interessenten für Bergbaulizenz

Lithium Australia hat seine Erlaubnis auslaufen lassen. Aber das Interesse an Sadisdorf hält an. Was die Lagerstätte so interessant macht.

Diese Gesteinsbrocken sind in den 1980er-Jahren aus dem Fels bei Sadisdorf gebohrt worden. Sie machen Hoffnung, dass sich dort Bergbau wieder lohnt.
Diese Gesteinsbrocken sind in den 1980er-Jahren aus dem Fels bei Sadisdorf gebohrt worden. Sie machen Hoffnung, dass sich dort Bergbau wieder lohnt. © Frank Baldauf

Das Interesse an Bergbau in Sadisdorf bleibt weiter bestehen, auch wenn Lithium Australia mit seinem Tochterunternehmen Trilithium Erzgebirge seine Erkundungslizenz vor wenigen Tagen hat auslaufen lassen. Nachfolger stehen schon in den Startlöchern.

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Lithium Australia hatte neben der Erlaubnis für Sadisdorf auch eine für Eichigt im Vogtland, die es zurückgegeben hat. „Jetzt können für diese Bereiche wieder neue bergrechtliche Erlaubnisfelder erteilt werden“, informierte Bernhard Cramer, Leiter des Sächsischen Oberbergamts in Freiberg, das die Lizenzen vergibt.

Ein Antrag liegt im Oberbergamt vor, einer ist angekündigt

Weiter teilt er mit: „Für die Lagerstätte Sadisdorf liegt dem Oberbergamt bereits ein neuer Erlaubnisantrag zur Aufsuchung von Lithium und anderen Metallen vor, ein weiterer Antrag wurde dem Oberbergamt angekündigt.“ Damit wären dann zwei Firmen im Rennen. Die Namen der Interessenten teilt das Amt im jetzigen Stand des Verfahrens nicht mit.

Die Bergbaubranche ist weltweit aktiv. Viele große Firmen sind in Kanada und Australien ansässig. Möglich, dass auch die nächsten Interessenten aus diesen Bergbaunationen kommen. Denkbar wäre aber auch, dass jemand, der schon in der Region aktiv ist, sein Projekt auf mehrere Beine stellen will. Das ist durchaus möglich. Dagegen sind zumindest keine kartellrechtlichen Bedenken erkennbar. „Von einer Monopolbildung ist dabei insbesondere mit Blick auf den Weltmarktmarkt nicht auszugehen“, schreibt Cramer auf eine entsprechende Frage von Sächsische.de.

Das Interesse an Sadisdorf hat sich gewandelt

Sadisdorf ist attraktiver als andere mögliche Lagerstätten, weil dort bereits ein Bergwerk besteht, es also die Möglichkeit gibt, unter Tage einzufahren. Das erleichtert zumindest die Erkundung. Außerdem ist die Lagerstätte durch die lange Bergbaugeschichte mehrfach erforscht worden. Es gibt also schon Bohrkerne aus früheren Zeiten und Unterlagen.

Als vor zwölf Jahren das neue Berggeschrei im Osterzgebirge begann und die kanadische Firma Tinco nach Zinn zu suchen begann, hatte sie ein Lizenzgebiet, das 67 Quadratkilometer umfasste und von Sadisdorf bis nach Zinnwald und Bärenstein reichte. In diesen zwölf Jahren hat Sadisdorf viel Interesse auf sich gezogen, das sich aber mehrfach wandelte. Bei der ersten Zinnsuche stießen die Geologen hier auf ein Molybdän-Vorkommen, ein Metall, das in der Stahlproduktion oder für Schmierstoffe Verwendung findet. Trotzdem gab Tinco 2011 die Lizenz zurück, und die Firma Sachsenzinn wurde anschließend in Sadisdorf aktiv.

Lithium rückt wegen Elektroautos in den Vordergrund

Sie konzentrierte sich aber nur auf diese eine Lagerstätte und auf die Erkundung von Zinn, wie der Firmenname schon sagt. Im Lizenzantrag hatte die Firma vorsorglich noch weitere Rohstoffe wie Wolfram, Wismut oder Zink genannt, falls sie entsprechende Vorkommen findet. Mehr und mehr rückte aber ein anderer Stoff in den Vordergrund, weil die Nachfrage nach leistungsstarken Akkus laufend steigt. Immer mehr Elektrogeräte werden ohne Netzkabel verwendet vom Handy bis zur Zahnbürste. Vor allem setzt die Autoindustrie stärker auf Elektromobilität, und für Akkus nach dem heutigen Stand der Technik wird Lithium benötigt.

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So stieg 2017 in dem Sadisdorfer Projekt Lithium Australia als Partner mit ein und hier sagt schon der Firmenname, dass der neue Schwerpunkt bei Lithium liegt. Doch die Australier haben ihre Firmenpolitik geändert und ziehen sich daher jetzt aus Sachsen zurück, angeblich weil das Arbeiten infolge von Corona zu schwierig geworden ist und weil die erforderlichen Finanzen zu hoch sind. Man darf gespannt sein, wer als Nächstes in Sadisdorf mit einer Lizenz zum Zuge kommt und was am Ende daraus wird.

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