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Sachsen haben es nicht weit zu Bus und Bahn

Der Nahverkehr in Dresden ist besser erreichbar als in Hamburg, Berlin, Köln und Stuttgart. Und er kommt zurück in die Fläche.

Von Michael Rothe
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Die Erreichbarkeit von Bus und Bahn ist in Sachsen besser als in anderen Bundesländern.
Die Erreichbarkeit von Bus und Bahn ist in Sachsen besser als in anderen Bundesländern. © dpa

Dresden. So sehr die Sachsen mitunter über ihren öffentlichen Nahverkehr meckern, bei der Erreichbarkeit von Bus und Bahn steht der Freistaat besser da als die meisten anderen Länder. Laut einer Studie wohnen 92 Prozent der Bürger höchstens 600 Meter Luftlinie entfernt vom nächsten Bus-Halt oder 1.200 Meter vom nächsten Bahnhof mit mindestens 20 Abfahrten am Tag. Dieser Radius gilt nach den Kriterien des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung als zumutbarer Fußweg.

Die jüngste Erhebung der Allianz pro Schiene, einem gemeinnützigen Verkehrsbündnis aus 23 Non-Profit-Verbänden und gut 160 Unternehmen der Bahnbranche, sieht Sachsen über dem Bundesmittel und sogar zehn Prozentpunkte vor Bayern. Demnach ist Dresden mit 99,7 Prozent im Osten Spitze – und steht auch besser da als Hamburg, Berlin, Köln und Stuttgart.

Auch die Landkreise weisen gute Werte auf. Selbst beim Schlusslicht Mittelsachsen sind mehr als vier von fünf Bewohner gut angebunden. Mecklenburg-Vorpommern, mit im Schnitt 79 Prozent Schlusslicht, mutet seinen Bürgern die längsten Wege zu. Mit einem besonders dichten Netz im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) und Werten von fast 97 Prozent glänzen das Saarland und Hessen. Nur die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sind noch besser.

„Bus und Bahn kommen zurück in die Fläche“

Gegenüber 2018 haben sich alle Länder verbessert – Sachsen um 1,2 Prozentpunkte. Auch auf dem Land seien weniger Menschen abgekoppelt, sagt Dirk Flege, Chef der Allianz pro Schiene. Sein Fazit: „Bus und Bahn kommen zurück in die Fläche.“ Aber nur mit einem dichten Stationsnetz und gutem Angebot gebe es auch dort eine Alternative zum privaten Pkw. Zehn Fahrten pro Richtung reichten nicht, nötig sei „mindestens ein Stundentakt“, sagt Flege.

Der ÖPNV in Sachsen wird von den Landkreisen und kreisfreien Städten organisiert. Dafür gibt es fünf Verkehrsverbünde wie den VVO für die Region Oberelbe, den VON für Oberlausitz-Niederschlesien und den VMS für Mittelsachsen. Sie bestellen die Linien bei der Deutschen Bahn, deren Konkurrenz und bei Busunternehmen.