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Skeleton baut Standort in Sachsen aus

Der estnische Energiespeicher-Spezialist sammelt 41,3 Millionen Euro frisches Risikokapital ein und zieht neue Kunden an.

Skeleton liefert Speicherlösungen, die nach eigenen Angaben die doppelte Energiedichte und die vierfache Leistung im Vergleich zur Konkurrenz schaffen.
Skeleton liefert Speicherlösungen, die nach eigenen Angaben die doppelte Energiedichte und die vierfache Leistung im Vergleich zur Konkurrenz schaffen. © Skeleton Technologies

Das Klima retten trotz Corona. Dieses Ziel verfolgen klimabewusste Risikokapitalgeber, die auch in Pandemie-Zeiten in saubere Technologien zur Reduktion von Treibhausgas-Emissionen investieren. Davon profitiert jetzt auch Skeleton Technologies. Der größte europäische Hersteller von Energiespeichern auf Basis von Ultrakondensatoren – die Produktion findet in Großröhrsdorf statt – hat am Dienstag den erfolgreichen Abschluss einer Finanzierungsrunde in Höhe von 41,3 Millionen Euro bekanntgegeben. Diese Finanzierungsrunde gehört zu den Top 5 im europäischen Cleantech-Sektor in diesem Jahr und soll das Wachstum beschleunigen.

Skeleton liefert Speicherlösungen, die nach eigenen Angaben die doppelte Energiedichte und die vierfache Leistung im Vergleich zur Konkurrenz schaffen. „Mit unserem patentierten gekrümmten Graphen haben wir einen weltweiten Durchbruch bei der Leistung von Ultrakondensatoren erzielt und unsere Ultrakondensatoren erfolgreich in Lastkraftwagen, Bussen und Netzanwendungen auf den Markt gebracht“, betont Vorstandschef Taavi Madiberk.

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An der aktuellen Finanzierungsrunde haben sich alle Bestandsinvestoren beteiligt. Der Großteil der neuen Investitionen kommt jedoch von neuen Geldgebern. Dazu gehören zum Beispiel Investoren, die hinter dem Aufbau von Adyen, dem europäischen Konkurrenten von Paypal standen, einem Startup, dass sich zu einem etablierten Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 50 Milliarden US-Dollar entwickelt hat.

Cleantech-Unternehmen wie Skeleton, die klimabezogene Technologien entwickeln, brauchen geduldige Risikokapitalgeber. Denn es kostet viel Zeit und Geld, bis mit den Produkten Einnahmen erzielt werden können. Das macht herkömmliche Startup-Investoren nervös, die in der Regel nach fünf bis sieben Jahren Erträge sehen wollen. Doch der Markt verändert sich. „Das Investitionsinteresse an Hardware-Cleantech-Unternehmen ist deutlich gestiegen“, sagt Madiberk auf Nachfrage von „sächsische.de“. Es sei noch nicht Mainstream, aber kluge Investoren würden erkennen, „dass es die größte Geschäftsmöglichkeit seit dem Internet ist, auch wenn die Renditen nicht so schnell kommen“, betont der Skeleton-Mitgründer.

Der Umsatz soll sich in diesem Jahr erneut verdreifachen

So war die aktuelle Investitionsrunde des estnischen Unternehmens überzeichnet. „Denn was uns vom Rest abhebt, ist, dass wir nicht das "Next Big Thing" sind, sondern echte Produkte haben, die von Blue-Chip-Kunden im Transport-, Industrie- und Netzbereich eingesetzt werden und starke Wachstumsraten aufweisen können“, so Madiberk.

Das neue Kapital wird in drei Hauptkategorien investiert: Erstens in die Entwicklung neuer Technologien am Standort Großröhrsdorf. Skeleton hat gemeinsam mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ein Projekt gestartet, in dem die nächste Generation von Produkten auf Basis der Superbatterie-Technologie entwickelt wird. Dadurch soll die Energiedichte gegenüber dem heutigen Stand der Technik exponentiell erhöht werden.

Zweitens in die Entwicklung neuer Modul-Produktlinien für Wind- und Industrieanlagen, um Großaufträge der Windindustrie zu erfüllen, die kürzlich unterzeichnet worden sind. Und drittens sind zusätzliche Investitionen geplant für eine neue Produktlinie für den Automobilsektor, die ab Ende 2021 starten soll. „Wir planen, in Großröhrsdorf im Jahr 2021 mindestens 40 zusätzliche Ingenieure und Spezialisten einzustellen“, kündigt Madiberk an. Trotz Covid-19 gehe der Personalaufbau weiter. Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland ist seit Juni dieses Jahres von 69 auf 86 gestiegen. Insgesamt zählt das Unternehmen derzeit 140 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

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Der Umsatz werde sich in diesem Jahr erneut verdreifachen, heißt es weiter. „Die harte Arbeit der vergangenen Jahre zahlt sich aus“, sagt Madiberk. So seien die Produkte von Skeleton wie der Wettbewerbsvorteil der höheren Leistungs- und Energiedichte auf dem Markt bekannter geworden. Die erfolgreichen Feldversuche mit Großkunden im Transport- und Industriebereich würden weitere Kunden anziehen. Der Auftragsbestand hat ein Volumen von 150 Millionen Euro erreicht. „Da es sich um langfristige Verträge handelt, die sich im Laufe der Jahre in Einnahmen niederschlagen werden, sehen wir für 2021 eine Fortsetzung des sehr hohen Wachstums“, ist der Vorstandschef optimistisch.

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