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Deutschland & Welt

Großer Wiesenknopf ist Blume des Jahres

Er fördert die Verdauung, wirkt blutstillend und ist bienenfreundlich: Der blutrot blühende Große Wiesenknopf ist die Blume des Jahres 2021.

Der Große Wiesenknopf ist von der Loki Schmidt Stiftung zur Blume des Jahres 2021 gewählt worden.
Der Große Wiesenknopf ist von der Loki Schmidt Stiftung zur Blume des Jahres 2021 gewählt worden. © Loki Schmidt Stiftung

Hamburg. Der Große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) ist die Blume des Jahres 2021. Die blutrot blühende Heilpflanze kommt als bis zu ein Meter hohe Staude vor allem auf bunten Feuchtwiesen vor. "Sie gehört zur Familie der Rosaceae und hat ihre Blütezeit von Juni bis September", sagte Paula Höpfner von der Hamburger Loki Schmidt Stiftung bei der Präsentation am Mittwoch im Botanischen Sondergarten Hamburg-Wandsbek. Mit der Wahl des Großen Wiesenknopfes will die Stiftung gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf den Lebensraum Feuchtwiesen richten.

Dem Großen Wiesenknopf wird eine blutstillende und verdauungsfördernde Wirkung nachgesagt. "Blätter, Blüten und Wurzeln lassen sich gut zu einem Tee kochen, der bei Hals-Rachen-Beschwerden schleimlösend wirkt", sagte Axel Jahn, Geschäftsführer der Loki Schmidt Stiftung. Er schmecke zwar etwas bitter, "aber zusammen mit ein paar Blättern Minze ist er lecker". Auch anderen Tieren tut der Große Wiesenknopf gut: Er ist bienenfreundlich. Für den Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist er sogar lebensnotwendig: Der Schmetterling legt seine Eier in die feinen Blütenköpfchen.

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Der Große Wiesenknopf kann im Garten ausgesät werden, er kommt in der Natur vor allem im Grünland vor, also auf Wiesen und Weiden. Die seien früher landwirtschaftlich begrenzt genutzt worden, und so habe sich dort ein artenreicher Lebensraum entwickeln können, sagte Höpfner. Die Bauern hätten sie lediglich zweimal im Jahr gemäht. Klassische Heugewinnung sei auf solchen Flächen aber inzwischen unwirtschaftlich, so dass viele Feuchtwiesen trockengelegt, intensiv beweidet oder zu Äckern umgebrochen worden seien.

Seit 1980 wird Blume des Jahres gekürt

Als Teil der traditionellen Kulturlandschaft seien diese Lebensräume zwar weitgehend menschengemacht, hätten sich aber über Jahrtausende zu einem festen, artenreichen und schützenswerten Teil Mitteleuropas entwickelt, sagte Jahn: "Lebensräume wie das Grünland zeigen, welch hohe Verantwortung wir übernehmen, wenn wir die Landschaft um uns herum überformen."

Die Blume des Jahres wird seit 1980 gekürt. Die Loki Schmidt Stiftung gibt sie immer am Todestag der Kanzlergattin am 21. Oktober bekannt. 2020 jährt dieser sich zum zehnten Mal. Bis zu ihrem Tod hatte die Botanikerin Schmidt selbst die Wahl bekanntgegeben. Die Stiftung ist aus der Stiftung Naturschutz Hamburg und der Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen hervorgegangen.

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Wer den Großen Wiesenknopf in seinem Garten aussäen möchte, kann für drei Euro die alljährliche Samenpostkarte der Stiftung bestellen. Im traditionellen Kalender für vier Euro sind neben Fotos der Blume des Jahres auch andere Pflanzen und Landschaften abgebildet. (epd)

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