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Erstmals Tarifvertrag für Dresdner Chipfabrik X-Fab

Für Sachsens drittgrößte Mikrochipfabrik hat die Chemiegewerkschaft den ersten Tarifvertrag abgeschlossen. Anderswo wird schon lange diskutiert.

Vor dem Eingang zur X-Fab in Dresden: Beschäftigte und Vertreter der Gewerkschaft IG BCE freuen sich über den ersten Tarifabschluss für das Mikrochipwerk mit 500 Beschäftigten.
Vor dem Eingang zur X-Fab in Dresden: Beschäftigte und Vertreter der Gewerkschaft IG BCE freuen sich über den ersten Tarifabschluss für das Mikrochipwerk mit 500 Beschäftigten. © Foto: IG BCE

Dresden. Warnstreiks bei Globalfoundries, aber Einigung bei X-Fab: In Sachsens drittgrößter Mikrochipfabrik ist ein Tarifvertrag vereinbart worden. Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) teilte am Dienstag mit, der Vertrag bei X-Fab Dresden trete zum April in Kraft. Dort arbeiten rund 500 Beschäftigte. Mit dem Vertrag sind die Verhandlungen nicht beendet.

Nun stehe noch eine "Mammutaufgabe" bevor, sagte Betriebsrat Andreas Urbenz, der Mitglied der Tarifkommission ist. Im kommenden Quartal müssten alle Kollegen passend zum Tarifvertrag eingruppiert werden. Der Vertrag bedeute Lohnsteigerungen "von bis zu zehn Prozent", sagte Norbert Winter, Verhandlungsführer der Chemiegewerkschaft.

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Die IG BCE hatte sich vor Jahren mit der IG Metall darauf geeinigt, dass sie für X-Fab sowie für Dresdens größte Chipfabrik Globalfoundries zuständig ist. Für Infineon dagegen mit 2.800 Beschäftigten in Dresden ist die IG Metall zuständig, weil das Unternehmen aus dem Siemens-Konzern hervorgegangen ist.

Anfang Juni hatten die Tarifverhandlungen bei X-Fab begonnen. Im Dezember wurde vereinbart, dass auch Weihnachtsgeld und Altersvorsorge tariflich geregelt sind. Bei Globalfoundries mit 3.400 Beschäftigten in Dresden dagegen kam es trotz einer Warnstreikwelle der Gewerkschaft nicht zu Tarifverhandlungen. Das Unternehmen mit Konzernsitz in den USA betonte, zwar mit Betriebsräten in der Firma, aber nicht mit Gewerkschaften verhandeln zu wollen. Gespräche auf Führungsebene wurden dennoch angekündigt.

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Der Konzern X-Fab ging 1989 aus Teilen des ehemaligen DDR-Halbleiter-Kombinats VEB Mikroelektronik Karl Marx hervor. Die Verwaltung sitzt in Erfurt, die Aktien sind im Börsenhandel. X-Fab betreibt sechs Fabs in vier Staaten, die im Auftrag anderer Firmen Mikrochips herstellen. Autozulieferer sind wichtige Kunden. Die X-Fab-Fabrik in Dresden gehörte früher zu ZMD Zentrum Mikroelektronik Dresden, bis dieses Unternehmen keine eigene Produktion mehr betreiben wollte. Für X-Fab in Erfurt und Itzehoe hat die IG BCE schon Tarifverträge abgeschlossen.

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