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Ü60-Jungunternehmerin bäckt glutenfrei: Das ist Brotgefuehle

Als sie 2014 erfuhr, dass sie an Glutenunverträglichkeit leidet, fasste Martina Faßbender nicht nur den Entschluss, ihre Ernährung umzustellen. Die heute 65-Jährige sattelte auch beruflich um.

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Martina Faßbender bäckt glutenfreie Biobrote und verkauft sie in ihrem kleinen Laden in der Innenstadt von Leipzig.
Martina Faßbender bäckt glutenfreie Biobrote und verkauft sie in ihrem kleinen Laden in der Innenstadt von Leipzig. © PICTURE POINT / K. Dölitzsch

Von Andreas Dunte

Leipzig. Ihre Brote heißen Waltraud und Hilde. Den Brownie nennt sie Heinrich und das Marzipangebäck Werner. Sie könnte sich eigentlich zur Ruhe setzen. Doch Martina Faßbender ist lieber noch einmal durchgestartet. Mit einem Augenzwinkern nennt sie sich selbst eine Ü60-Jungunternehmerin. Auslöser war, dass ihr der Arzt Glutenunverträglichkeit bescheinigt hat.

Danach krempelte sie ihr Leben um – nicht nur die Ernährung, sondern auch gleich den Beruf. Sie absolvierte eine Prüfung für glutenfreies Backen, bekam eine Sondergenehmigung als Quereinsteigerin, ließ sich gleich doppelt zertifizieren – als "Bio" und als glutenfreie Bäckerei und Patisserie, anerkannt von der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft.

Vor drei Jahren zog sie gemeinsam mit ihrem Mann von Frankfurt/Main nach Leipzig und legte mit dem Start-up Brotgefuehle – glutenfreie, vegane Bio-Backmanufaktur los. "Ich bediene keinen Nischenmarkt, sondern spreche eine Konsumentengruppe von rund 30 Prozent der Gesamtbevölkerung an." So groß sei der Kreis der Allergiegeplagten. Der Umsatz in dem Marktsegment liege bei weltweit über 5,5 Milliarden Euro.

Ihren Erfolg erklärt die Unternehmerin mit dem Gefühl für gutes Brot. Auch glutenfreie vegane Produkte können vollwertig sein, intensiv und frisch schmecken, sagt sie. Für Fans ihrer Brote, die nicht nach Leipzig kommen können, hat sie die Backmischungen "Fraeulein" für den heimischen Ofen kreiert. Der Kundenkreis wachse von Woche zu Woche. Schön wäre es, wenn die Geschäftsidee auch in anderen Großstädte Fuß fassen könnte, sagt die Jungunternehmerin. Mit einem Investor im Rücken würde sie diesen Schritt gehen. Aber auch Lizenznehmer seien willkommen.