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Wie die App zum Busfahren funktioniert

Ganz unkompliziert seien die Fahrten mit Bus und Bahn mit der Fairtiq-App, verspricht der Verkehrsverbund Oberelbe. Sächsische.de hat das einmal ausprobiert.

Einfach soll das Bus- und Bahnfahren mit der neuen App funktioneren, ganz ohne dass man sich um Tarifzonen und andere Details kümmern muss.
Einfach soll das Bus- und Bahnfahren mit der neuen App funktioneren, ganz ohne dass man sich um Tarifzonen und andere Details kümmern muss. © Karl-Ludwig Oberthuer

Der Verkehrsverbund Oberelbe hat sich dem Programm eines Schweizer Herstellers angeschlossen, das verspricht, immer das passende Ticket zu berechnen. So erklärt sich auch der Name „Fairtiq“. Sächsische-Reporter Franz Herz hat sie, so wie 500 andere bisher auch, runtergeladen und erzählt seine ersten Erfahrungen.

Beim ersten Start muss ich mich erst einmal anmelden. Name, Adresse und sogar Geburtsdatum will das Programm wissen. Was geht die mein Geburtstag an, denke ich misstrauisch. Zwei Tage später gibt es eine Antwort, die mich überzeugt.

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Am nächsten Morgen, Dienstag vergangener Woche, steige ich in Glashütte in den Bus nach Dippoldiswalde. Wie versprochen, wische ich einen grünen Startknopf auf dem Bildschirm zur Seite und bekomme einen QR-Code angezeigt, den die Scannerkasse beim Busfahrer problemlos als Fahrschein akzeptiert. Beim Aussteigen wische ich wieder zurück. Fairtiq weiß jetzt, dass meine Fahrt beendet ist. Wenig später bekomme ich eine Info, dass ich für 4,50 Euro durch zwei Zonen gefahren bin. Am nächsten Morgen erhalte ich eine Quittungsmail. Zwei Tage später ist der korrekte Betrag vom Konto abgebucht.

Wenn der Mensch nicht aufpasst

Wenn das so einfach ist, können wir das gleich wiederholen. Am Mittwoch hakt aber die Kasse beim Busfahrer. Das ist aber ein bekanntes Problem mit dieser einen Kasse. „In dem roten Bus hier funktioniert es nie“, sagt der Fahrer. Er wirft noch einen Blick auf mein Smartphone und winkt mich durch. Auch das  Handyticket-System, mit dem ich sonst meine Busfahrten bezahle, hat in diesem Bus nur Probleme.

Das ist ein Technikproblem. Ich will auch wissen, was passiert, wenn der Mensch nicht aufpasst. Also lasse ich die Fahrt zu Ende gehen, ohne das bei Fairtiq anzuzeigen. Erst zweieinhalb Stunden später, das normale Ticket wäre inzwischen abgelaufen, beende ich die Fahrt absichtlich schusselig. Und prompt zeigt mir das System eine Fahrt für acht Euro an, das wäre eine Tageskarte. Aber, und hier kommt mein Geburtsdatum ins Spiel, zum Seniorenpreis. Denn seit meinem 60. Geburtstag darf ich mit einer Tageskarte zum ermäßigten Tarif fahren.

Julian macht seine Arbeit gut

Aber ich bin eigentlich kurz nach acht schon am Dippser Busbahnhof ausgestiegen. Dafür benötige ich keine Tageskarte, nichtmal mit Seniorenermäßigung. In solchen Fällen sollte Fairtiq eine Erinnerung schicken. Solche Funktionen mag ich aber nicht und habe sie am Handy abgeschaltet. Wenn ich regelmäßig Fairtiq nutze, sollte ich sie wohl aktivieren. 

Noch ist aber gar nichts passiert. Fairtiq hat ja eine eigene Funktion für Problemfälle. Unter den Daten zur Fahrt steht „Ein Problem mit dieser Reise melden“. Das tue ich jetzt, und bekomme prompt eine Antwort von Julian, "Verantwortlicher Kundendienst" bei Fairtiq, dass mein Anliegen eingegangen ist. Bei jungen Computerfirmen haben ja alle nur einen Vornamen. Ich frage mich, ob Julian ein Mensch und nur ein Computerprogramm ist. Egal, seine Arbeit macht er gut. 

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