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Pirna: Tausende Haushalte erneut ohne Warmwasser

Die Stadtwerke Pirna reparieren verschlissene Teile am Fernwärmenetz auf dem Sonnenstein. Die Versorgung wird für knapp fünf Tage unterbrochen.

Warmwasser aus dem Wasserhahn: Tausende Pirnaer Haushalte müssen knapp eine Woche darauf verzichten.
Warmwasser aus dem Wasserhahn: Tausende Pirnaer Haushalte müssen knapp eine Woche darauf verzichten. © dpa-Zentralbild

Die letzte Unterbrechung der Versorgung ist noch nicht lange her: Anfang Juni dieses Jahres mussten Tausende Pirnaer eine Woche lang auf Warmwasser und Fernwärme verzichten, weil die Stadtwerke Pirna dringende und unaufschiebbare Arbeiten am Heizkraftwerk Sonnenstein sowie dem Leitungsnetz erledigen mussten.

Bei dem Vorhaben tauchte jedoch neues Ungemach auf, sodass jetzt ein neuer Einschnitt bevorsteht: Die Versorgung mit Warmwasser und Fernwärme wird vom 9. August, 7 Uhr, bis zum 13. August, gegen 16 Uhr, abermals unterbrochen.

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Laut der Stadtwerke sind davon rund 5.000 Haushalte im linkselbischen Stadtgebiet betroffen, die über das Heizkraftwerk Sonnenstein und das daran angeschlossene Leitungsnetz versorgt werden.

Auf das rechtselbische Gebiet wirkt sich die Abschaltung nicht aus.

Rohrnetz muss dringend erneuert werden

Nach Aussage der Stadtwerke seien bereits alle betroffenen Bewohner informiert worden. Um die Einschränkungen gering zu halten, habe man die dringend notwendigen Arbeiten in die gewöhnlich heizfreien Sommermonate gelegt.

Der Grund für den neuerlichen Versorgungsengpass: Bei den Arbeiten im zurückliegenden Bauabschnitt entdeckten die Fachleute einige verschlissene Absperrkappen, Armaturen und Leitungen.

"Das Netz auf dem Sonnenstein ist rund 60 Jahre alt und muss dringend erneuert werden", sagt Rico Eglin, Leiter der Abteilung Fernwärme bei den Stadtwerken. Denn nur moderne Technik gewährleiste eine hohe Versorgungssicherheit.

System muss entleert und befüllt werden

Aufgrund der heißen Wassertemperaturen und des hohen Drucks in den Rohren können die Handwerker nur an leeren Leitungen schweißen.

Laut der Stadtwerke nehme es aber viel Zeit in Anspruch, das Leitungssystem zu entleeren und wieder zu befüllen. Nach Auskunft von Rico Eglin könne es insgesamt bis zu drei Tage dauern, das System außer Betrieb zu nehmen und anschließend wieder hochzufahren.

Zugleich nutzen die Stadtwerke die versorgungsfreie Zeit dafür, die neue Fernwärmehauptleitung zwischen der Struppener Straße und der Rudolf-Breitscheid-Straße im Bereich der Prof.-Joliot-Curie-Straße einzubinden.

Neue Bauteile fürs Heizkraftwerk

Die aufwendigen und umfangreichen Arbeiten, um das Fernwärmenetz auf dem Sonnenstein zu erneuern, hatten Ende Mai begonnen.

So ließen die Stadtwerke im Heizkraftwerk an der Herbert-Liebsch-Straße - seit fast 30 Jahren in Betrieb - wichtige Bauteile austauschen. Ebenso überprüften, warteten und testeten die Handwerke die Brandmeldeanlage und spielten eine neue Software auf.

Überdies bauten die Arbeiter neue Absperrarmaturen in die Wärmespeicher ein. Diese Speicher haben einen Wasserinhalt von 400 Kubikmeter und können Wärme für etwa vier Stunden liefern, sollte das Heizkraftwerk einmal ausfallen.

Unweit des Heizkraftwerkes setzten sich die Arbeiten fort. Die Stadt lässt derzeit die Herbert-Liebsch-Straße sanieren, alle möglichen Versorgungsleitungen werden dabei gleich mit verlegt, um die Trasse in den kommenden Jahren nicht gleich wieder aufgraben zu müssen.

Die Stadtwerke verlegten dort einen zweiten Hauptleitungsanschluss für den Sonnenstein. Fertiggestellt wird er aber erst, wenn die Stadt die Struppener Straße saniert - was aber noch einige Jahre dauert.

Diese Leitung soll später einmal bis zum Varkausring führen. Mit ihr entsteht eine zweite Versorgungsmöglichkeit - für den Fall einer anderweitigen Unterbrechung.

Komplexes Vorhaben für vier Millionen Euro

Darüber hinaus erneuern die Stadtwerke die Fernwärmetrasse auf der Prof.-Joliot-Curie-Straße. Ziel laut Eglin sei es, die gesamte alte Leitung, die aus den 1970er Jahren stammt, zwischen dem Bauwerk am Aldi-Markt an der Struppener Straße und der ehemaligen Wärmeübertragungsstation an der Julius-Fucik-Straße schrittweise auszutauschen.

Das erste Teilstück geht bis zur Kreuzung Rudolf-Breitscheid-Straße und bindet zugleich die Häuser im Wohnquartier "Rosengarten" an.

Sämtliche Arbeiten, bei denen die Rohre gewechselt werden, sind Teil eines Komplexvorhabens, bei dem insgesamt 4,1 Kilometer Rohrleitungen ausgetauscht werden.

Die Stadtwerke wollen damit die Netzverluste um sieben Prozent senken. Das Rohraustausch-Programm auf dem Sonnenstein kostet nach Angaben des Unternehmens insgesamt vier Millionen Euro und wird zu 55 Prozent vom Land gefördert.

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