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Wer ist die AG Dialog?

Die Zittauer wollen verschiedene Meinungen diskutieren. Corona ist dabei ein großes Thema. Nun geriet die AG wegen der Aussage des Klinikchefs in den Fokus.

Anne Knüvener mit dem Flyer-Bild von der letzten Veranstaltung der AG Dialog.
Anne Knüvener mit dem Flyer-Bild von der letzten Veranstaltung der AG Dialog. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Es war eine rege Diskussion an jenem Abend, aber eine Aussage ist vor allem hängen geblieben: Das Zittauer Klinikum müsste erstmals die Triage anwenden. Mit diesen Worten hatte Klinikdirektor Dr. Matthias Mengel für großen Wirbel gesorgt. TV-Sender und Zeitungen aus der ganzen Republik berichteten darüber. In den Fokus gerieten damit auch die Organisatoren der Online-Diskussion: die Zittauer Arbeitsgruppe Dialog.

Die Gruppe gründete sich im Herbst 2019 auf einer Veranstaltung der "Partnerschaft für Demokratie der Stadt Zittau". Den Initiatoren ging es vor allem darum, miteinander ins Gespräch zu kommen, was sich in der Stadt Zittau verändern müsste. Denn darüber, so der Eindruck, sind die Meinungen in der Bevölkerung sehr unterschiedlich. Das wurde gerade bei den Diskussionen in den sozialen Netzwerken deutlich. "Wir wollen diese verschiedenen Perspektiven zusammenbringen", erklärt Anne Knüvener von der AG Dialog, die auch Koordinatorin der Zittauer Partnerschaft für Demokratie ist.

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Das gilt gleichermaßen für Corona-Befürworter und Corona-Kritiker. Den beiden Lagern die Möglichkeit zu geben, in der realen Welt gemeinsam zu diskutieren, war dann das Ziel der ersten von der AG organisierten Veranstaltung im Zittauer Volkshaus. Überlegungen, solche Runden zu organisieren, gab es bereits von mehreren Seiten. "Wir haben überlegt, ob wir nicht eine gemeinsame Veranstaltung auf die Beine stellen können", sagt Anne Knüvener.

Keine Eintagsfliege

Den anderen Mitstreitern der AG Dialog ist bewusst, dass eine einzige Veranstaltung nicht die Kultur des Miteinanders verändern kann. Vielmehr brauche es regelmäßige Dialoge.

Zurzeit dränge sich vor allem ein Thema auf: Corona. Dadurch habe sich die Spaltung und Polarisierung in der Bevölkerung noch mal verändert, findet Anne Knüvener. "Wir haben eine gewisse Sprachlosigkeit festgestellt", sagt sie. "Es fehlt einem viel Wissen, um fundiert diskutieren zu können." Daraus entstand die Idee, bei einem Online-Podium Fachleute zu Wort kommen zu lassen, angefangen beim Klinikdirektor bis hin zum Citymanager, der die Seite des Handels erläutert.

Die Aussage sei von Dr. Mengel bewusst gemacht worden, meinen die AG-Mitglieder. Er wollte aufrütteln. So ähnlich sah es auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, der die Worte als einen Hilferuf bezeichnete. Der Klinikdirektor selbst wollte sich später nicht mehr äußern.

Eine Initiative von unten

Derzeit berät die Arbeitsgruppe, wie es weitergehen kann. Konkrete Termine oder Themen gebe es noch nicht, erklärt Anne Knüvener. Möglich sei deshalb auch, dass noch mal über Corona diskutiert wird. Aber es gebe auch andere Ideen, so könnte man mit den Stadträten darüber ins Gespräch kommen, wie wir in Zittau künftig leben wollen.

"Das eindrucksvolle an der AG ist, dass es eine Initiative von unten ist, dass wir gemeinsam Dinge auf die Beine stellen, die wir nie für möglich gehalten haben", findet Anne Knüvener und fügt hinzu: "Das alles geht aber nur, weil sich viele mit ihren Ideen, Kontakten und ihrem Know-how einbringen. Uns vereint, dass wir daran glauben, dass wir durch Dialog einer Polarisierung in unserer Stadt entgegen wirken können."

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