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Zittau: Grünes Licht für neues Forschungszentrum

Der Stadtrat hat die Planung für einen Neubau des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums angeschoben. Was die Forscher vorhaben.

Da soll es gebaut werden, das neueste Forschungsinstitut des Deutsche Zentrums für Luft- und Raumfahrt.
Da soll es gebaut werden, das neueste Forschungsinstitut des Deutsche Zentrums für Luft- und Raumfahrt. © Matthias Weber (Archiv)

Der erste Schritt für den Neubau eines weiteren Forschungszentrums in Zittau ist gegangen: Einstimmig hat der Stadtrat am Donnerstag dem Antrag des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums auf die Erstellung eines Bebauungsplanes für das ins Auge gefasste Gelände in Zittau-Süd stattgegeben. "Der Flächennutzungsplan der Großen Kreisstadt Zittau stellt den vorgesehenen Geltungsbereich des Bebauungsplanes als Sondergebiet Schulen/Hochschule/Verwaltung dar", heißt es in der Beschlussvorlage. "Das Planungsziel des Bebauungsplanes ist die Ausweisung eines Sondergebietes mit der Zweckbestimmung Forschungseinrichtung des DLR." Die Kosten dafür trägt das DLR als Bauherr.

Während der Stadtratssitzung stellte Karin Eichentopf, Leiterin Administration und Infrastruktur des DLR aus Berlin, den bisherigen Stand der Ansiedlung vor:

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Was will das DLR bauen?

Eine Kombination aus Forschungshalle und Bürotrakt, die geschätzt mindestens so groß wie das Fraunhofer-Technikum am Stadtring wird. Viel tiefer ließ sich Karin Eichentopf öffentlich noch nicht in die Karten gucken. Details wie das genaue Aussehen der Immobilie ständen erst nach der Planung fest, sagte sie im Stadtrat. Auch über die Kosten ist bisher nichts Genaues bekannt. Klar aber ist, dass viele Millionen Euro verbaut werden müssen. Ziel ist die Fertigstellung 2025.

Warum will das DLR auf dieser Fläche bauen?

Das Forschungszentrum soll im Viereck Hain-, Friedrich-Schneider und Schrammstraße entstehen, jeweils hinter den bestehenden Wohn- beziehungsweise Hochschulgebäuden. An der Ostseite grenzt das Areal an die Fläche, auf der einst die Studentenwohnheime A, B, C standen. Auf dem Gelände ist genug Platz für den Bau und eine eventuelle spätere Erweiterung. Es liegt nahe am Hochschulcampus und - was dem DLR auch wichtig ist - zu Mensa und Bibliothek. Eine Machbarkeitsstudie hat ergeben, dass die Fläche prinzipiell den Anforderungen entspricht und für den Neubau geeignet ist.

Mit Blick auf das Jugendhaus Villa und die Rückseite der Landerhalle an der Hochwaldstraße soll das Forschungszentrum entstehen.
Mit Blick auf das Jugendhaus Villa und die Rückseite der Landerhalle an der Hochwaldstraße soll das Forschungszentrum entstehen. © Rafael Sampedro

Warum nutzt das DLR nicht vorhandene Gebäude?

Das DLR hat sich verschiedene Immobilien angesehen, aber als ungeeignet eingeschätzt und sich deshalb für den Neubau entschieden. Diese Gebäude und Flächen standen unter anderem zur Auswahl:

  • Mandauhöfe: baustatisch ungeeignet, Decken zu niedrig
  • Ehemalige Stempelfabrik, Zirkusallee: gänzlich ungeeignet
  • Martin-Wehnert-Platz: mögliche Verrußung und Erschütterungen durch die Schmalspurbahn; Zentrum hätte auf beiden Seiten der Friedensstraße errichtet und damit geteilt werden müssen
  • Baugewerkeschule: nur Büros möglich, Forschungshalle hätte an anderem Standort errichtet werden müssen
  • Mandaukaserne: nur Büros möglich, Forschungshalle hätte an anderem Standort errichtet werden müssen
  • Robur: zu weit vom Hochschulcampus entfernt, Sanierung zu teuer und unklar, ob die Anforderungen des DLR überhaupt erfüllt werden könnten

Was will das DLR in Zittau erforschen?

In Zittau arbeitet das 2019 gegründete DLR-Institut für CO2-arme Industrieprozesse, das einen zweiten Standort in Cottbus hat. Die Forscher wollen der Industrie Lösungen beim Thema "Energiewende" anbieten und damit der Lausitz beim Strukturwandel helfen. Die Forscher untersuchen, wie der Schadstoffausstoß verringert werden und welche alternativen Methoden es zur Erzeugung und Speicherung von Energie geben könnte. Dabei arbeitet das DLR eng mit der Hochschule - die wegen ihrer Energie-Kompetenz der Hauptgrund für die Ansiedlung des Instituts in Zittau war - zusammen. Auch Partner aus der Industrie wie Siemens und BASF sind schon an Bord.

Beginnt die Forschung erst 2025?

Nein. Das Institut hat 2019 in Zittau mit drei Mitarbeitern begonnen. Derzeit sind es rund 20. Sie sitzen in Büroräumen des Hauses VII der Hochschule im Armeegebiet und betreiben in Olbersdorf eine Forschungshalle. Im Sommer wollen sie in die Mandauhöfe umziehen. Nach Angaben von Karin Eichentopf wächst die Mannschaft dann auf 50 an. Nach der Einweihung des neuen Forschungszentrums sollen es 60 sein, je zu einem Drittel von Bund, Land und Auftraggebern der Forschung bezahlt. Institutsleiter Prof. Uwe Riedel geht sogar davon aus, dass es bis zu 80 werden könnten.

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