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Weihnachten bei Zittaus Shopping-Königen

Sabine Schmidt und ihr Verlobter Lukasz Witkowski feiern das Fest anders als ihre Nachbarn. Traditionen spielen dabei eine wichtige Rolle.

Auch der Weihnachtsbaum ist nachhaltig - er ist aus Holzstücken gestaltet.
Auch der Weihnachtsbaum ist nachhaltig - er ist aus Holzstücken gestaltet. © privat

Mit der Gans ist das so eine Sache. Wo bekommt man am Heiligabend in Zittau einen Festtagsbraten her, wenn man nicht selber kochen will? Vor dieser Frage standen auch Sabine Schmidt und ihr Verlobter Lukasz Witkowski, die durch ihren Gewinn bei der 1.000-Euro-Gutschein-Aktion als Zittaus Shopping-Könige bekannt sind. Alle Gaststätten, die sie kontaktieren, haben am Heiligabend Betriebsruhe und liefern keine Speisen aus.

Auf den Festtagsbraten müssen sie dennoch nicht verzichten. Bei der Fleischerei Kummer können sie ihn vormittags abholen. "Klöße und Rotkraut machen wir zuhause", erzählt die 31-Jährige. Notfalls hätten sie auch alles selber kochen können. Für Sabine Schmidt ist das aber keine wirkliche Alternative. Denn der 24. Dezember ist gleichzeitig ihr Geburtstag - und deshalb soll niemand zu lange in der Küche stehen.

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Am 24. Dezember wird traditionell Gans serviert.
Am 24. Dezember wird traditionell Gans serviert. © privat

Dass es schon am Heiligabend Gans gibt, ist in der Oberlausitz ungewöhnlich. Hier kommen eher Bratwurst mit Kartoffelmus und Sauerkraut oder Wiener Würstchen mit Kartoffelsalat auf den Tisch. Auch in Polen, Lukasz' Heimatland, ist der Gänsebraten am 24. Dezember nicht typisch. Die Polen essen an diesem Tag gern leichte Speisen wie Suppen oder Fisch.

Laut einer Umfrage gibt es nur bei sechs Prozent der deutschen am Heiligabend Gans. Zu diesen sechs Prozent gehören Sabine und Lukasz. Das hat mit einer alten Familientradition zu tun. Bei den Großeltern wurde früher immer Gans am 24. Dezember serviert, erinnert sich die 31-Jährige. Ihr Opa stammt aus dem Erzgebirge und brachte diesen Brauch von dort mit. Diese Tradition wollen die jungen Leute fortführen.

Mit Großeltern feiern

Zu den familiären Gepflogenheiten gehört ebenfalls, dass am 24. Dezember Sabines Geburtstag am Vormittag und Weihnachten am Nachmittag gefeiert wird. Und am ersten Weihnachtsfeiertag geht es gleich weiter - dann hat ihr Opa Geburtstag. "Wir feiern von einem Geburtstag in den anderen und nebenbei noch Weihnachten", schmunzelt Sabine Schmidt.

In diesem Jahr fällt coronabedingt natürlich alles etwas kleiner aus. Gefeiert wird nur mit den Großeltern, die beide bald 88 sind und im selben Haus wohnen, und Sabines Mutter. Die Schwester reist diesmal nicht aus Dippoldiswalde an.

Auch mit Lukasz' Eltern werden sie nur telefonieren. Zusammen Weihnachten zu feiern, war schon in den vergangenen Jahren schwierig. Denn Lukasz' Eltern lebten bis vor einigen Monaten in Kanada, sind erst dieses Jahr nach Polen zurückgekehrt. Allein bleiben müssen sie dort aber nicht, der Rest von Lukasz' Familie wohnt im Umfeld.

Auf die Traditionen aus seiner Heimat muss Lukasz Witkowski aber nicht verzichten. "Wir versuchen alles reinzubringen, damit jeder sein typisches Weihnachtsgefühl hat", meint Sabine Schmidt. Dazu gehört auch, dass die Eltern eine Oblate bekommen, die vor dem Abendessen gebrochen wird.

Um Geschenke würfeln

Vor dem Gänsebraten werden sie auch die Geschenke verteilen - auch wegen ihrer kleinen Tochter Zoey. Die Präsente werden aber nicht einfach nur übergeben, die Familienmitglieder würfeln um sie. Wer eine Sechs hat, erhält ein Geschenk. Öffnen darf er es, wenn er eine Drei würfelt. "Wir wollen ein kleines Event daraus machen", sagt Sabine Schmidt. Die Beschenkten schätzen ihre Präsente dann ein bisschen mehr.

Die Geschenke selbst verpacken sie nachhaltig. Das heißt, es wird bei ihnen kein typisches glitzerndes Geschenkpapier verwendet, sondern alte Zeitungen, Füllmaterial aus Paketen oder Geschenktüten der vergangenen Jahre. Dekoriert werden die Geschenke mit Naturmaterialien sowie Juteseil anstelle von Geschenkband. "Das machen wir nicht nur bei unseren eigenen Geschenken so, sondern auch denen für die Familie", berichtet die 31-Jährige.

Die Weihnachtsdekoration ist für Sabine und Lukasz ganz wichtig.
Die Weihnachtsdekoration ist für Sabine und Lukasz ganz wichtig. © privat
Überall hängen Lichterketten, es leuchtet und strahlt.
Überall hängen Lichterketten, es leuchtet und strahlt. © privat
Natürlich dürfen auch Herrnhuter Sterne nicht fehlen.
Natürlich dürfen auch Herrnhuter Sterne nicht fehlen. © privat

Nachhaltig zu leben, ist der kleinen Familie seit ihrem mehrjährigen Aufenthalt in Mexiko wichtig. Auch ihr Weihnachtsbaum ist nachhaltig, er wurde aus Holzresten zusammengebastelt. Ein ähnliches Exemplar hatte Sabine Schmidt im Internet entdeckt. Es wäre doch cool, auch so einen Baum zu haben, dachte sie sich. Lukasz hatte dann nachts heimlich den Baum gestaltet und seine Familie am nächsten Tag damit überrascht. Nun wird er jedes Jahr wieder aus der Kiste im Keller geholt und eine Woche vor Heiligabend geschmückt.

Überhaupt ist Zittaus Shopping-Königen das Dekorieren der Wohnung und des Gartens in der Weihnachtszeit sehr wichtig. Überall leuchten bunte Lichterketten oder Sterne, natürlich auch mehrere Herrnhuter. Dabei orientieren sie sich weder an deutschen noch an polnischen Traditionen, sondern vielmehr an Bräuchen aus Nordamerika, wo die Häuser ebenfalls reichhaltig geschmückt werden. Lukasz kennt sie aus eigener Erfahrung, er wuchs in Kanada auf.

Jedes Jahr können es die beiden kaum erwarten, zu schmücken. Erst kurz vor dem Fest zu dekorieren, ist nichts für sie. "Dann ist die Freude an den Lichtern ja viel zu kurz", findet Sabine Schmidt.

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