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Hillersche Villa und ihr Chef trennen sich

Das soziokulturelle Zentrum in Zittau sucht nun einen Nachfolger für Jens Hommel - der andere Ansichten als der Vereinsvorstand hat.

Jens Hommel (links) hat nach sechs Jahren die Hillersche Villa verlassen, bis ein Nachfolger gefunden ist, übernimmt Thomas Pilz (rechts) die Geschäftsleitung.
Jens Hommel (links) hat nach sechs Jahren die Hillersche Villa verlassen, bis ein Nachfolger gefunden ist, übernimmt Thomas Pilz (rechts) die Geschäftsleitung. ©  Repro: SZ

Nach sechs Jahren trennen sich die Wege von Geschäftsführer Jens Hommel und der Hillerschen Villa. Eine Presseinformation mit acht Zeilen ist das dem soziokulturellen Zentrum wert. Auch wenn die Mitteilung kurz gehalten ist, so wird doch in den wenigen Worten deutlich, warum es zu dem für die Öffentlichkeit überraschenden Abschied des Geschäftsführers kam. Zwischen ihm und dem Vorstand habe es differierende Ansichten über die weitere Zukunft des soziokulturellen Zentrums gegeben, heißt es.

Kurz vor Jahresbeginn haben die Hillersche Villa und ihr Geschäftsführer die Aufhebung des Arbeitsverhältnisses beschlossen. Einvernehmlich, heißt es in der jetzigen Presseinformation. Mehr will der Vereinsvorstand dazu nicht sagen.

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2015 hatte Hommel die Geschäftsführung von Bernd Stracke übernommen. Stracke gab damals nach gerade mal drei Jahren aus persönlichen Gründen die Aufgabe ab. Auch Strackes Abschied kam für einige überraschend. Es gab Vermutungen, dass sein Rückzug mit Konflikten innerhalb des soziokulturellen Zentrums zu tun hatte. Dem war Stracke aber entgegengetreten und hatte erklärt, die Hillersche Villa nicht im Groll zu verlassen.

Sein Nachfolger Jens Hommel hatte seinen ersten Kontakt mit der Hillerschen Villa, die sich damals noch Multikulturelles Zentrum (Muk) nannte, schon 1992. Hommel leitete dann 15 Jahre ein Bildungswerk. Anschließend war er als freiberuflicher Projektmanager auch mehrfach in Zittau tätig, verantwortete 2012 beispielsweise das Fastentuchprojekt und war Kurator der "Phänomenal!"-Ausstellung.

Inhaltlich und organisatorisch weiterentwickelt

Nach seinem Einstieg bei der Hillerschen Villa kündigte Hommel an, alle Arbeitsbereiche genauer unter die Lupe zu nehmen. Der Umbau des Haupthauses am Klieneberger Platz und die damit verbundene Zentralisierung der Angebote, war ein erstes Ergebnis dieses Prozesses. Die Geschäftsführung zog von der Hillerschen Villa in die Räume über dem Kronenkino an der Äußeren Weberstraße. Unter Hommels Geschäftsführung wurde ebenso das Kino auf Vordermann gebracht und das Café Jolesch modernisiert.

Jens Hommel habe die Hillersche Villa inhaltlich und organisatorisch weiterentwickelt, lobt ihn der Vorstand zum Abschied. Er habe eine Menge angestoßen, findet Friedemann Herbig, Vorsitzender des Hillersche Villa-Vereins, und nennt als Beispiel das Mehrgenerationenhaus. Doch über das "wie weiter" gab es unterschiedliche Ansichten, die nun zur Trennung geführt haben.

Die Zeit, in der ein neuer Geschäftsführer gesucht wird, soll laut Herbig auch genutzt werden, um zu schauen, ob es Veränderungen in der Führungsstruktur brauche.

Bis ein neuer Geschäftsführer gefunden ist, übernimmt übergangsweise Thomas Pilz deren Leitung. Der Mittelherwigsdorfer baute das Multikulturelle Zentrum in den frühen 1990er Jahren mit auf und leitete es schon mal lange. Es ist eine schwierige Zeit, in der er nun einspringt und erneut die Leitung übernimmt. Aufgrund des Corona-Lockdowns finden seit November keine Veranstaltungen, Kurse und Werkstätten in der Hillerschen Villa statt. Noch ist nicht absehbar, ab wann das wieder möglich ist.

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