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Phänomen ist gerettet

Ein Freitaler Unternehmen hat jetzt in Zittau genau das gefunden, was ihm fehlte.

Steffen Wolf, Mitarbeiter der Qualitätssicherung bei Phänomen in Zittau (sitzend) zeigt FMA-Geschäftsführer Ralf Stirl und dem kaufmännischen Leiter Thomas Thiem (stehend von rechts), wie die Produktqualität geprüft wird.
Steffen Wolf, Mitarbeiter der Qualitätssicherung bei Phänomen in Zittau (sitzend) zeigt FMA-Geschäftsführer Ralf Stirl und dem kaufmännischen Leiter Thomas Thiem (stehend von rechts), wie die Produktqualität geprüft wird. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Es geht wieder aufwärts für die Mitarbeiter der ehemaligen Phänomen Maschinen- und Vorrichtungsbau GmbH in Zittau. Das Unternehmen war als Niederlassung der BMS - Stahlbau GmbH aus Hagenwerder in diesem Jahr von deren Insolvenz betroffen, wurde aber durch die FMA – Freitaler Metall- und Anlagenbau GmbH - im Rahmen einer sogenannten übertragenden Sanierung übernommen.

Von den 26 Mitarbeitern war die Firma mit dem traditionsreichen Namen Phänomen aber zuletzt bereits auf 19 geschrumpft. Jetzt gibt es für sie und wahrscheinlich weitere Kollegen wieder eine Perspektive am Firmenstandort in der Gerhart-Hauptmann-Straße 17b im ehemaligen Robur-Gelände.

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Die neue Firmenbezeichnung "Phänomen - Niederlassung der FMA - Freitaler Metall- und Anlagenbau  GmbH" steht schon am Eingangstor an der Gerhart-Hauptmann-Straße in Zittau. 
Die neue Firmenbezeichnung "Phänomen - Niederlassung der FMA - Freitaler Metall- und Anlagenbau  GmbH" steht schon am Eingangstor an der Gerhart-Hauptmann-Straße in Zittau.  © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de
Der Geschäftsführer der Freitaler Metall- und Anlagenbau (FMA) GmbH, Ralf Stirl.
Der Geschäftsführer der Freitaler Metall- und Anlagenbau (FMA) GmbH, Ralf Stirl. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Die Freitaler Metall- und Anlagenbau GmbH hat Phänomen aus der Insolvenzmasse herausgekauft. "Wir fahren die Produktion so weiter, wie bisher, werden aber das Programm- und Kundenspektrum in Zittau und dem Umland weiter ausbauen", berichtet FMA-Geschäftsführer Ralf Stirl.

Das Freitaler Stahlbau-Unternehmen hat sich unter anderem auf den Bau von großen Behältern, Apparaten und auf Schweißkonstruktionen spezialisiert. Bei ihm werden aber auch Industrie-Krananlagen gebaut, repariert und gewartet. "Wir bauen sozusagen große Produkte in kleinen Stückzahlen", schildert der Geschäftsführer.

Oftmals wird ein Teil, dass bis zu zehn Tonnen wiegen kann, nur als Einzelstück gefertigt. Die großen Schweißbaugruppen müssen meistens noch mechanisch bearbeitet werden. Bisher hat die Freitaler Metall- und Anlagenbau GmbH damit immer Fremdfirmen beauftragt. Das ist nun mit der Phänomen-Niederlassung in Zittau nicht mehr nötig. Seine Bauteile kann das Unternehmen nun komplett selbst fertigen.

Der traditionsreiche Firmenname bleibt bewusst erhalten

Über diese Lösung ist Roland Starker besonders froh. Als Niederlassung von FMA hat Phänomen wieder eine aussichtsreiche Perspektive. "Das Freitaler Unternehmen hat jetzt in Zittau genau das gefunden, was ihm fehlte", sagt er. Roland Starker leitet den Zittauer FMA-Standort und war bisher Geschäftsführer der ehemaligen Phänomen Maschinen- und Vorrichtungsbau GmbH.

Bewusst behält dabei das Zittauer Werk auch den traditionsreichen Namen Phänomen. Auf den Firmen-Namen griffen die Unternehmensgründer einst zurück, weil er über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt war und weil sie Fantasienamen oder Abkürzungen vermeiden wollten. Den Namen des 1888 von Gustav Hiller gegründeten Unternehmens, das dann ab 1916 Phänomen hieß, haben sich die Zittauer 1999 als Marke für den Maschinen- und Fahrzeugbau in Europa schützen lassen.

Phänomen besitzt die nötigen Maschinen und die Facharbeiter, um die teilweise hoch komplexen Baugruppen bearbeiten zu können. Trotzdem will das Freitaler Unternehmen in den Zittauer Standort noch investieren. FMA-Geschäftsführer Ralf Stirl denkt dabei nicht nur an Maschinen und Ausrüstung, sondern ebenso an die zwei Produktionsgebäude in der Gerhart-Hauptmann-Straße.

Noch arbeiten die Mitarbeiter bei Phänomen im Einschichtbetrieb. Durch die Corona-Pandemie und den sich daraus entwickelnden Umsatzeinbruch, mussten sie teilweise in Kurzarbeit gehen. "Wir hoffen, dass wir hier in Zittau auch möglichst bald wieder in einen Zwei-Schichtbetrieb übergehen können", sagt Ralf Stirl. Das ist zumindest das Ziel. Und dann sollen bei Phänomen auch noch weitere Mitarbeiter eingestellt werden. 

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