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Von hoch oben grüßt der Weihnachtsmann

Wanderer sahen ihn schon im September am Lausche-Turm. Er würde so gern an Heiligabend durch Waltersdorf fahren. Doch Corona verhindert auch das.

Der Fotobeweis: Der Weihnachtsmann war schon am neuen Lausche-Turm.
Der Fotobeweis: Der Weihnachtsmann war schon am neuen Lausche-Turm. © privat

So etwas hat selbst der Weihnachtsmann noch nicht erlebt. Seit 45 Jahren würde er nun am Donnerstag ununterbrochen an Heiligabend mit einer Pferdekutsche durch Waltersdorf fahren. Doch diesmal darf er das nicht. Bei den Corona-Maßnahmen gibt es nicht mal für den Weihnachtsmann eine Ausnahme. Dabei hat er sich sogar extra eine Mund-Nasen-Maske besorgt, wie sie jetzt alle Menschen tragen.

"Ich habe lange überlegt, ob ich mit der Kutsche einfach mal so privat eine Runde durch das Dorf fahre", schildert er. Denn sein offizieller Termin im Gebirgsort ist ja wegen Corona abgesagt. Doch all seine Freunde haben ihn davon abgeraten. Mit Sicherheit würde es Menschenansammlungen geben, wenn er irgendwo anhält. Und das will in diesen schwierigen Zeiten auch Knecht Ruprecht vermeiden.

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Diesmal darf Jens Oguntke vom Pony-Hof in Hainewalde am 24. Dezember den Weihnachtsmann nicht mit seiner Pferdekutsche durch Waltersdorf fahren.
Diesmal darf Jens Oguntke vom Pony-Hof in Hainewalde am 24. Dezember den Weihnachtsmann nicht mit seiner Pferdekutsche durch Waltersdorf fahren. © privat

Dass er gerade im 45. Jahr seines Besuches in Waltersdorf zwangspausieren muss, ärgert ihn sehr. Insgesamt ist er sogar 50 Jahre im Einsatz. In den ehemaligen Robur-Werken war er erstmals in seine Rolle geschlüpft, von der er bis heute nicht loskommt. "Es ist so schön, wenn einem die strahlenden Kinderaugen anschauen und der Weihnachtsmann ihnen einen Freude machen kann", erzählt er.

Wenigstens einmal konnte er es in diesem Jahr aber doch. Anfang Dezember war er in die Kita "Kinderland" in Zittau eingeladen worden. "Die geben sich immer große Mühe", sagt er. Natürlich hatte er Geschenke für die Kinder dabei. Die hat er ihnen gruppenweise in verschiedenen Bereichen im Garten übergeben. Wegen Corona ist in diesem Jahr halt alles anders - selbst Weihnachten.

Denn auch für den Weihnachtsmann gelten die allgemeinen Kontaktbeschränkungen. Und die besagen für Heiligabend, dass sich privat zum Fest nur vier Personen über den eigenen Haushalt hinaus aus dem engsten Familien- und Freundeskreis zusammenfinden dürfen, berichtet die Pressesprecherin des Landratsamtes, Julia Bjar.

Und wer den Weihnachtsmann zu sich einladen will, der muss wohl oder übel auf seine Familie und seinen Bekanntenkreis zurückgreifen. Denn von der Agentur für Arbeit wird kein Weihnachtsmann mehr vermittelt. "Das machen wir aber nicht nur wegen Corona mehr ", erzählt Pressesprecherin Dana Kostroa.

Aber vielleicht sieht man den Weihnachtsmann trotzdem in Waltersdorf. Denn der Ort mit dem größten Berg im Zittauer Gebirge hat es ihm angetan. Deshalb hat er sich auch schon mal am 30. September zum Erstaunen einiger Wanderer am neuen Lausche-Turm blicken lassen. "Die Aussicht von da oben ist wunderschön", schwärmt er. Und für nächstes Jahr hat er sich fest vorgenommen, wieder mit der Pferdekutsche durch Waltersdorf zu fahren.

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