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Zittaus neue Turnhalle ist fertig

Warum der Sportunterricht für die Schüler der Zittauer Weinau-Schule ab morgen richtig Spaß macht - und auch die Hirschfelder Faustballer profitieren.

Von Jana Ulbrich
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Helen Kirsche aus der 9.Klasse ist am Montag die erste Schülerin der Weinau-Oberschule, die in der neuen Sporthalle turnen darf.
Helen Kirsche aus der 9.Klasse ist am Montag die erste Schülerin der Weinau-Oberschule, die in der neuen Sporthalle turnen darf. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Zehn 23 Meter lange Dachbinder aus einem Stück, weit über 1.000 Kubikmeter Beton, 102 Tonnen Stahl und sieben Kilometer Kabel: Es ist in jeder Hinsicht ein gigantisches Bauwerk, das die Stadt Zittau, fünf Planungsbüros und 32 Baufirmen da gestemmt haben. Und das am Montagnachmittag auf den Tag genau pünktlich übergeben werden konnte.

Helen und Alina aus der 9. Klasse sind an diesem Tag die ersten Schülerinnen der Schule an der Weinau, die ihre neue Turnhalle mit einer gekonnten Kür im Bodenturnen sportlich einweihen dürfen. Ab Dienstag haben dann alle Grund- und Oberschüler der Weinau-Schule Sportunterricht in der nigelnagelneuen Zweifeldhalle, in der es noch nach frischer Farbe riecht. Und auch Sportlehrer-Urgestein Frank Heidrich freut sich, dass er das noch erleben kann. Gut, dass er noch nicht in Rente gegangen ist, sondern noch ein Jahr drangehangen hat.

Fred Milke, Chef des federführenden Planungsbüros AIZ, übergibt den symbolischen Schlüssel an Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) und die Hausherrin, Schulleiterin Sabrina Franz.
Fred Milke, Chef des federführenden Planungsbüros AIZ, übergibt den symbolischen Schlüssel an Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) und die Hausherrin, Schulleiterin Sabrina Franz. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Es ist aber auch ein großartiges Bauwerk für den Schul- und Vereinssport entstanden. Anfangs hatte es gar nicht danach ausgesehen. Eltern und Schüler haben sogar vor dem Rathaus demonstrieren müssen, erinnert Schulleiterin Sabrina Franz. Es hatte im Vorfeld viele Bedenken gegeben: Passt so ein Neubau in das denkmalgeschützte Gebäude-Ensemble? Und vor allem: Kann die Stadt sich eine neue Sporthalle überhaupt leisten?

Und als der Zittauer Stadtrat sich nach langem Hin und Her endlich durchgerungen hatte, musste der geplante Baustart 2019 wegen der Zittauer Haushaltssperre um ein Jahr verschoben werden. Unter dem federführenden Zittau Planungsbüro AIZ lief der Bau danach aber wie am Schnürchen. Für die Zittauer Straßen- und Tiefbaufirma Osteg, die sich breiter aufstellen will, war die Sporthalle die erste Hochbaumaßnahme.

Die neue Sporthalle ist fertig. Jetzt folgen noch die Außenanlagen mit viel Grün und neuen Bäumen.
Die neue Sporthalle ist fertig. Jetzt folgen noch die Außenanlagen mit viel Grün und neuen Bäumen. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Für rund 4,2 Millionen Euro - die Stadt Zittau selbst steuerte einen Eigenanteil von rund 2,6 Millionen Euro bei - ist eine moderne Zweifeldhalle mit einem Verbindungsbau zum bestehenden Schulgebäude entstanden. Im Verbindungsbau befinden sich die Umkleideräume, Duschen und Toiletten. Im Nachhinein ist Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm) froh, dass die Eltern vor dem Rathaus demonstriert hatten: "Es war richtig so, denn die Halle wird für den Schul- und den Vereinssport gebraucht – auch wenn wir dafür ein sehr großes Paket an Eigenmitteln schnüren mussten", sagt. Es sei wichtig auch mal zu sagen: "Dann müssen wir es uns eben leisten."

Die Turnhalle wird künftig nicht nur für den Schul-, sondern auch für den Vereinssport genutzt. Unter anderen werden die Hirschfelder Faustballen, die bisher im Winter nach Bernstadt zum Training und zu Wettkämpfen ausweichen mussten, jetzt in der Weinau trainieren. Die kleine denkmalgeschützte Turnhalle, die zum Ensemble der Weinau-Schule gehört, soll erhalten bleiben und - für mehr Flexibilität - auch weiter genutzt werden.