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Einsturz der Mandaukaserne verhindert

Der Mittelteil des historischen Gebäudes in Zittau ist jetzt für viel Geld notgesichert worden. Nun verkündet der Besitzer eine frohe Botschaft.

Mandaukasernen-Besitzer Thomas Göttsberger zeigt einen Teil der für die Notsicherung eingezogenen neuen Balken.
Mandaukasernen-Besitzer Thomas Göttsberger zeigt einen Teil der für die Notsicherung eingezogenen neuen Balken. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Thomas Göttsberger ist froh und stolz. Schließlich hat der Besitzer der Zittauer Mandaukaserne in den zurückliegenden Monaten den Einsturz des Mittelteils verhindert und ihn notgesichert. Mit Unterstützung von Firmen, die ihm im Preis entgegen gekommen sind, wie er dankbar sagt. Und mit Hilfe von Architekt Benjamin Pfefferkorn, der genauso leidenschaftlich Denkmale schützt wie der Ostritzer selber. Eine mittlere fünfstellige Summe hat Göttsberger die Notsicherung des Mittelteils dennoch persönlich gekostet.

Wie Göttsberger berichtet, hat das Problem mit dem Mittelteil mit einem alten Loch im Dach begonnen. "Aus dem kleinen Schaden ist ein großer geworden", sagt er. In den letzten Monaten hätte sich die Situation zusehends verschlimmert: Dachbalken seien nicht mehr standsicher gewesen, Decken durchgebrochen, die Löcher im Dach immer größer geworden. Wenn es geregnet habe, sei sogar das Erdgeschoss eine Tropfsteinhöhle gewesen, beschreibt der Finanzbeamte den Zustand. "Es ist ein Wunder, dass es gehalten hat."

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Nun sind die Decken abgestützt, das Dach erneuert, der Mittelteil dicht. Ungefähr 100 Tonnen Schutt und viele im Gebäude gewachsene Bäume seien entfernt worden, sagt Göttsberger. Jetzt könne er wieder ruhiger schlafen. Und das nicht nur wegen des Mittelteils, sondern wegen der gesamten Mandaukaserne: Seinen Angaben zufolge ist mit diesem Abschnitt das gesamte Gebäude nun so gesichert, dass es noch viele Jahre überdauert. Nun müsse er nur noch ab und zu nach dem Rechten sehen und sich gegebenenfalls um kleinere neue Schäden kümmern. Die großen sind behoben.

So schlimm sah es im Mittelteil der Mandaukaserne aus:

© Thomas Göttsberger
© Thomas Göttsberger
© Thomas Göttsberger
© Thomas Göttsberger

Göttsberger hat die Mandaukaserne 2016 gekauft. Eigentlich wollte und sollte er nur für eine kurze Übergangsfrist Besitzer sein, bis sich ein Projektentwicklungsbüro aus Dresden auf Bitten der Stadt Zittau um das ehemalige Armeegebäude gekümmert hätte. Göttsberger knüpfte aber an den Weiterverkauf die Forderung, dass die Kaserne in weiteren Teilen wie im historischen Original erhalten werden müsste. Daraufhin zogen sich Stadt und Projektentwickler zurück - und verzichteten sogar auf vier Millionen Euro Fördergeld vom Bund. Der Ostritzer hatte bereits zu dieser Zeit unter anderem mit Hilfe von Unterstützern und eigenem Geld begonnen, die Kaserne zu sichern

Wie viel er dafür inzwischen ausgegeben hat, will er nicht sagen. Auch darüber, wie es mit der Nutzung der Mandaukaserne weitergehen soll, hüllt er sich in Schweigen und sagt nur: "Vieles ist im Fluss." Auch bei vielen anderen historischen Gebäuden in seinem Besitz ist das ähnlich. Als Denkmalschützer geht es ihm eher darum, die historischen Gebäude bis in eine Zeit, in der sie wieder gebraucht werden, zu retten als aktuell auf Biegen und Brechen eine Nutzung zu finden.

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