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B178: Letztes Hindernis für nächstes Stück beseitigt

Gegen den Abschnitt Oderwitz-Zittau ist keine Klage eingereicht worden. Nun laufen die Vorbereitungen für den Baustart - der vage abzusehen ist.

Die neue B178.
Die neue B178. © Rafael Sampedro (Archiv)

Selbst beim Sächsischen Verkehrsministerium in Dresden ist man überrascht: Wie das Oberverwaltungsgericht Bautzen auf SZ-Anfrage bestätigt, ist gegen die Baugenehmigung - die sogenannte Planfeststellung - des Abschnitts 3.3 der neuen B178 von Oderwitz bis Oberseifersdorf keine Klage eingereicht worden. Die Frist dafür ist verstrichen. Damit sei das Baurecht nun vollziehbar, heißt es aus dem Ministerium. Auch die Landesdirektion als Genehmigungsbehörde bestätigte, dass der Planfeststellungsbeschluss nun rechtskräftig ist. Gegen einen Teil der zuvor gebauten B178-Abschnitte hatten Gegner oder Betroffene geklagt. Auch dieses Mal "haben wir fest damit gerechnet", sagte Ministeriumssprecher Jens Jungmann der SZ.

Nun kann der Bau nach mehr als 15 Jahren Planungen und Umplanungen nicht mehr von Gegnern verhindert werden. "Ziel ist es jetzt definitiv, so schnell wie möglich zu beginnen", so Jungmann. Allerdings wird es im besten Fall noch mindestens ein Jahr dauern, bis die Bagger anrollen. Zuallererst muss die Bundesregierung sagen, wann das Geld für den Bau der Bundestraße nach Sachsen fließt. Das sächsische Verkehrsministerium hat die Anfrage bereits in Berlin gestellt. Generell hat er die Finanzierung des inzwischen knapp 40 Millionen Euro teuren Abschnitts bereits zugesagt. Sachsen kümmert sich im Auftrag des Bundes um Planung und Bau.

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Parallel dazu haben die Dresdner schon mit der Bautzener Niederlassung des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr die Gespräche über die Umsetzung aufgenommen. Wenn das Geld da ist, schicken die Bautzener als ersten den Kampfmittelbeseitigungsdienst über Trasse. Sobald klar ist, dass die Strecke gefahrlos nutzbar ist, kommen die Archäologen. Sie suchen den Abschnitt ab. Finden sie historisch wertvolle Hinterlassenschaften, haben sie alle Zeit, die sie brauchen, um sich damit zu beschäftigen. "Das kann schnell gehen, das kann länger dauern", so Jungmann.

Sind die Historiker fertig, werden im Weg stehende Bäume gefällt, ungünstig liegende Leitungen verlegt und Ausgleichsmaßnahmen wie Ersatzpflanzungen - zum Beispiel bei Kottmarsdorf - gestartet. Parallel dazu werden die Arbeiten ausgeschrieben, ein Teil wegen des Umfangs der Aufträge europaweit, ein Teil deutschlandweit. Die Verfahren für die Vergabe von EU-Aufträgen dauern in der Regel sechs bis sieben Monate.

Der Abschnitt von Oderwitz bis Oberseifersdorf ist der vorletzte der insgesamt knapp 42 Kilometer langen Trasse von der Grenze bei Zittau bis zur A4, der noch fehlt. Er ist knapp sechs Kilometer lang und sollte ursprünglich 20,5 Millionen Euro kosten. Nach der Fertigstellung wird die 15,5 Meter breite dreistreifige Bundesstraße über sechs Brücken verlaufen, drei davon für Tiere. Am Schnittpunkt mit der alten B178 bei Oberseifersdorf entsteht ein Knoten wie es ihn bereits an vielen Stellen der neuen Straße gibt. Frühestens 2024 können dann die Autos rollen.

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- © SZ-Grafik

Wann der letzte dann noch fehlende Abschnitt von Nostitz bis zur A4 gebaut wird, ist noch völlig unklar. Belastbare Aussagen dazu kann derzeit niemand treffen. Nach derzeitigem Planungsstand ist damit frühestens 2025 zu rechnen. Muss der Abschnitt aber ebenso oft wie andere in weitere Planungsschleifen, kann es auch 2030 oder 2035 werden.

Update, 17. März 2021, 10.30: In einer früheren Version des Artikels hieß es "Der offizielle formelle Akt durch die Landesdirektion Sachsen steht allerdings noch aus." Das ist falsch. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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