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Döbeln

Zschaitz hat die Kirche schön

Bis auf Restarbeiten ist die Sanierung abgeschlossen. Dabei haben die Gemeindemitglieder viel Geduld bewiesen.

An der Kirche in Zschaitz ist die Sanierung so gut wie abgeschlossen. Pfarrer Reinhard Mehnert freut sich auch über die neu gestalteten Außenanlagen.
An der Kirche in Zschaitz ist die Sanierung so gut wie abgeschlossen. Pfarrer Reinhard Mehnert freut sich auch über die neu gestalteten Außenanlagen. © Dietmar Thomas

Zschaitz. Bei der Sanierung der Zschaitzer Kirche geht der vierte und letzte Abschnitt in den Schlussspurt. „Von zwei freiwilligen Helfern wird noch eine kleine Mauer fertiggestellt. Außerdem wird noch ein Parkplatz angelegt und auf die große Mauer ein Zaun gesetzt. Das soll alles noch bis zum Ende des Jahres passieren“, sagte Pfarrer Reinhard Mehnert.

In den vergangenen Monaten ist das Außengelände gestaltet worden. So ist die Stützmauer, die 2015 gesetzt wurde, mit Bruchsteinen verkleidet (wir berichteten). Außerdem wurde das Gelände um die Kirche mit Erde aufgefüllt und Rasen eingesät. „Die Wege zum Kirchenschiff und zum Turm sind jetzt rollstuhlgerecht“, so Reinhard Mehnert.

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Insgesamt 700.000 Euro hat die gesamte Sanierung der Kirche und der Außenanlagen gekostet. Über das Leader-Programm flossen 180.000 Euro, 20.000 Euro steuerte die Denkmalpflege bei. Der Rest des Betrages wurde von der Landeskirche sowie von der Kirchgemeinde Jahnatal über Spenden, Eigenmittel und Eigenleistungen gezahlt. „Allein für die Außenanlagen haben die Gemeindemitglieder Eigenleistungen im Wert von 40.000 Euro erbracht“, so der Pfarrer.

Bei der Sanierung des Bauwerks haben die Gemeindemitglieder viel Geduld bewiesen. Zunächst ist der um das Jahr 1515 errichtete Kirchturm gesichert worden. Als erste Maßnahme erfolgte die Absicherung des Fundamentes, indem noch ein Betonfundament errichtet wurde. Es ist einen Meter tiefer als das des Kirchturms und reicht unter das Altfundament drunter. So wurde verhindert, dass das Fundament des Turms in Richtung Straße abrutscht. Der Kirchturm wies zentimeterbreite Risse auf. Diese sind mit Beton verpresst, nachdem der Turm mit drei dicken Stahlbändern umschnürt worden war. Nach der Fassade war das Dach an der Reihe. Das Turmgebälk musste komplett saniert werden. Zum Schluss sind Turmkrone und Blitzschutz erneuert worden.

Ein wichtiger Meilenstein war die Sanierung des Glockenstuhls. Zwar gibt es noch einige historische, rund 400 Jahre alte Balken, aber die meisten wurden durch neue ersetzt. Auch die alten Motoren, von denen Ketten über große Räder liefen und die Glocken angetrieben haben, sind verschwunden. Der Antrieb erfolgt jetzt durch Linearmotoren. Sie sind wesentlich kleiner, ziehen die Glocken behutsamer an und sind schonender für den Turm und die Glocken. Nicht nur die neuen Motoren bringen eine Verbesserung. Bei der Sanierung des Glockenstuhls ist darauf geachtet worden, dass die Schwingungen der Glocken abgefedert werden.

Bei der Sanierung des Kirchenschiffs gab es zunächst finanzielle Hürden. Die Zusage für das Fördergeld aus dem Leaderprogramm kam später als erwartet. Im Dachbereich ist ein Ringanker einbetoniert worden. Die Risse, die sich vom Fundament bis unters Dach durch die gesamte Fassade zogen, wurden mit Edelstahlankern verbunden. Ein wichtiges Detail der Sanierung ist der rollstuhlgerechte Zugang. „Wir haben am Eingang eine Schwelle herausgenommen und die Tür um 20 Zentimeter verlängert“, erklärte der Pfarrer. (DA/mit je/rt)

Sonntag, 14 Uhr: Erntedankgottesdienst in der Kirche Zschaitz. Anschließend feiern die Gemeindemitglieder mit Bauleuten und Spendern die Fertigstellung der Kirche.