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Bautzen

Zukunftskino gegen die Abwanderung

Mit Filmabenden will das Projekt Raumpioniere Menschen ins Gespräch bringen. Zum Auftakt geht es am Freitrag in Pommritz um „Siedler am Arsch der Welt“.

n einem ehemaligen Feuerwehrauto sind sie für die Zukunft der Region auf Tour: Arielle Kohlschmidt und und Jan Hufenbach vom Projekt „Raumpioniere“.
n einem ehemaligen Feuerwehrauto sind sie für die Zukunft der Region auf Tour: Arielle Kohlschmidt und und Jan Hufenbach vom Projekt „Raumpioniere“. © Foto: Miriam Schönbach

Pommritz. Früher gab es im Dorf oft nur ein oder zwei Fernseher. Da traf man sich beim Nachbarn, um die große Samstagabend-Show zu sehen. An diese Tradition will jetzt das Projekt Oberlausitzer Raumpioniere anknüpfen – und lädt zum Kinoabend ein. Unter dem Motto „Guck mal – Zukunft“ startet die Reihe an diesem Freitag auf dem . LebensGut in Pommritz. „In vielen Regionen Deutschlands, Europas und der Welt haben die Menschen bereits Möglichkeiten der ländlichen Zukunft erkundet und entwickelt. Diese Vielfalt wollen wir in einer Reihe spannender und anregender Dokumentationen erlebbar machen“, sagt Organisatorin Arielle Kohlschmidt. Gesprächsstoff verspricht an diesem Abend der Dokumentarfilm „Die Siedler am Arsch der Welt“ über das Leben im vorpommerschen Klein Jasedow: In das kleine Dorf am Peenestrom kommen Mitte der 90er Jahre Lara Mallien und Johannes Heimrath. Sie finden eine resignierte Dorfbevölkerung vor, 70 Prozent sind arbeitslos, viele wollen der Heimat den Rücken kehren. Doch mit den Neuankömmlingen kommt Schwung in die Region, die Einwohnerzahl verdoppelt sich fast und eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte beginnt: Es siedeln sich nachhaltig wirtschaftende Unternehmen mit gut 40 neuen Arbeitsplätzen an. Es entsteht ein Tourismus-Netzwerk, neue Gebäude werden gebaut und alte Häuser saniert.

Wer mehr darüber erfahren will, kann nach der Filmvorführung mit den Protagonisten ins Gespräch kommen. Außerdem sind Raj Kollmorgen vom Trawos-Institut für Transformation und sozialen Wandel in Görlitz und der Nebelschützer Bürgermeister Thomas Zschornak zu Gast. Dieser war vor Jahren so begeistert von dem Film, dass er Kontakt zu den Klein Jasedowern aufnahm und sich von ihnen inzwischen beraten lässt. „Wir wollen Beispiele zeigen, wie man der Abwanderung Paroli bieten kann. Die Kinoabende sollen Mut machen, anregen und Menschen ins Gespräch bringen“, sagt Arielle Kohlschmidt. Gemeinsam mit Jan Hufenbach hat die Wahl-Oberlausitzerin die Raumpionier-Station aufgebaut. Sie beraten Menschen, die abseits der Metropolen Alternativen suchen: günstige Grundstücke, Platz für Abenteuer und neue Ideen. In der Zukunftskino-Reihe sind 2020 bis zu zehn weitere Termine geplant.

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Kinoabend auf dem LebensGut Pommritz: 15. November um 17 Uhr, Eintritt und Kinderbetreuung frei

Anmeldung: [email protected]

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