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Es geht ums Grundsätzliche

Es bleibt die grundsätzliche Frage, wohin sich Dresden entwickeln soll, kommentiert SZ-Redakteur Andreas Weller.

Von Andreas Weller
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Wenn es in Dresden um Verkehrsthemen geht, wird es immer emotional. Dieses Mal geht es um Grundsätzliches. Werden wir eine Fahrrad-Stadt oder bleibt Dresden fokussiert auf Autos?

Viele Jahre wurde vor allem an den Autoverkehr gedacht. Klar: Nach der Wende waren viele Straßen schlecht, verschlissen oder quasi gar nicht vorhanden. Es wurden gigantische Schneisen gebaut, und es galt: freie Fahrt für freie Bürger. Doch das Verkehrsverhalten hat sich geändert. Heute fahren mehr Menschen Bus und Bahn, Fahrrad oder gehen zu Fuß.

Deshalb sollte die Grundsatzdebatte nicht lauten, entweder das eine oder das andere. Vielmehr sollte nach Möglichkeiten geschaut werden, wie es für alle am Besten ist. Da sind die Mobilitätspunkte, an denen jedes Gefährt zur Verfügung steht, ein guter Ansatz.

Dennoch bleibt die grundsätzliche Frage, wohin sich Dresden entwickeln soll. Aktuell zwingt der Verlust der Mehrheit nun alle Politiker, für ausreichend Stimmen zu werben. Das werden wir am Donnerstag erleben. Da muss sich dann der Stadtrat, in dem es keine klare Mehrheit gibt, entscheiden. Für eine komplette Wahlperiode ist das aber zäh und lähmend. Deshalb ist die Stadtratswahl selbstverständlich richtungsweisend. Aber nicht nur in der Frage des Verkehrs, sondern auch im Sozialen, Kulturellen und dem Umgang miteinander.

Dresden ist nach gut vier Jahren Rot-Grün-Rot keine Stadt, in der Autofahrer unerwünscht sind. Die Verkehrspolitik in den Jahren davor hat eher dazu geführt, dass sich Radfahrer unwillkommen fühlen. Ähnliches lässt sich auch für die anderen genannten Bereiche sagen. Deshalb ist Rot-Grün-Rot eine Haltung, auch für Schwächere. Ob das die Richtung sein soll, entscheiden die Dresdner.

E-Mail an Andreas Weller