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Besondere Bilder von der Weißeritztalbahn

Eine Veteranin ist derzeit auf der Strecke zwischen Freital-Hainsberg und Kipsdorf unterwegs. Sonst ist sie nur in Ausnahmefällen zu sehen.

Die IV K unterwegs im Winterwald, kurz vor der Einfahrt im Bahnhof Kipsdorf.
Die IV K unterwegs im Winterwald, kurz vor der Einfahrt im Bahnhof Kipsdorf. © Egbert Kamprath

Lange, bevor die Weißeritztalbahn in den Bahnhof Kipsdorf einfährt, ist sie schon zu hören. Normalerweise. Doch nun sind die Fans der Schmalspurbahn irritiert: Laut Fahrplan müsste der Zug fast da sein. Doch kein dumpfes Pfeifen weit und breit - da gab´s doch hoffentlich nicht schon wieder einen Unfall auf der Strecke?

Die Lok fuhr letztlich mit "winternormalen" zehn Minuten Verspätung ein - und man muss es ihr nachsehen. Denn statt der 600 PS, die sonst auf der Strecke zwischen Freital-Hainsberg und Dippoldiswalde unterwegs sind, sind es derzeit 200: Mit der Sächsischen IV K (sprich: vier K) zieht eine echte Veteranin die drei Personenwagen.

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Die Älteste im Fuhrpark

"Sie wird nur bis zum 23. Februar eingesetzt", sagt Kati Schmidt, die Pressesprecherin der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft, die auch die Weißeritztalbahn betreibt. Normalerweise wechseln sich die jüngeren und leistungsstärkeren miteinander ab: Die Einheitslokomotive mit Baujahr 1928 und die DR-Neubaulokomotive, Baujahr 1952: "Alle 40 Tage geht eine aus dem Verkehr. Dann werden die Kessel ausgewaschen, weil sich in ihnen immer Schlammteilchen und Kesselstein absetzt", sagt Kati Schmidt.

Doch dieses Jahr feiert die zierliche IV K ihr 100-jähriges Jubiläum. 1921 nahm sie ihren Dienst auf der Weißeritzstrecke auf. "Da sollte sie auch mal im Normalbetrieb fahren, zumal sie im Winter nur drei Wagen zu ziehen hat", sagt Kati Schmidt.

Merkwürdigkeiten bei der Entstehung

Die IV K war die letzte Lokomotive dieser Baureihe, die in der Sächsischen Maschinenfabrik, vormals Richard Hartmann, gebaut wurde. Es gibt eine Merkwürdigkeit bei der Entstehung der Lok, erzählt Kati Schmidt: "Von den IV Ks wurden fast einhundert gebaut. Aber diese hier entstand erst zwei, drei Jahre später. Eine Erklärung wäre, dass in der Fabrik noch viele Teile für diese Loks vorhanden waren, aus denen sie dann zusammengefügt wurde."

Der Erfolg dieser Loks, die zwischen 1892 und 1921 für die Schmalspur-Schienen gebaut wurden, begründeten die vier Radachsen, die bei ihr auf zwei Triebdrehgestellen lagern. Bis dahin gab es nur ein Drehgestell, die anderen beiden Achsen waren starr angebracht. Die Neuerung erlaubte auch den Einsatz auf Strecken mit zahlreichen Krümmungen - wie es im Rabenauer Grund öfter der Fall ist.

Nostalgische Wintersport-Bilder

Der ist derzeit tief verschneit - und die Weißeritztalbahn bietet ein malerisch-nostalgisches Bild: Schlitten stehen auf den Plattformen, Langläufer und Stöcke lehnen in den Abteilecken, zünftige Wintersportler wärmen sich an dem großen, lochblechverkleideten Ofen im ersten Wagen.

"Viele nutzen die Bahn, um eine Wanderstrecke zu erreichen. Wir fahren ganz regulär als Teil des ÖPNV", sagt Kati Schmidt, "das heißt natürlich auch, dass bei uns Maskenpflicht in den Wagen und am Bahnsteig herrscht." Der Bahnverkehr werde auch im Lockdown gut genutzt.

Betriebstüchtig, aber nicht im regulären Fahrbetrieb

Heute sind noch zehn IV Ks betriebstüchtig. Nach regulärem Fahrplan ist keine mehr unterwegs: "Auch unsere kommt normalerweise eher bei den Schmalspurbahn-Festivals der Weißeritztalbahn und der Lößnitzgrundbahn zum Einsatz", sagt Schmidt in der Hoffnung, dass bis zum Sommer wieder Feste möglich sind.

Weil Schmalspurbahn-Fans an Festivaltagen nur schwer zu stimmungsvollen Motiven kommen, richtete die Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft extra für die den "Foto-Freitag" davor ein. Bis zum 23. Februar bietet die Weißeritzbahn-Strecke nun täglich die Gelegenheit für seltene Bilder mit der IV K - noch dazu malerisch im Tiefschnee.

Auch ein seltener Anblick: Der Schneepflug im Einsatz

So wie hier im Januar 2018 kam der Schneepflug auch Anfang der Woche auf der Strecke der Weißeritztalbahn zum Einsatz.
So wie hier im Januar 2018 kam der Schneepflug auch Anfang der Woche auf der Strecke der Weißeritztalbahn zum Einsatz. © Egbert Kamprath

Ganz besonders Glückliche erwischten am Dienstag auch den Einsatz des roten Schneepflugwagens in aller Frühe. "Der wird so schnell nicht wieder fahren, jetzt ist die Strecke ja geräumt", sagt Kati Schmidt: "Es sei denn, es schneit noch mal so heftig wie am Wochenende."

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