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Geld und Recht

Autokauf - Autokredit?

Soll ein neues Auto finanziert werden, führen gleich mehrere Wege zum neuen fahrbaren Untersatz.

Ein neues Auto bedeutet Freiheit – will aber auch finanziert werden.
Ein neues Auto bedeutet Freiheit – will aber auch finanziert werden. © pixabay.com © Pexels (CCO Creative Commons)

Fraglich ist dabei jedoch oft, welche Finanzierungsform – von Mobilitätspaket bis Ballonkredit oder klassischem Autokredit – zu welchem Kreditnehmer passt.

Viele Finanzierungsmöglichkeiten beim Autokauf

Untersuchungen zufolge gaben Autokäufer bereits im Jahr 2011 durchschnittlich fast 27.000 Euro für einen neuen fahrbaren Untersatz aus. Das verwundert wenig – schließlich gilt das Auto nach wie vor als „des Deutschen liebstes Kind“. Nicht nur bei Hitze und Unwettern oder zur An- und Rückreise aus dem Urlaub wird der eigene Wagen gerne genutzt. Auch im Alltag möchten die meisten Deutschen auf das eigene Auto nicht verzichten. Den hohen Kaufpreis für ein neues Gefährt direkt in bar bezahlen möchten dennoch nur die wenigsten.

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Dementsprechend groß ist die Auswahl bei den Finanzierungsmöglichkeiten des Autokaufs. Neben der Barzahlung kann nämlich auch auf günstige Autokredite, sogenannte Mobilitätspakete sowie weitere Finanzierungsmöglichkeiten zurückgegriffen werden. Zum einen ist diese Angebotsfülle zur Finanzierung eines Neu- oder Gebrauchtwagens für Kunden komfortabel. Zum anderen kann es aber auch schwierig werden, die individuell passende Finanzierungsform im Angebotsdickicht zu finden.

Finanzierung mittels klassischem Autokredit

Die wohl gängigste Methode zur Finanzierung eines neuen Wagens ist der klassische Ratenkredit in Form eines Autokredits. Den Kaufpreis des neuen Autos entleiht sich der Kreditnehmer hier als Kredit von einer Bank. Wahlweise kommt als Kreditgeber der Finanzdienstleister eines bestimmten Autohersteller (Autobank) infrage.

Erfolgt die Auszahlung der gewünschten Kreditsumme zur freien Verfügung, ist von einem „herkömmlichen“ Ratenkredit die Rede. Erfolgt die Auszahlung hingegen zweckgebunden (also zwingend für einen Autokauf), wird von einem Autokredit gesprochen.

Beiden Kreditformen ist gemeinsam, dass die Kreditsumme über eine festgelegte Laufzeit hinweg in gleichbleibenden Monatsraten zurückgezahlt wird. Die Ratenhöhe wiederum wird durch die Kreditlaufzeit beeinflusst: Je länger die Laufzeit, desto niedriger die Raten. Außerdem ist bei vielen Kreditgebern eine Anzahlung möglich. Hierdurch lassen sich die monatlichen Raten in ihrer Höhe senken.

Allerdings besteht zwischen klassischem Raten- und dem Autokredit auch ein wichtiger Unterschied: Üblicherweise sind die Konditionen des zweckgebundenen Autokredits günstiger als die des Ratenkredits. Das hängt damit zusammen, dass das gekaufte Auto im Falle des zweckgebundenen Autokredits als Sicherheit für die Bank dienen kann.  

Für wen lohnt sich der Autokredit?

Ein Autokredit hat mehrere Vorteile und lohnt sich insbesondere für diejenigen, die sich eine monatlich gleichbleibende, kalkulierbare Finanzbelastung wünschen. Eine Abschlusszahlung, die am Laufzeitende zu Finanzengpässen führt, gibt es hier nämlich nicht. Dennoch ist der Kreditkäufer am Laufzeitende Eigentümer des Autos und kann es – falls gewünscht – weiterverkaufen. Zu beachten ist jedoch, dass die finanzielle Belastung durch den Autokredit dennoch recht hoch ausfallen kann. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn keine Anzahlung geleistet und das Auto vollfinanziert wird. Außerdem kommen zum Fahrzeugkaufpreis Zinsen sowie weitere Kreditkosten hinzu.

Finanzierungsalternative Ballonkredit

Ballonfinanzierungen werden oft auch Schlussratenfinanzierung genannt. Das hängt damit zusammen, dass dabei zwar niedrige Monatsraten anfallen, aber eine recht hohe Abschlusszahlung fällig wird. Wie beim Aufblasen eines Ballons wird die Zahlungsverpflichtung mit der Zeit also größer. Zudem gibt es Ballonfinanzierungen, bei denen eine Anzahlung zu leisten ist.

Statistiken zum Thema Schulden und Kredite zeigen, dass Ballonkredit seltener gewählt werden als klassische Autokredite. Das dürfte insbesondere damit zusammenhängen, dass bei der Ballonfinanzierung daran gedacht werden muss, Rücklagen zur Zahlung der Schlussrate zu bilden. Andernfalls ist es oft notwendig, sich am Laufzeitende um eine Anschlussfinanzierung zu kümmern. Diese stellt oft ein attraktives Geschäft für Banken dar – erweist sich aber als nachteilig und teuer für Kreditnehmer. Diejenigen, die jedoch rechtzeitig Rücklagen bilden, um die Schlussrate zu stemmen, profitieren von einem recht günstigen Zinsniveau.

Bei der Autofinanzierung gibt es gleich mehrere, attraktive Wege.
Bei der Autofinanzierung gibt es gleich mehrere, attraktive Wege. © pixabay.com © andreas160578 (CCO Creative Commons)

Finanzierungsalternative Drei-Wege-Kredit

Eine besondere Art des Ballonkredits ist die sogenannte Drei-Wege-Finanzierung. Vom klassischen Ballonkredit unterscheidet sich die Finanzierungform insbesondere durch die drei Wahlmöglichkeiten, die dem Kreditnehmer am Laufzeitende zur Verfügung stehen. Der Kreditnehmer kann nämlich wählen, ob er die Abschlusszahlung leisten, sich für eine Anschlussfinanzierung entscheiden oder das Auto zurücknehmen möchte. Hierbei ist aber zu beachten: Die Rückgabe ist nur dann möglich, wenn eine vereinbarte Kilometerleistung eingehalten und das Fahrzeug vereinbarungsgemäß gepflegt wurde. Ist das nicht der Fall und sind die Vorgaben nicht eingehalten, können weitere Kosten entstehen.

Nichtsdestotrotz ist die Drei-Wege-Finanzierung eine attraktive Mischung aus Leasing und Ratenkredit auch für Verbraucher. Insbesondere denjenigen, die noch nicht sicher sind, ob sie den Wagen nach der Kreditlaufzeit behalten möchte, schenkt sie Flexibilität.

Finanzierungsalternative Mobilitätspaket

Nicht nur die Anschaffung eines neuen Autos kostet Geld. Auch das Autofahren selbst erzeugt ständig neue Kosten. Neben der Anschaffung ist nämlich auch an den Unterhalt des Fahrzeugs zu denken. Diese Unterhaltskosten setzen sich aus Versicherungs- und Wartungskosten sowie Steuerausgaben zusammen. Wird das Auto mithilfe eine klassischen Autokredits finanziert, fallen die Kosten selbstverständlich zusätzlich zu den Monatsraten an.

Für mehr Übersicht bei den monatlichen Ausgaben sorgen hier sogenannte Mobilitätspakete. Sie enthalten nicht nur die Kosten zur Kaufpreisfinanzierung. Zudem decken sie die Unterhalts- und teilweise auch die Wartungskosten des Fahrzeugs ab.

Angeboten werden Mobilitätspakete meist direkt von den Banken der Autohersteller. Gemeinsam haben sie außerdem, dass sich die monatliche Kostenbelastung nach dem Neupreis des gewünschten Autos sowie der gewählten Laufzeit richtet. Generell lässt sich jedoch sagen: Bei einem kleinen Smart müssen Interessenten mit Kosten von etwa 200 Euro im Monat rechnen. Im Falle einer Mercedes B-Klasse sind es hingegen bereits 300 Euro monatlich.

Doch für wen lohnt sich diese besondere Finanzierungsform? Generell lässt sich sagen, dass ein Mobilitätspaket insbesondere für Kunden interessant ist, die besonders flexibel sein möchten. Zum einen sind nämlich die monatlich anfallenden Kosten gut überschaubar und klar. Das schafft Planungssicherheit. Gleichzeitig kann aber auch auf berufliche oder private Veränderung schnell reagiert werden. Im Falle eines Jobverlust oder einer Bedarfsänderung gibt es keine lange Laufzeit oder Abschlusszahlung, die belastend wirkt. 

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur Fel. Kam.

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