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Warum die Baumriesen im Pückler-Park fallen mussten

Es gibt eine natürliche Ursache. Aber Klimawandel und andere Faktoren verschärfen das Problem.

Das Eichhörnchen freut sich über die Höhle im Stamm, den Menschen bereitet sie Kopfschmerzen. Erst recht, wenn es sich um alte Baumriesen handelt. Die Buchen im Pückler-Park sind 200 Jahre, in Städten werden sie nur um die 80 Jahre.
Das Eichhörnchen freut sich über die Höhle im Stamm, den Menschen bereitet sie Kopfschmerzen. Erst recht, wenn es sich um alte Baumriesen handelt. Die Buchen im Pückler-Park sind 200 Jahre, in Städten werden sie nur um die 80 Jahre. © Sabine Larbig

Bad Muskau. Im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau mussten im Winter 140 Bäume gefällt werden. Für manche Besucher ein Schock. „Es ist aber nicht schlimmer als anderswo“, ordnete Parkdirektor Cord Panning das Geschehen ein und verwies zum Vergleich auf die 400 Bäume, die im Großen Garten in Dresden entnommen werden mussten. Besorgt aber ist er trotzdem.

Zu seiner Frühjahrstagung hat sich der Stiftungsrat der Stiftung „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“ einmal mehr mit dem Baumbestand befasst und dabei die Klimaschäden im Bergpark in Augenschein genommen. „Viele Buchen sterben ab. Davon geht eine Gefahr für die Besucher aus“, so Stiftungsratsvorsitzender Dirk Diedrichs. Es sei Aufgabenstellung an die Geschäftsführung, die Risiken zu erfassen und dann zu bewerten, wie damit umgegangen wird. Unter Beachtung von Denkmal- und Naturschutz sei das eine anspruchsvolle Aufgabe.Neu aber ist sie keineswegs. Die Parkverwaltung hat ein umfangreiches Konzept zur Verkehrssicherung im Bergpark erarbeitet. „Die 35 Meter hohen und -zig Tonnen schweren Bäume stellen eine erhebliche Gefahr für Besucher dar“, schilderte Cord Panning die Situation. Er sieht zwei radikale Möglichkeiten: alles abholzen oder alles schließen. „Beides macht aber nicht wirklich Sinn und wäre auch nicht mit den Stiftungszielen zu vereinbaren“, erklärte er. Der Stiftungsratsvorsitzende bekräftigte das. „Der Park ist nicht in Gefahr, geschlossen zu werden“, widersprach er etwaigen Befürchtungen.

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Bis zu 30 Menschen kümmern sich um das Grün

Bis zu 30 Leute kümmern sich um das Grün im Fürst-Pückler-Park. In Einzelfällen würden externe Firmen beauftragt. Für die Arbeiten müssten Wege temporär gesperrt werden. Es könne aber nicht Aufgabe sein, jeden Trampelpfad zu sichern, hieß es.Für das massive Baumsterben im Pückler-Park benannte Panning mehrere Gründe. Der Lebenszyklus der ersten Generation Buchen endet nach 200 Jahren, was sich nicht aufhalten lasse. Die Bäume hatten unter den Einwirkungen des Zweiten Weltkriegs zu leiden. Der Waldbestand im Bergpark ist besonders betroffen wegen des sandigen Untergrunds und der Folgen des Altbergbaus. Auch mache ihnen die Windlast von Westen zu schaffen. „Den erheblich vorgeschädigten Bäumen haben die drei Trockenjahre den Rest gegeben“, so Panning. Durch den Rindenbrand drangen Pilze ein. Deren holzzerstörende Tätigkeit nimmt enorm zu. Der Zerfallsprozess schreitet rasant voran. Mit Erhaltungsmaßnahmen käme man da nicht weiter. An einigen Stellen helfe nur, resolut die Säge anzusetzen. Das bedeutet einen Umbruch im Erscheinungsbild, soll aber so verträglich wie möglich passieren. An einigen Stellen erneuert sich der Buchenbestand aber aus sich selbst heraus, was hoffen lässt.

Im Muskauer Park stehen schätzungsweise 17.000 Bäume. Eine vierstellige Zahl an Altbäumen wird sich im laufenden Jahrzehnt verabschieden. Von gelben Kreuzen zur Kennzeichnung hält Cord Panning jedoch nichts. „Damit macht man die Leute nur verrückt“, begründete er.Der Neuaufbau des Parks sei eine Generationenaufgabe. Durch Abholzung entstehende Freiflächen bieten die Chance zum Experimentieren, welche Pflanzen klimaresistenter sind. Dennoch soll der Charakter des Parks erhalten bleiben. Im Juli treffen sich Parkdirektoren zum Austausch darüber. Der Pückler-Park kooperiert mit den Parks in Potsdam-Sanssouci und Wörlitz. Jeder habe seine Erfahrungen mit Naturverjüngung gemacht. Jetzt sei’s an der Zeit, diese zusammenzuführen, so Panning.

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