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Was dem alten Fürsten wohl besonders gefallen hätte

Eine neue Sonderausstellung im Neuen Schloss zeigt Bilder in einer ganz speziellen Technik.

Landrat Bernd Lange, Maria Maier, Jördis Lademann, Cornelia Wenzel und Joachim Mühle (von links nach rechts im Bild) im Gespräch vor dem Werk „Fürstliche Favoriten“.
Landrat Bernd Lange, Maria Maier, Jördis Lademann, Cornelia Wenzel und Joachim Mühle (von links nach rechts im Bild) im Gespräch vor dem Werk „Fürstliche Favoriten“. © Rolf Ullmann

Bad Muskau. Ganz besonders im dritten Raum der neuen Sonderausstellung „Blütezeit – Foto- und Papierarbeiten“ von Maria Maier aus Regensburg im zweiten Obergeschoss des Neuen Schlosses gewinnt man den Eindruck, als schwebe der Geist des Hermann Fürst von Pückler-Muskau mitten zwischen den zahlreichen Kunstinteressierten. Ihren hier ausgestellten Werken gibt die Künstlerin Maria Maier den Namen „Fürstliche Favoriten“. Ganz besonders hier entfaltet sich vor den Augen der Besucher ein nuancenreiches Feuerwerk aus Blüten, Farben und Fotos.

Auf ihre ganz eigene Art und Weise nähert sich Maria Maier, die in Regensburg sowie im österreichischen Köfering lebt und wirkt, dem Erbe des großartigen Landschaftsgestalters. Sie teilt mit Pückler die Freude am Entdecken des Fremden, des schöpferischen Umgangs mit ihm und schließlich die Erschaffung neuer Formen mit einer Wirkung, der sich der Betrachter nur schwer entziehen kann – und dies schließlich auch nicht will. Landrat Bernd Lange sagte daher bei der offiziellen Eröffnung der Ausstellung im Marstall: „Wo, wenn nicht gerade hier, hätte diese Ausstellung sonst gezeigt werden können?“

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Sieben Jahre Vorgeschichte

In seiner Begrüßung der Gäste zitiert Bernd Lange auch den Spruch „Was lange währt, wird endlich gut“. In der Tat beginnt die Vorgeschichte dieses Freitagabends bereits 2014, als Joachim Mühle, Leiter des Kulturamtes im Landratsamt Görlitz, die Künstlerin und ihre Werke während einer ihrer zahlreichen Ausstellung in Regensburg kennenlernte. Aus einem ersten Gedanken heraus, die Künstlerin auch in unserer Region mit ihren künstlerischen Ausdrucksformen vorzustellen, entwickelte sich ein zähes Suchen nach einem Termin dafür.Im Frühjahr 2020 ist es dann endlich gelungen: Die Bilder waren gehängt, die Flyer gedruckt und alles bereit für die Eröffnung – wenn nicht Corona einen dicken Strich durch diese Rechnung gemacht hätte ... Nun endlich, 2021, können sich die Ausstellungs-Besucher auch in Bad Muskau an den Werken von Maria Maier erfreuen.

Seit sie während eines Arbeitsstipendiums 2011 in Irland die Farben und Formen der Natur für sich neu entdeckt hatte, nähert sich Maria Maier in ihrem Arbeitsprozess immer wieder der Natur in ihrem steten Werden und Vergehen an. Am Anfang steht dabei das Sammeln von Blüten und Blättern sowie in jüngster Zeit auch von Früchten. Exemplarisch dafür ist ihre Zuwendung zu Pücklers Lieblingsfrucht, der Ananas, zu sehen. Sie fotografiert dann als einen zweiten Schritt das Gefundene. Die vergrößerten Abzüge bearbeitet Maria Maier mit Temperafarben und zieht sie auf Dibonds (Aluminiumplatten) unter Acryl auf. Blau, die Lieblingsfarbe, sowie die Hortensie als der Favorit Pücklers unter den Blumen, spielen eine besondere Rolle in ihrem Schaffen in der jüngsten Zeit. Kein Zufall. Ihr Anliegen besteht nicht darin, „klassische“ Blumenbilder zu schaffen, sondern dem Betrachter Eindrücke einer Vielzahl von Farben, Strukturen und Formen zu verschaffen. So wird ihre Ausstellung durch eine Reihe von Zeichnungsserien, die in den 1990er Jahren aus verschiedenen floralen Materialien entstanden sind, bereichert.

In den insgesamt vier Ausstellungsräumen erhält der Besucher dadurch einen anschaulichen und sehr vielseitigen Einblick über ihr Wirken, das sie als freischaffende Künstlerin seit 1992 immer wieder in Einzel- und Gruppenausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert. Im Rahmen der Bewerbung um das Weltkulturerbe der Görlitzer Hallenhäuser beteiligte sie sich 2012 an der Ausstellung „StadtRaumKunst“ im Kulturhistorischen Museum in Görlitz. Ein Jahr später bildet das Schloss Königshain den Rahmen für eine Einzelausstellung.Ein umfangreicher Katalog mit 104 Seiten begleitet die Ausstellung, die noch bis zum 3. Oktober im Neuen Schloss die Besucher erwartet. Am Eingang zu den Ausstellungsräumen liegt auch eine Liste der Werke bereit, die nach Ausstellungs-Ende käuflich erworben werden können.

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