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Wird das die Seniorenresidenz in Ostrau?

Ein Modell zeigt, was anstelle des alten Bergcafés im Bad Schandauer Ortsteil Ostrau entstehen könnte. Jetzt ist die Meinung der Anwohner gefragt.

Modell der Seniorenresidenz für Ostrau: Die Front mit Turm (im Bild unten rechts) zeigt Richtung Elbtal zur Aussichtsplattform.
Modell der Seniorenresidenz für Ostrau: Die Front mit Turm (im Bild unten rechts) zeigt Richtung Elbtal zur Aussichtsplattform. © Steffen Unger

Mit Plänen und Zeichnungen von neuen Gebäuden ist das immer so eine Sache. Mitunter lässt sich für den Betrachter nur schwer vorstellen, wie das Geplante dann in echt aussieht, wie es in der Landschaft wirkt und welche Größe es im Vergleich zur umliegenden Bebauung annimmt. Gerade Letzteres ist im Bad Schandauer Ortsteil Ostrau ein sensibler Punkt.

In Ostrau soll in direkter Nachbarschaft von historischen Villen und Einfamilienhäusern eine Seniorenresidenz entstehen. Der Komplex ist an markanter Stelle am Ostrauer Ring geplant - direkt an der Aussichtsplattform auf dem Grundstück des ehemaligen Bergcafés. Das alte Bergcafé mit der zugehörigen Holzvilla - wie viele der umliegenden Villen errichtet vom Bad Schandauer Tourismuspionier Rudolf Sendig - soll dafür weichen. Der Denkmalschutz hat dem Abriss der Holzvilla schon zugestimmt, das Haus ist laut dem Eigentümer vom Schwamm befallen und nicht mehr zu retten.

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Seit beinahe drei Jahren wird in Bad Schandau über das diskutiert, was auf das einst beschauliche Bergcafé folgen soll. Dessen Eigentümer Gernot Glatz - bis zur Flut 2002 unter anderem Besitzer des heutigen Hotels Elbresidenz - möchte, dass auf dem Grundstück eine Seniorenresidenz entsteht. Über die Architektur des geplanten Neubaus sind Stadt und Eigentümer seitdem im Austausch, auch die Anwohner sollen einbezogen werden.

Holzmodell für Ostrau zeigt Proportionen

Nachdem bereits Pläne und Zeichnungen öffentlich auslagen, existiert nun ein dreidimensionales Modell des aktuellen Entwurfs, gefertigt aus Holzklötzchen. Im Vergleich zu einer früheren Variante, die vor allem wegen ihrer Wuchtigkeit kritisiert wurde, ist der Komplex nun in mehrere abgestufte Teilgebäude untergliedert, was ihn kleinteiliger wirken lassen soll. Allerdings ist aus dem zunächst u-förmig angedachten Grundriss auch ein geschlossenes Rechteck geworden.

Das ehemaligen Bergcafé fotografiert von der Aussichtsplattform: Der Gebäude samt der Holzvilla soll abgerissen werden.
Das ehemaligen Bergcafé fotografiert von der Aussichtsplattform: Der Gebäude samt der Holzvilla soll abgerissen werden. © Archivfoto: Dirk Zschiedrich

Als kleine Reminiszenz an die alte Holzvilla mit ihrem Eckturm ist auch im Holzmodell der Seniorenresidenz ein Turm an der Ecke des Ostrauer Rings vorgesehen. Die einst in einem Fassadenvorschlag des Bad Schandauer Kartographen Rolf Böhm gezeichneten umlaufenden Balkons sind allerdings nicht mehr Teil der Planung.

Meinung der Anwohner in Ostrau ist gefragt

Anwohner und Interessenten haben aktuell die Möglichkeit, das Modell der geplanten Seniorenresidenz im Bad Schandauer Rathaus zu besichtigen und danach ihre Meinung schriftlich bei der Stadtverwaltung abzugeben. Aufgrund der aktuellen Hygienebestimmungen muss für die Besichtigung ein Termin beim Bürgeramt der Stadt vereinbart werden.

Dadurch sollen insbesondere die direkten Nachbarn in Ostrau zu Wort kommen. Für sie dürften insbesondere die Größe des Neubaus im Verhältnis zu ihren Wohnhäusern sowie die Abstände von Interesse sein. Eine endgültige Entscheidung zur Architektur der Seniorenresidenz ist noch nicht gefallen. Voraussichtlich im April wird der Technische Ausschuss der Stadt Bad Schandau nochmals über das Projekt diskutieren. Die Stadt kann im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens Einfluss auf die Gestaltung nehmen.

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Ein Vertreter des Grundstückseigentümers hatte aber schon 2019 betont, dass es bei der Größe des Gebäudes nicht allzu viel Spielraum gebe. Die Seniorenresidenz müsse über gut 100 Zimmer verfügen, darunter ließe sich die Anlage nicht wirtschaftlich betreiben. Unter anderem müssen auch eine Tiefgarage und ein Löschwasserreservoir untergebracht werden.

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