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Landkreis Bautzen: Junge Flüchtlinge sollen in Schullandheimen leben

Der Landkreis Bautzen rechnet damit, wieder mehr unbegleitete minderjährige Ausländer aufnehmen zu müssen. Dafür will er erneut Schullandheime nutzen.

Von David Berndt
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Bereits ab 2015 hatte der Landkreis Bautzen unbegleitete minderjährige Ausländer in Schullandheimen und anderen Einrichtungen untergebracht.
Bereits ab 2015 hatte der Landkreis Bautzen unbegleitete minderjährige Ausländer in Schullandheimen und anderen Einrichtungen untergebracht. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Der Landkreis Bautzen erwägt, Schullandheime erneut für die Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Ausländern zu nutzen. Das bestätigte der erste Beigeordnete, Jörg Szewczyk, während des Pressegesprächs vor der jüngsten Sitzung des Kreistages. Die Verwaltung versuche, die Schullandheime im Winter wieder für die Unterbringung der minderjährigen Ausländer in Betrieb zu nehmen.

Demnach seien nicht nur Plätze für erwachsene Asylbewerber knapp, sondern auch die für minderjährige ohne Begleitung derzeit voll. Aktuell leben laut Jörg Szewczyk 113 unbegleitete ausländische Kinder und Jugendliche im Landkreis Bautzen. Man rechne aber mit weiterem Zuwachs. Sollten andere Landkreise freie Plätze haben, könnten die jungen Menschen auch dort untergebracht werden.

Heim in Döberkitz auch für unbegleitete Minderjährige

Sei dies nicht möglich, komme es nicht nur darauf an, zusätzliche Kapazitäten für die Unterbringung zu schaffen. Eine weitere Herausforderung bestehe darin, einen Betreiber und Personal für die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Ausländer zu finden. In Döberkitz habe dies geklappt. In dem kleinen Ort bei Bautzen soll ein Übergangswohnheim öffnen, in dem auch unbegleitete minderjährige Ausländer leben können. Es könne relativ schnell in Betrieb gehen.

Bereits ab 2015 hatte der Landkreis Bautzen für mehrere Jahre unbegleitete minderjährige Ausländer in verschiedenen Einrichtungen untergebracht, etwa in verschiedenen Schullandheimen und auch in dem nun reaktivierten Gebäude in Döberkitz.

Erstes Asyl-Wohnprojekt im Kreis Bautzen beschlossen

Der Landkreis Bautzen hat nach eigener Darstellung immer größere Probleme, Asylbewerber unterzubringen. Aktuell seien dafür noch 100 Plätze frei. Bis Jahresende 2023 rechne man aber mit der Aufnahme von weiteren 400 bis 600 Menschen.

Im Rahmen des neuen Konzeptes mit dem Schwerpunkt dezentrale Unterbringung hatte der Kreistag Bautzen in seiner Sitzung am 25. September 2023 das erste sogenannte Wohnprojekt mehrheitlich beschlossen. Es sieht vor, 100 Asylbewerber und Geduldete im Sozialraum Hoyerswerda in Wohnungen unterzubringen und damit die Notunterkünfte in den zentralen Heimen abzulösen.