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Neues Therapieangebot im Oberland

Die Sport- und Schmerztherapie Körperkonzept in Cunewalde hat sich vergrößert. Neben mehr Räumen gibt es auch ein breiteres Behandlungsspektrum.

Martin Bär, Inhaber der Sport- und Schmerztherapie Körperkonzept in Cunewalde (l.) hat nicht nur neue Räume für seine Praxis geschaffen, sondern mit Axel Klaus auch einen Ergotherapeuten in den Ort gelockt.
Martin Bär, Inhaber der Sport- und Schmerztherapie Körperkonzept in Cunewalde (l.) hat nicht nur neue Räume für seine Praxis geschaffen, sondern mit Axel Klaus auch einen Ergotherapeuten in den Ort gelockt. © SZ/Uwe Soeder

Cunewalde. Der Blick in die ehemaligen Sparkassenräume im Geschäftshaus an der Cunewalder Czornebohstraße verblüfft: Gerade einmal knapp drei Monate ist es her, dass Martin Bär - Masseur, Sport- und Schmerztherapeut - begonnen hat, seine Praxis Körperkonzept zu erweitern. Was noch im März nach Baustelle aussah, hat sich inzwischen gehörig gewandelt: Drei neue Physiotherapie-Räume sind entstanden. Pastellige Farben dominieren, wirken gleichermaßen frisch wie beruhigend.

Am Ende des langen Flures schließt sich ein weiterer, ausladender Raum an: das neue Reich von Axel Klaus. Der 31-Jährige ist Ergotherapeut und das neue Gesicht im Team von Martin Bär. Ab 1. Juni wird er in dem großen Therapieraum Patienten aller Altersgruppen betreuen. Dabei sieht er sich, im Vergleich zu seinen Kollegen aus der Physiotherapie, als Praktiker: "Physiotherapeuten arbeiten direkt am Körper. Dafür braucht es viel theoretisches Wissen. Ich hingegen helfe Menschen dabei, Probleme, die sie in ihrem Alltag einschränken, zu beheben. Dafür gibt es selten eine Lösung aus dem Lehrbuch", erklärt er und zeigt sein Arbeitsmaterial.

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Noch vor drei Monaten glichen die ehemaligen Räume der Sparkasse einer Baustelle. Inzwischen richtet hier Cunewaldes neuer Ergotherapeut Axel Klaus sein Reich ein.
Noch vor drei Monaten glichen die ehemaligen Räume der Sparkasse einer Baustelle. Inzwischen richtet hier Cunewaldes neuer Ergotherapeut Axel Klaus sein Reich ein. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Darunter gibt es neben Gesellschaftsspielen wie Memory auch Lego, verschiedene Puzzles und jede Menge Bastelmaterial. Axel Klaus erklärt: "Bei hyperaktiven Kindern ist es beispielsweise geboten, ihnen beizubringen, zur Ruhe zu kommen. Wir beschäftigen uns dann mit Farben, üben Zählen oder Entspannungsmethoden."

Aber das ist nicht das einzige Krankheitsbild, mit dem Axel Klaus bei seiner Arbeit konfrontiert ist. Häufig sind es auch Schlaganfallpatienten, die seine Hilfe in Anspruch nehmen: "Dabei geht es oft darum, die Hirnleistung wieder zu trainieren", sagt Klaus.

Auch hierbei können Spiele helfen. "Mit Senioren spiele ich dann zum Beispiel Mau Mau", sagt der Ergotherapeut und ergänzt: Natürlich seien das Maßnahmen, die manch erwachsener Patient kritisch hinterfrage. Aber: "Sobald die Patienten merken, dass es hilft, ändern sie meist ihre Meinung."

Therapie mit Holz, Ton, Knete und Spielen

Denn die Folgen eines Schlaganfalls, fährt Klaus fort, ließen sich häufig nicht mehr vollständig beheben; die Therapie dauere in der Regel mehrere Jahre. Dann sei es hilfreich, den Betroffenen Techniken beizubringen, die sie auch zu Hause bequem anwenden können.

Gleiches gilt für die Beseitigung von Unfallfolgen: "Wenn jemand vom Fahrrad fällt und sich die Hand verletzt, kann es sein, dass ich mit ihm mit Hilfe von Holz, Ton oder Knete an der Wiederherstellung der Greiffähigkeit arbeite", nennt Axel Klaus weitere Beispiele aus seinem therapeutischen Alltagsgeschäft. Das erklärt die Werkbank in seinem Therapieraum.

Auf die Vielfalt seines Arbeitsfeldes ist Axel Klaus genauso vorbereitet wie auf das unterschiedliche Lebensalter seiner Patienten. Seinen Beruf hat er in Zittau gelernt, bevor er in Hamburg studierte. Anschließend arbeitete er in verschiedenen Praxen, aber auch in einem Frühförderzentrum und in der Geriatrie. "Hier kommt jetzt alles an einem Punkt zusammen", sagt er und meint seinen neuen Arbeitsplatz.

An den kam er - so seltsam es klingt - durch die Liebe. Seine Partnerin arbeitet bereits als Physiotherapeutin in der Praxis von Martin Bär. Beide Männer kennen sich außerdem von der gemeinsamen Arbeit im Löbauer Therapiezentrum.

Dass sich Axel Klaus beruflich neu orientieren wollte, sei ein großes Glück für ihn gewesen, sagt Praxisinhaber Martin Bär. Die Nachfrage nach Ergotherapie, erklärt er, sei im Einzugsgebiet seiner Praxis groß. Der Kindergarten, der sich in direkter Nachbarschaft befindet, habe ebenfalls entsprechenden Bedarf angemeldet. Befriedigen konnte er den ohne entsprechendes Personal bislang nicht. Das ist jetzt anders.

Praxis-Team soll noch weiter wachsen

Dass das neue Angebot einen Nerv trifft, spiegelt sich bereits vor der offiziellen Eröffnung der neuen Räume in Bärs Terminbuch wieder. Die Nachfrage sei groß, seit sich herumgesprochen habe, dass er sein Angebot erweitern will, teilt der Praxis-Chef mit. Noch gebe es aber freie Termine.

Bis die Patienten zur Behandlung kommen können, hat das Praxisteam rund um Martin Bär, das zusammen mit ihm nun vier Leute umfasst, noch einiges zu tun, was eigentlich längst erledigt sein sollte. "Wir wollten mit den neuen Räumen schon lange fertig sein. Aber auf uns wartet noch ein großer Aufbaumarathon", sagt Bär. Nicht alles ging so schnell wie gedacht. Außerdem fiebert der Inhaber dem neuen Empfangstresen entgegen, der beide Praxisräume verbinden soll, aber noch nicht geliefert wurde.

Und obwohl die letzten Handgriffe in den neuen Räumen noch gar nicht gemacht sind, erlaubt Bär sich bereits, weiterzudenken: Einen weiteren Physiotherapeuten möchte er in naher Zukunft einstellen. Denn auch hier steige die Nachfrage stetig. Was ihn bisher davon abfällt, sagt Martin Bär, sei allein das geringe Angebot an entsprechenden Fachkräften.

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