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Bautzen: Allende-Edeka hat neuen Betreiber

Fabian Zellmer übernimmt den Einkaufsmarkt. Er plant etliche Veränderungen und bietet Kunden auch für die Bauzeit eine Lösung an.

Fabian Zellmer betreibt seit etwa 15 Jahren den Edeka im Husarenhof in Bautzen - und bald auch den im Allendeviertel.
Fabian Zellmer betreibt seit etwa 15 Jahren den Edeka im Husarenhof in Bautzen - und bald auch den im Allendeviertel. © Steffen Unger

Bautzen. Als im Februar bekannt wurde, dass der Betreiber des Edeka-Marktes im Bautzener Allendeviertel den Mietvertrag für den Markt gekündigt hat, sorgte das für viel Wirbel. Viele Anwohner waren besorgt – schließlich sei die Kaufhalle nicht nur eine wichtige Versorgungsmöglichkeit für die älteren Anwohner, sondern auch ein Treffpunkt in dem Viertel. Nun ist klar: Es gibt eine Lösung.

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Fabian Zellmer betreibt seit etwa 15 Jahren den Edeka Husarenhof – und künftig auch den im Allendeviertel. In der kommenden Woche sollen die Verträge unterzeichnet werden, berichtet er. Selbst das Eröffnungsdatum steht schon: Am 2. August will Fabian Zellmer die Türen zum neuen Markt öffnen.

Regale, Beleuchtung und Kassen werden erneuert

„Wir haben besprochen, ob es einen Neubau oder eine Modernisierung geben soll“, sagt er – „wie es jetzt aussieht, wird es nur eine Modernisierung.“ So will die Bautzener Wohnungsbaugesellschaft, der das Gebäude gehört, die Fußböden, die Fassade und die Sanitäranlagen neu machen. „Und wir wollen einen schönen, modernen Markt gestalten“, sagt Fabian Zellmer. Vieles im jetzigen Markt sei veraltet; „da gibt es einen Investitionsstau“, so formuliert er es. 700.000 Euro will der neue Betreiber in die Markt-Modernisierung investieren. Es soll neue Regale geben, eine neue Beleuchtung, neue Kassen, neue Kühlanlagen.

Auch im Regal soll es moderner werden, sagt Fabian Zellmer. In seiner Heimatstadt Chemnitz habe er vor Kurzem ein ähnliches Projekt gehabt und aus einem alten, kleinen Markt einen neuen modernen gestaltet. „In dem neuen Markt in Chemnitz habe ich umsortiert – und nicht, wie das oft in Edeka-Märkten der Fall ist, die Bioprodukte gesondert hingestellt – sondern diese mit zu allen Produkten ins Regal gestellt“, sagt er. „Daran mussten sich einige Kunden erst gewöhnen.“ Genau das habe er aber im Allende-Edeka auch vor. „Ich gehe davon aus, dass es den Leuten um gute Lebensmittel geht – und so können sie besser vergleichen“, sagt er. Oftmals seien die Bioprodukte gar nicht teurer als das, was sie ohnehin kaufen würden. „Natürlich gibt es aber auch weiterhin die Gut-&-Günstig-Produkte.“

Sortiment soll erweitert werden

Generell will Zellmer in dem Markt das Angebot um regionale und Bio-Waren erweitern. „Ich schätze, dass es dort momentan rund 4.000 Produkte zu kaufen gibt – ich werde etwa 9.000 anbieten“, sagt er. Unklar ist noch, ob der Markt eine Fleischtheke bekommt. Und auch, wie es mit dem Backshop weitergeht, ist noch ungewiss.

Sicher ist: Spätestens ab dem 1. Juli kann Fabian Zellmer in den Markt, um zu bauen. Sollte der derzeitige Marktbetreiber eher mit dem Ausräumen fertig sein, kann Zellmer vielleicht schon eher beginnen, erzählt er. „Mit vier Wochen Bauzeit sollte das aber zu schaffen sein“, sagt er. „Auch den Markt in Chemnitz haben wir in vier Wochen geschafft.“

Die größte Herausforderung: die Kühlanlagen

Nur eine Sache wird eine Herausforderung, erzählt er. „Unsere größte Challenge werden die Kühlanlagen“, so der 44-Jährige. „Die sind gerade Mangelware.“ Eine EU-Verordnung soll dazu beitragen, dass bestimmte Kühlmittel weniger genutzt werden - und macht diese teurer. „Jetzt erneuern alle ihre Kühlanlagen“, erzählt Fabian Zellmer. Hinzukommen Lieferengpässe wegen der Pandemie. „Die Lieferzeit beträgt da schnell mal zwölf bis 18 Wochen“, sagt er. „Aber ich gehe davon aus, dass es rechtzeitig klappt.“

Unsicherheit habe es auch unter den Mitarbeitenden des Marktes gegeben, berichtet Fabian Zellmer. „Ich werde alle, die weiterhin dort arbeiten wollen, übernehmen“, beruhigt er.

Shuttleservice für die Bauzeit geplant

Und in noch einer Sache will er beruhigen. So hatten sich viele Anwohner vor der Umbauzeit und der daraus entstehenden Versorgungslücke gesorgt. Die nächsten Märkte seien zu weit, gerade für Ältere, hieß es. Zwischenzeitlich war davon die Rede, dass es ein Versorgungszelt geben könnte – oder einen Behelfsmarkt in freien Räumen. Das sei aber nur schwer umzusetzen, unter anderem aus Brandschutzgründen.

Für die Übergangszeit hat sich Fabian Zellmer deshalb etwas anderes ausgedacht. „Wir wissen um die soziale Bedeutung des Marktes“, sagt er. „Wenn jemand anruft und eine Bestellung hat, liefern wir vom Edeka Husarenhof aus – das bieten wir ohnehin bereits an“, sagt er. „Ich bin gerade aber auch im Gespräch mit Bautzener Busunternehmen“, sagt er. Er will kostenlose Shuttlebusse einrichten, die mehrfach am Tag – vielleicht stündlich – fahren sollen. Vom Allende-Edeka aus zum Husarenhof-Edeka. Beginnen soll dieses Angebot dann, wenn er mit dem Bauen beginnt.

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