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Ein Filmstar in Kleinwelka

Der Bautzener Ortsteil kommt ins Kino. 2019 wurden dort Szenen für den Film „Fabian“ mit Tom Schilling gedreht. Jetzt hat der Streifen Premiere.

Hat jetzt auf der Berlinale Premiere: „Fabian“ nach dem gleichnamigen Roman von Erich Kästner, mit Tom Schilling in der Hauptrolle.
Hat jetzt auf der Berlinale Premiere: „Fabian“ nach dem gleichnamigen Roman von Erich Kästner, mit Tom Schilling in der Hauptrolle. © Matthias Wehnert

Bautzen. Moderne Autos verboten: Diese strikte Anweisung galt im August 2019 im Bautzener Ortsteil Kleinwelka für ein paar Tage. Warum? Die Autos hätten sich auf den Aufnahmen nicht gut gemacht. Denn an diesen Tagen wurde ein Kinofilm gedreht; mit dem Schauspieler Tom Schilling, der zum Beispiel aus „Werk ohne Autor“ bekannt ist, in der Hauptrolle. Er spielt „Fabian“ – im gleichnamigen Film nach dem Roman von Erich Kästner.

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Statt moderner Autos standen deshalb in jenem August Oldtimer in Kleinwelka herum, wie sie 1931 auf den Straßen zu sehen waren. Jenem Jahr, in dem „Fabian – oder Der Gang vor die Hunde“ spielt.

Tom Schilling stand im August 2019 für den Film "Fabian" in Bautzen vor der Kamera.
Tom Schilling stand im August 2019 für den Film "Fabian" in Bautzen vor der Kamera. © SZ
Oldtimer waren erlaubt - moderne Autos mussten für ein paar Tage fernbleiben.
Oldtimer waren erlaubt - moderne Autos mussten für ein paar Tage fernbleiben. © SZ
Filmtechnik stand in Kleinwelka herum.
Filmtechnik stand in Kleinwelka herum. © SZ
Alter Wagen statt Anhänger fürs Auto - so sah Kleinwelka beim Filmdreh aus.
Alter Wagen statt Anhänger fürs Auto - so sah Kleinwelka beim Filmdreh aus. © SZ
Fabians feine Seifen: So sah das Geschäft von innen aus.
Fabians feine Seifen: So sah das Geschäft von innen aus. © SZ

Fabian, Moralist und Autor, lebt der Geschichte zufolge in Berlin. Nachts treibt er sich mit einem wohlhabenden Freund, der von Schauspieler Albrecht Schuch gespielt wird, durch Bordelle und Kneipen. Tagsüber arbeitet er als Werbetexter einer Zigarettenfabrik. Fabian verliebt sich im Film in eine Frau, die von Schauspielerin Saskia Rosendahl gespielt wird.

In den Vorkriegsjahren gerät er in die Spannungen zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten. Er verliert durch die große Entlassungswelle seinen Job, während seine Freundin als Schauspielerin Karriere macht. Fabian beschließt, Berlin zu verlassen und in sein Elternhaus zurückzukehren.

Elternhaus-Szenen in Schwesternhäusern gedreht

Es ist der Punkt, an dem Bautzen ins Spiel kommt. Der Großteil des Films ist zwar in Berlin und in Görlitz gedreht worden. Die Szenen, die in dem Elternhaus spielen, sind aber in den Schwesternhäusern in Kleinwelka entstanden. Bautzener standen für den Film nicht vor der Kamera, hatte Produzent Felix von Boehm damals mitgeteilt. Mit einer tierischen Ausnahme: Schafe aus Kleinwelka hatten beim Dreh einen Auftritt.

Laut der Geschichte im Film befindet sich das Elternhaus von Fabian aber nicht in Kleinwelka, sondern im historischen Dresden. Auch viele der Szenen, die in Görlitz aufgenommen wurden, spielen im Film in Dresden. Zum Beispiel jene Szene, die am Viadukt in Görlitz gedreht wurde. Immer wieder ist Görlitz im Film zu sehen. Die Szenen um Fabians Wohnung zum Beispiel sind in der Görlitzer Jakobstraße aufgenommen worden.

Film tritt beim Festival Berlinale an

Am 1. Juli soll der Film, bei dem Dominik Graf Regie führte und Felix von Boehm Produzent war, in den Kinos starten, heißt es vonseiten der Produktionsfirma. Und: Die Szenen, die in Bautzen gedreht wurden, sind auch tatsächlich im Film zu sehen. Ein Trailer ist sogar schon veröffentlicht worden.

Einige Leute werden aber schon in dieser Woche einen Einblick in den ganzen Film bekommen. Denn er wird auf der Berlinale gezeigt, die wegen Corona etwas anders stattfindet als üblich. Wegen der Pandemie wird das Filmfestival auf mehrere Monate verteilt. So stehen die Filme dem Fachpublikum und Pressevertretern vom 1. bis 5. März online zur Verfügung. Begleitend dazu gibt es Online-Veranstaltungen wie Diskussionen und Workshops. Vom 9. bis 20. Juni findet der zweite Teil der Berlinale statt. Dann sollen die meisten Filme - in Anwesenheit der Filmschaffenden - in den Berliner Kinos zu sehen sein.

Dieses Jahr besteht die Jury der Berlinale aus sechs Regisseuren von sechs Goldenen-Bären-Gewinnerfilmen: Ihre Entscheidung über die Preisvergaben werden am 5. März verkündet. „Fabian“ hat im Wettbewerb um den goldenen und die silbernen Bären Konkurrenz von 14 anderen internationalen Filmen - von Korea und Japan über Mexiko, bis zu iranischen, französischen und ungarischen Produktionen. (mit Susanne Sodan)

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