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Bautzen

„Haus des Schweigens“ wird zur Festivalbühne

In Bautzen II wurden bis 1989 Kritiker der DDR inhaftiert. Ihre Erinnerungen sind am 17. September bei einer besonderen Theaterinszenierung zu erleben.

In der Gedenkstätte Bautzen findet eine Veranstaltung des Lausitz Festivals statt. In einer Theaterinszenierung kommen ehemalige Häftlinge des Bautzener Stasiknasts zu Wort.
In der Gedenkstätte Bautzen findet eine Veranstaltung des Lausitz Festivals statt. In einer Theaterinszenierung kommen ehemalige Häftlinge des Bautzener Stasiknasts zu Wort. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Gerhard Bause kennt das „Haus des Schweigens“ in- und auswendig. Knapp zwei Jahre isolierte das SED-Regime den gebürtigen Thüringer als politischen Häftling hinter Gittern von der Außenwelt. Ein Protestschreiben gegen die Ungerechtigkeiten in diesem – ihrem - Heimatland werden ihm und seiner Frau zum Verhängnis. In der Resolution im Januar 1988 fordern sie die Freilassung zu Unrecht inhaftierter Bürgerrechtler.

Jene Oppositionelle hatten sich unter die Parteidemonstration für Liebknecht und Luxemburg gemischt, um den medialen Rahmen für ihren Protest gegen die SED-Diktatur vorzutragen. Die Gefängniszeit gehört zu Bauses dunkelsten Lebenskapiteln.

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Seine Erinnerungen finden nun innerhalb des Lausitz Festivals einen Platz in der Musiktheaterinszenierung „Haus des Schweigens“ von Aron Kitzig. Die Performance ist am 17. September in der Bautzener Weigangstraße zu erleben. Grundlage des Werks sind Interviews mit ehemaligen Gefangenen des Bautzener Stasiknasts über ihre Träume während und nach der Gefangenschaft, darunter Gerhard Bause.

Der Gefangene kam im Februar 1989 nach einem Aufenthalt in der Stasi-Untersuchungshaftanstalt in Erfurt, Zwischenstopps in Cottbus und Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) im Februar in den „Kühlschrank der Nation“, wie Bautzen II auch bezeichnet wurde.

"Staatsverbrecher" kommen zu Wort

Der ehemalige politische Gefangene Manfred Matthies sagt dazu: „Niemand wusste, wo man war. Nichts drang nach draußen. Wenn die uns verschwinden lassen, sind wir einfach weg!“ Dem gebürtigen Magdeburger wurde nach zahlreichen geglückten Fluchthilfeaktionen eine Fahrt zwischen Ost- und West-Berlin im Dezember 1972 zum Verhängnis. Nach seiner Festnahme wurde er wegen „Spionage“ und „Fluchthilfe“ zu einer Haftstrafe von 13 Jahren verurteilt.

Neben Gerhard Bause und Manfred Matthies kommen auch die „Staatsverbrecher“, so hieß eine Gefangenen-Rubrik in Bautzen II, Hermann Reisch und Heike Waterkotte zu Wort.

Viele Erfahrungen der politischer Kritiker des SED-Regimes sind in das besondere Projekt des Videokünstlers Aron Kitzig eingeflossen. „Den vielfältigen Erinnerungen der Betroffenen soll so ein Raum gegeben werden; sie lassen auf lebendige Art das Erinnern zu Kultur werden. Es gilt, auf diese Weise dem ,Haus des Schweigens´ eine neue Stimme zu verleihen – und dies nicht zuletzt Kraft der Musik von Salvatore Sciarrino, Olivier Messiaen und Peter Maxwell Davies“, heißt es in der Ankündigung der Veranstaltung. (SZ)

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Wegen Corona sind zurzeit keine Besuche in der Gedenkstätte möglich. Interessenten erfahren trotzdem viel über die Schicksale Inhaftierter - auf sehr eindrucksvolle Art.

Die Veranstaltung beginnt am 17. September um 19.30 Uhr in der Gedenkstätte Bautzen, Weigangstraße 8a. Der Eintritt ist frei, solange die Plätze reichen.
Aufgrund der begrenzten Möglichkeiten vor Ort wird um Anmeldung unter [email protected] gebeten.

Weitere Infos: www.lausitz-festival.eu

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