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Pließkowitz: Keine höhere Belastung mit Feinstaub

Anwohner vermuteten eine zu hohe Belastung der Luftqualität durch den Steinbruch und beschwerten sich. Messungen ergaben jetzt etwas anderes.

Seit Jahren beschäftigt der Steinbruch Pließkowitz Anwohner und Behörden. Dabei geht es um die Feinstaubbelastung. Jetzt liegen Messwerte vor.
Seit Jahren beschäftigt der Steinbruch Pließkowitz Anwohner und Behörden. Dabei geht es um die Feinstaubbelastung. Jetzt liegen Messwerte vor. © SZ/Uwe Soeder

Malschwitz. Durch den Steinbruch Pließkowitz entsteht keine höhere Feinstaubbelastung. Das ergaben Sondermessungen des Landesumweltamtes Sachsen. Anlass dafür waren Bürgerbeschwerden aus dem angrenzenden Wohngebiet. Die Messungen zwischen dem 1. Oktober 2019 und dem 30. September 2020 untersuchten, welchen Einfluss der Betrieb des Steinbruchs auf die Luftqualität im angrenzenden Wohngebiet hat.

Gemessen wurden die Werte von Feinstaub mit einem maximalen Durchmesser von 10 Mikrometer und Staubniederschlag. Sie ergaben, dass die Grenzwerte eingehalten und zum Teil deutlich darunter lagen.

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Grenzwert nur einmal überschritten

Der Jahresmittelwert für Feinstaub lag bei 13,3 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft und liegt damit unter dem Jahresgrenzwert von 40 Mikrogramm. Der Tagesgrenzwert ist während des Messzeitraums an einem Tag (28. März 2020) überschritten worden. Laut Angaben des Sächsischen Landesamt für Umwelt und Ökologie stand diese Grenzwertüberschreitung mit dem Eintrag von Saharastaub in Verbindung, der bundesweit für hohe Feinstaubwerte mit Grenzwertüberschreitungen sorgte. Auch 12 Sprengungen während des Messzeitraums führten den Angaben zufolge nicht zu Auffälligkeiten bei den Feinstaub-Messwerten.

Der Grenzwert für Staubniederschlag ist ebenfalls über den gesamten Messzeitraum eingehalten worden. Der höchste Monatsmittelwert wurde im Mai gemessen und betrug 0,1 Gramm pro Quadratmeter und Tag. Der Grenzwert liegt hier bei 0,35 Gramm.

Die Messungen fanden an der Kreckwitzer Straße in Kleinbautzen statt, rund 500 Meter vom Steinbruch entfernt. Dieser Standort wurde im Vorfeld bei einer Ortsbegehung gemeinsam mit Bürgermeister Matthias Seidel (CDU) sowie mit Vertretern der Bürgerinitiative, des Landratsamtes und des Sächsischen Oberbergamtes ausgewählt. (asm)

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