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Kreis Bautzen: Wo Parkplätze für Mitarbeiter Geld kosten

Etliche Arbeitgeber im Landkreis Bautzen bieten kostenlose Stellplätze an, aber nicht alle. Welche Regeln gibt's dafür eigentlich? Sächsische.de hat nachgefragt.

Mit dem Auto zur Arbeit und dann? Während etliche Unternehmen kostenlose Parkplätze anbieten, muss anderenorts gezahlt werden. Beschäftigte der Kamenzer Stadtverwaltung zum Beispiel können auf den Parkflächen am Damm vergünstigt parken.
Mit dem Auto zur Arbeit und dann? Während etliche Unternehmen kostenlose Parkplätze anbieten, muss anderenorts gezahlt werden. Beschäftigte der Kamenzer Stadtverwaltung zum Beispiel können auf den Parkflächen am Damm vergünstigt parken. © René Plaul

Bautzen. Von Haustür zu Haustür. So sähe die ideale Lösung für Arbeitnehmer aus, die mit dem Auto zur Arbeit fahren. Und am besten wäre es, wenn es dort noch einen kostenlosen Parkplatz gibt. Und wie sieht es in der Realität aus?

Die Stadt Bautzen zum Beispiel bestätigt, dass die Mitarbeiter der Verwaltung und auch Lehrer an den städtischen Schulen bezahlen müssen, wenn sie einen Stellplatz nutzen. Derzeit werde an einer einheitlichen Regelung für die monatliche Gebühr gearbeitet. Auch das Bautzener Landratsamt bietet seinen Mitarbeiten kostenpflichtige Parkplätze an. Aber wie machen das andere Arbeitgeber im Landkreis Bautzen und wie ist das eigentlich geregelt? Sächsische.de beantwortet die wichtigsten Fragen dazu.

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Wo müssen Arbeitnehmer für einen Parkplatz zahlen?

Die Stadt Bautzen vermietet derzeit 25 Parkplätze an Mitarbeiter der Verwaltung, dazu gehören etwa Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) oder Finanzbürgermeister Robert Böhmer. Dazu kommen noch Stellplätze an den Schulen in städtischer Trägerschaft. Für diese müssen die Lehrer ebenfalls eine monatliche Gebühr bezahlen. Derzeit arbeitet die Verwaltung daran, diese Gebühren anzupassen, so soll jeder Stellplatz künftig 40 Euro im Monat kosten.

Das Landratsamt verlangt ebenfalls Parkgebühren - für Stellplätze im Freien sowie für die Plätze im eigenen Parkhaus an der Bautzener Bahnhofstraße, das Ende 2010 mit knapp 100 Stellplätzen auf vier Ebenen eröffnet wurde.

Mitarbeiter der Stadtverwaltung Kamenz können „einen vergünstigten Parkausweis für das Parken auf den Parkflächen am Damm, am Bönischplatz oder auf dem Parkdeck am Lessingmuseum erwerben“, erklärt Stadtsprecher Thomas Käppler. „Aktuell nutzen dies circa 40 Mitarbeiter - fast die Hälfte der Kernverwaltung.“ Ein Stellplatz koste zehn Euro im Monat. „Die eingenommenen Parkgebühren fließen allgemein dem Haushalt zu.“

Anders sieht es in der freien Wirtschaft aus. Der Zughersteller Alstom in Bautzen bietet seinen Mitarbeitern kostenfreie Parkplätze an der Fabrikstraße und auf der Spreeseite an. Diese gehören zum Firmengelände, erklärt Alstom-Sprecher Jörn Bischoff. Auch bei TD Deutsche Klimakompressoren im Bernsdorfer Ortsteil Straßgräbchen gibt es ausreichend kostenlose Parkplätze für Mitarbeiter, bestätigt Vizepräsident Ronald Juhnke. Dies sei Standard, aber an dem ländlichen Standort im Vergleich zu Innenstädten sicher auch einfacher. Bei Trumpf in Neukirch/Lausitz gibt es für die Beschäftigten kostenlose Parkplätze für Autos und Motorräder sowie eine überdachte Fahrradgarage.

Die Oberlausitz-Kliniken bieten etwa 280 Mitarbeitern in Bautzen und 120 Mitarbeitern in Bischofswerda Pkw-Stellplätze an, erklärt Markus Mantei, Leiter des Service. „Diese Stellplätze kosten je nach Lage zwischen neun, ab 2022 zehn und 49 Euro.“ Alle Plätze würden auch tatsächlich genutzt, es gebe Wartelisten. Kostenlose Stellplätze gebe es lediglich für Zweiräder. „Fahrräder können zum Teil in abgeschlossenem Bereich untergebracht werden, ein Teil der Fahrrad-Stellplätze ist videoüberwacht“, fügt Markus Mantei hinzu.

Bekommen Arbeitnehmer Geld für Parkplätze zurück?

Arbeitgeber dürfen Geld für Mitarbeiterparkplätze verlangen. Die Stadt Bautzen verweist auf den Grundsatz der Gleichwertigkeit. Demnach müsse „für eine zur Verfügung gestellte Leistung eine angemessene Gegenleistung erhoben“ werden.

Ellen Zöllner, Leiterin der Bautzener Niederlassung der Steuerberatungsgesellschaft Schmidt & Partner, erklärt, dass dies zulässig ist. Wer ein Grundstück mit Stellflächen besitzt, dürfe diese auch vermieten. „Arbeitnehmer können diese Ausgaben im Rahmen ihrer Werbekostenpauschale geltend machen.“

Die Pauschale betrage 1.000 Euro und beinhalte etwa auch das Pendlergeld für den Weg zur Arbeit oder die berufliche Nutzung von privatem Smartphone oder Computer. Arbeitgeber, die ihrerseits Parkplätze mieten, um sie ihren Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen, können diese Kosten als Betriebsausgaben angeben.

Ziehen kostenlose Parkplätze Fachkräfte an?

Die Vertriebsleiterin eines Unternehmens für Personaldienste aus dem Landkreis Bautzen sagt, dass Parkplätze wichtig und definitiv ein Thema in Vorstellungsgesprächen seien. „Arbeitgeber, die Stellplätze kostenlos anbieten, erhöhen die Chancen, geeignete Bewerber und neue Mitarbeiter zu bekommen.“ In Innenstädten stoße man da aber schnell an Grenzen, was etwa Mitarbeiter im Handel spüren.

Für Trumpf-Sprecher Manuel Thomä sind „kostenlose Stellplätze ein kleiner, aber wichtiger Teil einer angenehmen Arbeitsumgebung“. Ähnlich sieht es sein Kollege Jörn Bischoff von Alstom. Ob Parkgebühren auf potenzielle Mitarbeiter abschreckend wirken, könne er nicht sagen. „Die kostenlos verfügbaren Parkplätze sind aber sicherlich als ein Pluspunkt in dem von uns gebotenen Gesamtpaket zu werten.“

Markus Mantei von den Oberlausitz-Kliniken kann das dagegen besser einschätzen. „Aus unserer Erfahrung wirken Parkgebühren nicht abschreckend. Die Möglichkeit, einen Parkplatz mieten zu können, wird oft abgefragt von neuen Mitarbeitern.“

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