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Löbau wird zum Mekka für Wasserbauer

Das Berufsschulzentrum hat nach langem und hartnäckigem Kampf den Zuschlag für diese Ausbildung erhalten. Bisher gab es das so in Sachsen nicht.

Wasserbauer sind gefragt - so wie hier am Landwasser in Oderwitz, wo 2013 das alte Dachwehr aus Hochwasserschutzgründen zurückgebaut wurde.
Wasserbauer sind gefragt - so wie hier am Landwasser in Oderwitz, wo 2013 das alte Dachwehr aus Hochwasserschutzgründen zurückgebaut wurde. © Matthias Weber

Sie legen auch schon mal neue Wege für Ruderboote und Ozeanriesen an, befassen sich mit der Standfestigkeit der Ufer von Flüssen oder Seen, beheben und verhindern Hochwasserschäden und haben auch den Umweltschutz im Auge: Wasserbauer sind überall gefragt. Nun werden sie sogar im Kreis Görlitz ausgebildet. Das Berufsschulzentrum Löbau ist die erste und einzige Berufsschule in Sachsen, an der diese Ausbildung ab dem neuen Schuljahr angeboten wird. Und das ist kein Zufall.

"Wir verhandeln dazu schon seit Längerem und haben uns inzwischen rund zwei Jahre lang auf den Start vorbereitet", erklärt Schulleiterin Kerstin Bronlik. Die Schule hatte sich darum beworben, diesen Beruf anbieten zu können. Bislang mussten nämlich alle Sachsen, die Wasserbauer werden wollten, für den Berufsschulteil für mehrere Wochen nach Brandenburg gehen - nun können sie in Löbau die wichtigen Grundlagen erhalten. "Die Landestalsperrenverwaltung hat sehr gut mit uns zusammengearbeitet und uns in dem langen Verfahren unterstützt", betont die Schulleiterin. Neben der Landestalsperrenverwaltung (LTV) sind auch Baubetriebe wie die Osteg im Kreis Görlitz und weitere Bauunternehmen aus dem Kreis Bautzen sehr an der Ausbildung interessiert.

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Erste Klasse ist schon gebucht

Warum, liegt auf der Hand: "Der Bedarf an Wasserbauern in Sachsen ist gestiegen. Auch die Landestalsperrenverwaltung benötigt in den kommenden Jahren deutlich mehr Personal an ihren Stau-, Fluss- beziehungsweise Gewässermeistereien und hat daher die Anzahl der Ausbildungsplätze in diesem Beruf erhöht", erklärt LTV-Sprecherin Patricia Zedel. Da das Berufsbildungszentrum der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung in Kleinmachnow in Brandenburg den Bedarf schon lang nicht mehr decken konnte, ist hier bereits seit zwei Jahren das überbetriebliche Ausbildungszentrum der sächsischen Bauwirtschaft Bau Bildung Sachsen im Boot, ergänzt Frau Zedel. Dabei habe sich bereits eine gute Zusammenarbeit mit dem Berufsschulzentrum in Löbau entwickelt und es sei daher sinnvoll, hier die Wasserbauer-Ausbildung zu verankern. Eine andere Berufsschule sei nicht in Betracht gekommen, bestätigt die Sprecherin.

Auch Kerstin Bronlik bestätigt, dass ihre Schule schon seit Jahren mit dem Baugewerbe - besonders dem Tiefbau - eng verbandelt ist und an ihrer Schule auch Lehrer unterrichten, die mit den Inhalten des Wasserbauer-Lehrplanes durchaus vertraut sind. Schulleiterin Bronlik freut sich mit Blick auf das neue Angebot aber vor allem, dass eine erste Klasse bereits beisammen ist: "Wir haben rund 20 Anmeldungen", bestätigt sie. Auf längere Sicht hält sie zwei Wasserbauer-Klassen durchaus für realistisch.

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Ebenfalls neu anmelden kann man sich in Löbau jetzt auch für die Dachdecker-Ausbildung. Hier profitiert das Berufsschulzentrum von der neuen Berufsschulnetzplanung, die ab 1. August in Kraft tritt und nicht gänzlich unumstritten ist - vor allem nicht aus Sicht des Landkreises Bautzen. Der Kreis Görlitz profitiert in Teilen durchaus von der neuen Zuordnung, die am Ende zu einer Stärkung der von 60 Berufsschulzentren sachsenweit führen soll. Dass Löbau nun auch die Dachdecker bei sich hat, lag in dem Fall nahe, weil hier bereits die Zimmerer ausgebildet werden und es somit Synergieeffekte gibt, die man nutzen könne, erklärt Frau Bronlik. Somit werden demnächst Schüler aus Dresden und den Kreisen Meißen, Bautzen und Görlitz hier ausgebildet. Anmeldungen werden noch bis zum Ausbildungsstart im Spätsommer angenommen.

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