merken
PLUS Bischofswerda

Das ist die Einkaufs-Zukunft in Bischofswerda

Die Stadt legt ihr Handelskonzept öffentlich aus und will Bürger-Meinungen hören. Dabei geht es etwa um eine zweite Drogerie und den Schutz der Innenstadt.

Laut dem Handelskonzept ist der Drogeriemarkt Rossmann einer der Magneten für den Handel in Bischofswerdas Innenstadt.
Laut dem Handelskonzept ist der Drogeriemarkt Rossmann einer der Magneten für den Handel in Bischofswerdas Innenstadt. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Die Stadtverwaltung hat es bereits angekündigt. Wie in der jüngsten Stadtratssitzung beschlossen, können die Schiebocker ab dem kommenden Montag den Entwurf des aktualisierten Einzelhandels- und Zentrenkonzepts der Stadt einsehen, entweder im Bürgerbüro, auf den Internetseiten des Freistaates Sachsen oder der Homepage der Stadt Bischofswerda. Nicht nur die Einwohner, auch Behörden und Unternehmen haben bis zum 22. Januar die Möglichkeit, Auskünfte zu erhalten und Stellungnahmen abzugeben.

„Das Konzept soll die Entwicklungsmöglichkeiten des stationären Einzelhandels in Bischofswerda gutachterlich bestimmen und realistische Strategien für eine städtebaulich nachhaltige Entwicklung der Wirtschaftsgruppe ableiten“, teilt die Stadtverwaltung mit. „Bedenken und Anregungen können schriftlich oder zur Niederschrift im Bürgerbüro der Stadtverwaltung abgegeben werden.“

Dann wird sich zeigen, ob auch andere von den Schiebocker Einkaufsangeboten und -möglichkeiten so überzeugt sind, wie Oberbürgermeister Holm Große (parteilos), der anlässlich des langen Einkaufssonnabends am 5. Dezember mitteilte: „Die Angebote des Bischofswerdaer Einzelhandels sind im Vergleich zu anderen Städten besser als ihr Ruf – dies wurde uns aktuell in der Analyse der Ist-Situation beim Einzelhandels- und Zentrenkonzept überzeugend dargelegt.“

Arbeit und Bildung
Alles zum Berufsstart
Alles zum Berufsstart

Deine Ausbildung finden, die Lehre finanzieren, den Beruf fortführen - Hier bekommst Du Stellenangebote und Tipps in der Themenwelt Arbeit und Bildung.

Sächsische.de liegt das Konzept bereits vor. In den Ergebnissen des Beratungsunternehmens Dr. Lademann & Partner geht es vor allem darum, was es gibt, was geplant ist und was noch fehlt. Dabei konzentriert man sich auf die nachfolgend aufgeführten Zentren, wie Berater Jonas Hopfmann in der jüngsten Stadtratssitzung erklärt hat. Es handele sich dabei, um eine „Strategie der räumlich-funktionalen Arbeitsteilung“.

1. Innenstadt Bischofswerda stärken

Der Handel in der Schiebocker Innenstadt, etwa hier auf dem Altmarkt, soll gestärkt und geschützt werden, zum Beispiel mit einer Neuansiedlung an ihrem Rand.
Der Handel in der Schiebocker Innenstadt, etwa hier auf dem Altmarkt, soll gestärkt und geschützt werden, zum Beispiel mit einer Neuansiedlung an ihrem Rand. © SZ/Uwe Soeder

Die Innenstadt ist laut dem Konzept der wichtigste Einzelhandelsstandort mit breitem Angebot. Seine Position soll durch gezielte Neuansiedlungen gestärkt werden. Das drücke sich etwa im geplanten Edeka-Markt an der Stolpener Straße aus. Mit ihm sollen durch eine Fußgängerbrücke über die Wesenitz die Wege zur Kerninnenstadt und durch seine Angebote die Nahversorgung weiter verbessert werden.

Die Lebensmittelbetriebe seien zwar im gesamten Kernstadtgebiet gleichmäßig verteilt, aber neben den vielen Discountern gebe es mit Rewe nur einen Vollsortimenter, und der befinde sich mit seiner Lage an der Carl-Maria-von-Weber-Straße auch noch am Rand des Stadtgebietes. Mit Edeka käme ein zweiter solcher Markt hinzu. Durch diesen „großflächigen Magnetbetrieb“ würden mehr Kunden in die Innenstadt kommen.

Zudem werde die Verlagerung des Aldi-Marktes vom Güterbahnhof an die Bautzener Straße die Versorgung „im nördlichen Kernstadtgebiet verbessern“. Der jetzige Aldi-Markt schließt am Donnerstagabend, der neue öffnet an diesem Sonnabend.

2. Schiebock-Passage weiterentwickeln

In der Schiebock-Passage gibt es die wichtigsten Dinge für die Nahversorgung, und das soll auch so bleiben, mindestens.
In der Schiebock-Passage gibt es die wichtigsten Dinge für die Nahversorgung, und das soll auch so bleiben, mindestens. © SZ/Uwe Soeder

Die Schiebock-Passage in Bischofswerda-Süd wird als „ergänzender Versorgungsstandort mit herausgehobener Bedeutung für die wohnortnahe Grundversorgung“ eingestuft. Sie sei zu sichern und je nach Bedarf maßvoll weiterzuentwickeln.

Die Passage erfülle die Anforderungen an eine zentrale Versorgung, zu der laut des Beratungsunternehmens Lebensmittel, Getränke, Drogerieartikel, Zeitungen, Pharmazieartikel oder Schnittblumen gehören.

3. Carl-Maria-von-Weber-Straße sichern

Die meisten Kunden kommen mit dem Auto an die Carl-Maria-von-Weber-Straße. Hier gibt es diverse Fachmärkte. Eine bestimmte Branche sollte besser nicht dazukommen, heißt es im aktualisierten Handelskonzept der Stadt.
Die meisten Kunden kommen mit dem Auto an die Carl-Maria-von-Weber-Straße. Hier gibt es diverse Fachmärkte. Eine bestimmte Branche sollte besser nicht dazukommen, heißt es im aktualisierten Handelskonzept der Stadt. © SZ/Uwe Soeder

Hier handele es sich um einen Sonderstandort vor allem für Kunden, die mit dem Auto kommen. Mit Rewe gebe es hier den bislang einzigen Vollsortimenter in Bischofswerda. Dazu kommen Fachmärkte wie der Hagebaumarkt, Deichmann, Expert, Möbel Sachse, Adler oder Dänisches Bettenlager.

Die Ansiedlung eines Drogeriemarktes sei hier keine empfehlenswerte Option, denn dieser stünde „im unmittelbaren Wettbewerb zur Innenstadt“ und der dortigen Rossmann-Filiale am Altmarkt. Diese sei im Zentrum der Stadt einer der wenigen Magnete. Man befürchte bei der Ansiedlung eines weiteren Drogeriemarktes sogar, dass Rossmann sich aus Bischofswerda verabschiedet.

4. Drebnitzer Weg für Fachmärkte nutzen

Auf dem Gelände des ehemaligen Fortbildungswerkes zwischen Neustädter Straße und Drebnitzer Weg sieht es bisher nicht nach Einkaufen aus. Dabei könnten hier neben einem Discounter verschiedene Fachmärkte entstehen.
Auf dem Gelände des ehemaligen Fortbildungswerkes zwischen Neustädter Straße und Drebnitzer Weg sieht es bisher nicht nach Einkaufen aus. Dabei könnten hier neben einem Discounter verschiedene Fachmärkte entstehen. © SZ/Uwe Soeder

Völlig unklar scheint zu sein, ob, wann und was zwischen Neustädter Straße und Drebnitzer Weg passiert, weil sich der Eigentümer, die Saller-Gruppe aus Thüringen, und die Stadt nicht einig sind. Der Investor plant, den Netto-Markt von der Belmsdorfer Straße hierher zu holen und will außerdem mindestens einen Drogeriemarkt ansiedeln.

Das Beratungsunternehmen sieht dieses Areal als möglichen Sonderstandort, aber auch hier gelte das Gleiche wie an der Carl-Maria-von-Weber-Straße: Kein Drogeriemarkt, denn der würde die Innenstadt schwächen.

Neben dem Netto-Markt könnten sich hier vielmehr Fachmärkte ansiedeln, die „nicht zentrenrelevant“ seien. Empfohlen werden Geschäfte für Tierfutter, Sport- und Freizeitartikel, Möbel und Einrichtung oder ein Bau- und Gartenfachmarkt.

Mit dem kostenlosen Newsletter „Bautzen kompakt“ starten Sie immer gut informiert in den Tag. Hier können Sie sich anmelden.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Bischofswerda