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Bischofswerda: So sieht es jetzt im Jugendhaus aus

Aus dem Offenen Treff an der Belmsdorfer Straße soll ein Haus für alle Generationen werden. Wie der Umbau läuft und was künftig alles möglich sein wird.

Robert Geburek zeigt den neu geschaffenen Mehrzweckraum im Jugendhaus an der Belmsdorfer Straße in Bischofswerda. Der erste Abschnitt beim Umbau soll Anfang 2022 fertig sein.
Robert Geburek zeigt den neu geschaffenen Mehrzweckraum im Jugendhaus an der Belmsdorfer Straße in Bischofswerda. Der erste Abschnitt beim Umbau soll Anfang 2022 fertig sein. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Das Jugendhaus an der Belmsdorfer Straße in Bischofswerda ist derzeit eine große Baustelle. Bereits seit Anfang April sind in dem Flachbau aus DDR-Zeiten die Handwerker zugange. Für rund 1,5 Millionen Euro wird das einst als Kindergarten der Dresdner Herrenmode errichtete Gebäude umgebaut und saniert. 150.000 Euro kommen von der Stadt, der Rest des Geldes wird über Fördermittel finanziert.

„Wir befinden uns derzeit noch im ersten Bauabschnitt“, sagt Robert Geburek, Vorsitzender des Vereins Regenbogen, der das Haus betreibt. Bisher wurde der hintere Teil des rund 50 Meter langen T-förmigen Gebäudes umgestaltet. So wurde unter anderem ein Raum angebaut.

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Dort soll künftig ein Jugendklub untergebracht werden, der erst noch wiederbelebt werden soll. „Wir wollten ursprünglich den Keller für die Jugendlichen ausbauen. Aber die Preise für die Baumaterialien und Handwerker haben sich seit der ersten Planung stark erhöht. Deswegen ist es jetzt die billigere Variante mit dem Anbau geworden“, erklärt Geburek.

Das Gebäude an der Belmsdorfer Straße stammt noch aus DDR-Zeiten und wurde früher als Kindergarten der Dresdner Herrenmode genutzt. Derzeit wird es komplett umgebaut.
Das Gebäude an der Belmsdorfer Straße stammt noch aus DDR-Zeiten und wurde früher als Kindergarten der Dresdner Herrenmode genutzt. Derzeit wird es komplett umgebaut. © SZ/Uwe Soeder

Der Jugendklub ist vor allem für die Jugendlichen gedacht, die bis zum Abschluss der Umbaumaßnahmen volljährig werden und derzeit noch zum Offenen Treff kommen. „Wir wollen damit auch ein Angebot für alle Bischofswerdaer Jugendlichen schaffen, auch wenn zunächst wohl nur die aus dem Süden herkommen werden. Die Bahnlinie trennt die Stadt leider etwas“, meint der Vereinsvorsitzende.

Asbest musste beseitigt werden

In der Mitte des Gebäudes wurde ein großer offener Mehrzweckraum geschaffen. „Das ist für mich das Highlight“, findet Geburek. „Hier führte vorher ein Gang durch, und davon gingen mehrere Räume ab. Es war eine klassische Kindergarten-Einrichtung. Jetzt ist es ein großer Raum.“ Dafür musste auch Asbest in der Decke beseitigt und fachgerecht entsorgt werden. „Ich finde es aber gut, dass man das Gebäude nicht abgerissen und ein neues gebaut hat. Das hätte ohnehin mehr Geld gekostet.“

So sieht der neue zentrale Mehrzweckraum aus. Er soll bis Januar 2022 fertig gestaltet sein und künftig von Vereinen aus Bischofswerda genutzt werden können.
So sieht der neue zentrale Mehrzweckraum aus. Er soll bis Januar 2022 fertig gestaltet sein und künftig von Vereinen aus Bischofswerda genutzt werden können. © SZ/Uwe Soeder

Rund 142 Quadratmeter fasst der Mehrzweckraum, der ab Mitte Januar genutzt werden soll. „Jeder Verein der Stadt soll dabei die Möglichkeit bekommen, hier Angebote zu unterbreiten“, so Geburek. Es könnten also auch Kurse der Volkshochschule oder Lesungen in diesem Raum stattfinden. Geburek kann sich auch kleine Konzerte in dem Raum sehr gut vorstellen. „Aber alles unter Vorbehalt des Lärmschutzkonzeptes.“

Außerdem entstehen im ersten Bauabschnitt derzeit ein barrierefreier Eingang sowie zwei weitere Mehrzweckräume. „Im Innenhof planen wir auch noch mehrere Graffiti-Wände“, blickt Geburek voraus. Diese sollen aus Beton sein und jungen Graffiti-Künstlern zur Verfügung stehen. „Da müssen wir aber noch schauen, wie wir es am besten umsetzen.“

Fertigstellung im Sommer 2022

Um die Rohbauarbeiten kümmert sich im Moment die Königsbrücker Ingenieur- und Straßenbau GmbH. Im März hatte es über diese Entscheidung im Ausschuss für Technik und Wirtschaft des Stadtrates eine große Diskussion gegeben. Denn nicht alle Stadträte waren mit der Vergabe an die Königsbrücker Baufirma zufrieden.

So äußerte Hartmut Horn von der CDU-Fraktion damals seine Bedenken, ob die Firma die Bauarbeiten wirklich so umsetzen kann wie geplant. Denn das Unternehmen sei schon mehrfach insolvent gewesen und habe ein Angebot abgegeben, das deutlich unter den Preisen der Konkurrenz lag. Letztendlich stimmte Horn aber dafür.

Robert Geburek, der selbst für die Fraktion „Bürger für Bischofswerda“ im Stadtrat sitzt, zeigt sich jetzt zufrieden mit den Arbeiten der Firma. „Ein großes Lob auch an die Stadtverwaltung und Wüstenrot als Projektleiter, aber vor allem an die Planungsfirma. Es gibt hier wöchentliche Baubesprechungen. Es läuft alles nach Plan, und wir liegen mit dem Budget derzeit im Limit.“ Geplant wird der Umbau von der Stadtentwicklungsgesellschaft Dresden/Sachsen.

Robert Geburek zeigt am Bauplan, was im ersten Bauabschnitt schon alles erledigt wurde.
Robert Geburek zeigt am Bauplan, was im ersten Bauabschnitt schon alles erledigt wurde. © SZ/Uwe Soeder

Wenn alles nach Plan läuft, könnte das umgebaute Gebäude im Sommer nächsten Jahres eingeweiht werden. Wie Architektin Ingrid Rappl bereits vor einem Jahr mitteilte, ist das Ziel, bis zum späten Frühjahr oder frühen Sommer 2022 fertig zu sein.

Durch Corona weniger Kinder im Offenen Treff

Daran habe sich nichts geändert. „Wir liegen gut im Zeitplan“, informiert Geburek. „Der erste Bauabschnitt soll Mitte Januar abgeschlossen sein. Dann beginnt der zweite, dieser wird wahrscheinlich im Juni fertig.“ Verzögerungen gebe es derzeit nur durch zu wenig Baumaterial. „Überall fehlen derzeit Holz, Schrauben und Material für den Trockenbau. Aber da können wir nichts machen.“

Wenn der Umbau abgeschlossen ist, soll neben dem Jugendclub auch der Offene Treff „B28“ die neuen Räume nutzen. „Der Offene Treff hat aber auch während des gesamten Umbaus geöffnet“, macht Geburek deutlich. Derzeit würden täglich bis zu 15 Kinder das Angebot wahrnehmen. „Vor Corona waren es deutlich mehr, da hatten wir bis zu 25 Kinder.“

Das Haus soll aber „nicht nur Angebote für Kinder und Jugendliche haben, sondern auch für Familien, Alleinerziehende, Migranten, Menschen mit Behinderung, um so ein Haus der Generationen zu werden“, heißt es auf der Internetseite des Vereins. Gefördert werde dies durch den Europäischen Sozialfond (ESF).

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