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Prozess um Tod von Daniel H. wird in Dresden geführt

Ein Verteidiger wollte den Prozess am liebsten außerhalb Sachsens stattfinden lassen. Ein faires Verfahren sei hier nicht möglich.

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© dpa/Sebastian Kahnert

Chemnitz/Dresden.  Der Prozess um die tödliche Messerattacke auf Daniel H. in Chemnitz wird aus Sicherheitsgründen und wegen des großen öffentlichen Interesses nach Dresden verlegt. Die Hauptverhandlung vor dem Landgericht Chemnitz beginnt am 18. März im Sicherheitssaal des Oberlandesgerichts. Publikum und Prozessbeteiligte sind durch eine Glasscheibe getrennt. Das Gebäude kann nur durch eine Sicherheitsschleuse betreten werden.

Eine der vier Verteidiger des Angeklagten fordert zudem, den Prozess in einem anderen Bundesland stattfinden zu lassen. In Sachsen ist ihrer Meinung nach auch wegen der bevorstehenden Landtagswahl ein faires Verfahren nicht möglich.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem angeklagten Syrer Alaa S. gemeinschaftlichen Totschlag und gemeinschaftlichen versuchten Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vor. In der Nacht vom 26. auf den 27. August 2018 soll er gemeinsam mit einem inzwischen untergetauchten Iraker den 35 Jahre alten Deutschen am Rande des Chemnitzer Stadtfestes mit einem Messer getötet haben. Beide sollen zudem einen weiteren Mann verletzt haben. Das Verfahren gegen den Iraker wurde abgetrennt.

Der Fall erregte bundesweit Aufmerksamkeit. Zuletzt war darüber spekuliert worden, ob ein Streit um Drogen das Verbrechen ausgelöst haben könnte. Unklar ist bislang, ob auch ein dritter Tatverdächtiger angeklagt wird. Der ebenfalls aus dem Irak stammende Mann war Mitte September aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

Der Sicherheitssaal des OLG Dresden war mit Kosten von 5,5 Millionen Euro für den Prozess gegen die rechtsextreme Terror-Vereinigung "Gruppe Freital" hergerichtet worden. Publikum und Prozessbeteiligte sind hier durch eine Glasscheibe getrennt. Der Saal kann nur durch eine Sicherheitsschleuse betreten werden.

Er wird derzeit für zwei Prozesse genutzt. In einem Verfahren müssen sich zwei Männer der rechtsextremen "Oldschool Society" unter anderem wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung verantworten. Am Montag begann hier zudem der Prozess gegen die frühere AfD-Chefin Frauke Petry. Ihr wird vorgeworfen, 2015 im Wahlprüfungsausschuss des Sächsischen Landtages falsche Angaben gemacht und diese beeidet zu haben. (SZ/lot/dpa)