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Ausflüge nach Tschechien: Was ist erlaubt?

Der kleine Grenzverkehr ist zwar wieder möglich, aber viele Beschränkungen bleiben. Sächsische.de gibt einen Überblick.

Mikulov am Stürmer Hotel Cepin: Kellnerin Jitka Vortova erwartet zumindest im Außenbereich wieder Gäste.
Mikulov am Stürmer Hotel Cepin: Kellnerin Jitka Vortova erwartet zumindest im Außenbereich wieder Gäste. © Egbert Kamprath

Kellnerin Jitka ist froh. Seit Montag darf sie wieder auf der Terrasse des Hotels Cepín in Mikulov (Niklasberg) im Erzgebirge bedienen. Und es brauchte nicht lange, da waren trotz kühlen Wetters die ersten deutschen Gäste da. „Sie nutzen unser Angebot sehr eifrig“, bestätigt Jitka.

Denn schon seit Donnerstag letzter Woche ist der kleine Grenzverkehr wieder erlaubt. Für 12 Stunden ist der Ausflug ins Tschechische ohne Anmeldung, Test oder Quarantäne möglich. Doch es ist anders, als vor einem Jahr die Grenzen wieder öffneten. Noch längst nicht ist alles wie vorher. Und viele Auflagen gelten weiter.Der kleine Grenzverkehr ist zwar wieder erlaubt, aber viele Beschränkungen bleiben. Sächssiche.de gibt einen Überblick.

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Was hat aktuell im Nachbarland geöffnet?

Seit 10. Mai hat der komplette Einzelhandel wieder geöffnet. Allerdings leben viele Märkte im Grenzgebiet von deutschen Kunden, weshalb sie länger geschlossen waren. Die Erlaubnis für den kleinen Grenzverkehr kam für sie dann doch etwas überraschend. Inzwischen sind die Regale aber gut gefüllt.

Seit Montag darf wieder in Außenbereichen von Restaurants und Cafés bedient werden. Doch Achtung, nicht jedes Restaurant hat einen Biergarten. Andere wiederum haben einen, aber er ist zu klein oder aufgrund der Mindestabstände passen zu wenig Tische vor das Café und eine Bedienung würde sich nicht lohnen. Es sind in den letzten Tagen aber auch Biergärten an Stellen entstanden, wo vorher keine waren. Oder die Wirte haben ihren Außenbereich noch etwas vergrößert.

Auch die meisten Dienstleister arbeiten wieder. Allen voran Friseure, Kosmetik, Fußpflege. Mit Einschränkungen haben auch Fitnessstudios geöffnet. Zoos dürfen Besucher bis zu einer Auslastung von 50 Prozent einlassen. Auch Museen, Galerien, Burgen und Schlösser dürfen wieder Besucher empfangen. Geöffnet haben auch Auto- und Fahrradwerkstätten, Uhrmacher, Schuster, einfach alles.

Brauche ich für den Biergarten einen Test?

Zunächst die gute Nachricht: Anders als in Sachsen ist zum Einkaufen kein Test nötig. Man braucht auch keinen Termin. Und die Öffnungszeiten sind bis auf Ausnahmen schon fast so wie früher. Es gibt aber Beschränkungen, wie viele Menschen pro Quadratmeter sich in einem Geschäft aufhalten dürfen. Außerdem gilt die Maskenpflicht.

Für die Außenbereiche von Restaurants und Cafés gelten nun die drei G’s – getestet, geimpft, genesen. Ein negativer PCR-Test gilt immerhin sieben Tage. Ein Antigen-Test darf nicht älter als drei Tage sein. Ein Problem könnte die Sprache werden. „Möglichst in englischer Übersetzung“, antwortet Jozef Král, stellvertretender Leiter der Bezirkshygienestation in Ústí nad Labem (Aussig), auf die Frage, wie der Test vorliegen soll. Auch ein Selbsttest ist möglich. Der müsste aber vorher vor Ort unter Zeugen durchgeführt werden.

Ganz aus dem Schneider sind vollständig Geimpfte. Wie in Deutschland gilt: 14 Tage nach der zweiten Impfung bzw. beim Impfstoff von Johnson & Johnson nach der Ersten. Als Nachweis wird der deutsche Impfausweis anerkannt, der auch auf Englisch und Französisch ausgestellt ist. Auch Menschen, die in den letzten 90 Tagen Covid-19 hatten, dürfen bei entsprechendem Nachweis in den Biergarten. Der Nachweis sollte aber ebenfalls möglichst auf Englisch vorliegen.

Alles, was für die Biergärten gilt, gilt auch für körpernahe Dienstleistungen wie Friseur, Massage, Kosmetik usw. Dort gilt auch Maskenpflicht. „Wenn die Behandlung es erfordert, kann man sie aber absetzen“, sagt Král.

Im Biergarten sollte man die Maske ebenfalls dabei haben, um auf die Toilette gehen zu können. Außerdem dürfen nur maximal vier Personen aus verschiedenen Haushalten an einem Tisch sitzen.

Wer kontrolliert, ob man getestet ist?

Die Kontrolle erfolgt durch die Polizei und Mitarbeiter der Hygienestation, nicht durch die Wirte. Das heißt, wenn man im Biergarten bedient wird, hat man keinen Persilschein, falls man keinen gültigen Test dabei hat. „Für die Tests sind die Gäste selbst verantwortlich“, betont auch Jozef Král. Liegt kein Test vor, kann das sehr teuer werden. Das Bußgeld kostet bis zu 10.000 Kronen (rund 400 Euro). Falls nötig, kann dieser Betrag im Verwaltungsverfahren auf bis zu 3 Millionen Kronen (rund 120.000 Euro) steigen. Und den Biergarten muss man auch verlassen.

Aufgrund des schlechten Wetters wurde in den ersten Tagen wenig kontrolliert. „Montag und Dienstag hatten wir gemeinsam mit der Polizei 17 Einsätze. Es gab aber keine Probleme, auch nicht mit den deutschen Gästen“, zieht Král eine erste Bilanz. Mit dem wärmeren Wetter sollen die Kontrollen aber zunehmen, gerade auch Pfingstmontag, der in Tschechien ein ganz normaler Arbeitstag ist.

Gilt weiterhin Maskenpflicht?

In Tschechien muss in öffentlichen Innenräumen oder im öffentlichen Personenverkehr eine FFP2-Maske getragen werden oder eine Maske mit FFP2-Zertifikat. Außerhalb besteht die Maskenpflicht nur noch, wenn ein Mindestabstand von zwei Metern nicht gewährleistet ist.

Darf ich in den Urlaub fahren?

Seit 15. Mai erkennt Tschechien Impfausweise aus Deutschland an. Ab 22 Tage nach der ersten Impfung darf man nach Tschechien ohne Test und Quarantäne einreisen. Die Anmeldung bleibt aber Pflicht. Auch sind touristische Reisen weiterhin verboten. Das gilt ebenfalls, obwohl am 24. Mai Hotels und Pensionen wieder öffnen dürfen. Denn Deutschland gilt in Tschechien weiter als Hochrisikogebiet.

Außerdem wären bei einem längeren Aufenthalt bei der Rückreise nach Deutschland Einreiseanmeldung, Test und Quarantäne fällig, da Tschechien immer noch Risikogebiet ist. Allerdings ist hier Besserung in Sicht. Die 7-Tage-Inzidenz fällt in Tschechien kontinuierlich und dürfte am Wochenende die entscheidende Marke von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner unterschreiten.

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Am Donnerstagmorgen lag sie bei 58,3. Das Robert-Koch-Institut könnte Tschechien also frühestens ab 30. Mai zum risikofreien Gebiet erklären. Ein erster kleiner Fortschritt deutet sich aber an. Die 12-Stunden-Regelung im kleinen Grenzverkehr, soll bald auf 24 Stunden ausgeweitet werden, teilt das Außenministerium mit.

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