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Sachsen lehnt längere Winterferien ab

Um Schulschließungen zu vermeiden, schlagen Politiker längere Ferien im Winter vor und kürzere im Sommer. Die Reaktionen kommen prompt.

Mehrere Länder, darunter auch Sachsen, lehnen den Vorschlag zur Verlängerung der Ferien ab.
Mehrere Länder, darunter auch Sachsen, lehnen den Vorschlag zur Verlängerung der Ferien ab. © Foto: Caroline Seidel/dpa

Berlin. Der Vorschlag zweier Unionspolitiker, wegen Corona die Winter- oder Weihnachtsferien zu verlängern, stößt auf Ablehnung. Der stellvertretende Unionsfraktionschef Thorsten Frei, sagte am Dienstag bei RTL/ntv: "Angesichts der Verbreitungswege, die derzeit dominieren, befürchte ich, dass wir durch eine Verlängerung der Weihnachtsferien viel Unruhe stiften, aber letztlich keinen durchgreifenden Erfolg erringen."

Er verwies auch auf die Zeitplanung der Eltern, die ihren beruflichen Verpflichtungen nachkommen müssten. Entscheidend für eine Eindämmung der Pandemie sei vielmehr, dass alle die Abstands- und Hygieneregeln ernstnähmen. Er habe manchmal den Eindruck, dass selbst junge Schüler damit viel disziplinierter umgingen, als junge Erwachsene, die in den Innenstädten feierten als gäbe es kein Virus.

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Mehrere Bundesländer winken ab

Eine Absage an den Vorschlag kam auch aus verschiedenen Ländern, auch aus Sachsen:  „Solche voreiligen Schüsse aus der Hüfte verunsichern nur Schüler, Lehrer und Eltern", sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU). Es dürfe nicht sein, angesichts steigender Infektionszahlen reflexartig über Einschränkungen bei der Bildung zu diskutieren. "Kinder sind nicht Treiber der Pandemie. Das stellt nun selbst das Robert Koch-Institut fest", so Piwarz. Jetzt komme es darauf an, das Vertrauen der Schüler, Lehrer und Eltern in den Schulbetrieb aufrechtzuhalten und zu stärken. "Schule braucht Verlässlichkeit und Sicherheit, statt ständige Verunsicherung.“

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) teilte mit, sie sei skeptisch, ob der Vorschlag zur Ferienverlängerung eine geeignete Schutzmaßnahme darstelle. "Auch Ende Januar ist der Winter ja noch nicht vorbei, deshalb ist das ein wenig zu kurz gedacht." Mit einer solchen Maßnahme würde man außerdem eine ganze Reihe von neuen Probleme auslösen und die Schulen vor zusätzliche organisatorische Herausforderungen stellen.

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sagte: "Öffentliche Schulferiendebatten helfen jetzt niemandem und sind überflüssig wie ein Kropf". Gemeinsames Ziel von Bund und Ländern, Kindern, Jugendlichen, Familien sowie der Wirtschaft sei es, die Schulen für möglichst viele Schüler offen zu halten. Dies sollte im Regelbetrieb geschehen und falls notwendig, regional oder punktuell im Wechselbetrieb mit Präsenz- und Online-Unterricht.

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat den Überlegungeneine Absage erteilt. "Nee", sagte Söder am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München zu einem entsprechenden Vorschlag einzelner Unionspolitiker. "Wir reden jetzt darüber, wie wir Unterricht gestalten können", betonte er. Die Zeit sei nicht einfach, und man werde in den kommenden Wochen und Monaten schauen, wie es weitergehe. Schule sei schon anstrengend genug - da sei es jetzt jedenfalls nicht die Zeit, über Ferienverlängerungen zu reden und damit mit "zusätzlichen Dingen" für Verunsicherung zu sorgen. 

Beratungen am Freitag

Der Hamburger CDU-Chef Christoph Ploß hatte der "Bild" gesagt: "Wir sollten darüber nachdenken, die Winterferien um zwei bis drei Wochen zu verlängern und im Sommer entsprechend zu kürzen." Ziel müsse sein, bestmöglich durch die Pandemie zu kommen. Sein Fraktionskollege Stephan Pilsinger (CSU) regte sogar bis zu vier Wochen längere Weihnachtsferien mit entsprechender Kürzung der Oster- und Sommerferien an. "Das Wohl der Schüler und Lehrer muss im Vordergrund stehen", begründete er seinen Vorschlag.

Der stellvertretende FDP-Fraktionschef im Bundestag, Christian Dürr, bezeichnete den Vorschlag als Unsinn. "Eine kurzfristige Verlängerung der Winterferien würde die Planung von Millionen Familien kaputtmachen. In diesem Jahr gab es genug Schulausfall. Die Kinder müssen die Inhalte nachholen und das dürfen wir nicht immer weiter nach hinten verschieben." Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery sagte zur Idee der Ferienverlängerung im Deutschlandfunk: "So ein Quatsch". Damit verunsichere man nur Schüler, Eltern und Lehrer.

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