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Click & Collect hilft - ein wenig

Händler aus dem Rödertal freuen sich, dass Kunden nun Waren abholen können, pochen aber auf eine reguläre Öffnung. Der Kreis bietet besondere Unterstützung an.

Die passende Wolle für einen neuen Schal: Im "WollFühlLaden" von Katja Kümmelberg in Großerkmannsdorf ist die Auswahl groß. Die Inhaberin freut sich, dass sie durch Click & Collect wieder mit mehr Kunden in Kontakt kommt.
Die passende Wolle für einen neuen Schal: Im "WollFühlLaden" von Katja Kümmelberg in Großerkmannsdorf ist die Auswahl groß. Die Inhaberin freut sich, dass sie durch Click & Collect wieder mit mehr Kunden in Kontakt kommt. © Marion Doering

Radeberg. Es ist nicht der große Andrang, aber Click & Collect funktioniert, sagt Katja Kümmelberg. Sie betreibt im Radeberger Ortsteil Großerkmannsdorf ihren "WollFühlLaden". Hier gibt es alles rund ums Stricken und Häkeln. „Das passt ja in die Zeit. Aus schöner Wolle einen Schal, Fäustlinge oder eine Mütze stricken. Das ist eine angenehme Beschäftigung und nützlich sind diese Dinge in der Jahreszeit auch“, sagt sie.

Immer wieder rufen Kundinnen bei ihr an und fragen nach einer bestimmten Wolle, nach einem passenden Farbton, Stricknadeln oder anderem Zubehör. „Wir vereinbaren dann einen Zeitpunkt, zu dem sich der Interessent dann die Dinge ansehen kann. Anschließend kauft er oder eben nicht.“

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Für Katja Kümmelberg ersetzt Click & Collect natürlich nicht die normale Ladenöffnung. „Man kommt aber wieder mit den Kundinnen ins Gespräch“, sagt sie. Der März ist nur noch wenige Tage entfernt und damit rückt auch die Fahrradsaison immer näher. Wer sich schon mal ein neues Rad zulegen möchte, kann das auch in Zeiten von Corona beim Händler um die Ecke. „Wir bieten natürlich ebenfalls Click & Collect an“, sagt Ina Kirchner, Mitarbeiterin bei Collos Radsport in Radeberg. „Auf zwei Arten kommt jeder bei uns an sein Wunschfahrrad“, sagt sie.

Einmal können Interessenten über die Internetseite des Bikeherstellers sich das Passende heraussuchen und an den Radeberger Händler liefern lassen. „Das bieten aber nicht alle Firmen an. Die andere Möglichkeit ist, direkt bei uns nachzuforschen, entweder am Telefon zu fragen oder auf unserer Internetseite zu schauen.“

Blumenhändlerin: "Click & Collect lohnt sich für uns kaum"

Auch Heike Träber freut sich, dass Click & Collect jetzt in Sachsen möglich ist. „Jeder kann seine Bücher jetzt hier in meinem Geschäft an der Hauptstraße abholen. So kommt man schnell an seine Lieblingslektüre und ein kleines Gespräch ist meist auch möglich. Das ist wichtig in diesen Zeiten“, sagt die Radeberger Buchhändlerin.

Täglich außer Mittwoch und am Wochenende ist sie im Geschäft anzutreffen. „Bestellt wird telefonisch oder über meine Internetseite.“ Auf Wunsch verschickt sie die Lektüre auch. Viele Kinderbücher aber auch Krimis oder Neuerscheinungen bei den Romanen werden derzeit geordert.

Die richtige Ladenöffnung ersetzt auch bei ihr Click & Collect nicht. „Seit Mitte Dezember haben wir ja schon geschlossen. Finanzielle Hilfe habe ich bisher keine bekommen. Ich hoffe, dass das bald geschieht, die Kosten laufen ja weiter.“

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Den Bestell- und Ausgabeservice können auch Blumengeschäfte anbieten. Doch eine Radeberger Verkäuferin winkt ab. „Das lohnt sich für uns kaum. Wir müssen ja im Großhandel immer mehrere Blumen einkaufen, wenn es dann nur eine Bestellung gibt, verwelkt die andere Ware und wir müssten sie wegwerfen. Deshalb benötigen wir größere Bestellungen“, sagt die Verkäuferin, die ihren Namen nicht nennen möchte. Vor dem Valentinstag hätte ihr Geschäft den Bestellservice angeboten, aber auch da war die Nachfrage nicht so groß, dass es sich wirklich gelohnt hätte. „Wir hoffen, dass wir endlich wieder normal öffnen können“, sagt sie.

Landratsamt Bautzen will Händlern helfen

Am Montag, zum Start von Click & Collect in Sachsen, gab es deutlich mehr Bestellungen als sonst“, sagt Annett Ullmann, Inhaberin des gleichnamigen Sportgeschäftes im Hohenbusch-Center in Weixdorf. „Das war schon auffällig, als hätten die Kunden darauf gewartet.“

Langlaufzubehör und Schlittschuhe waren in den vergangenen Tagen besonders gefragt. „Das wird sich jetzt angesichts des Wetters wandeln, dann geht es sicher um Running-Schuhe und -bekleidung oder alles, was mit Wandern zu tun hat.“

Ein Großteil der Winterware liegt noch bei ihr in den Regalen. „Die haben wir leider nicht verkauft. Teilweise bieten wir sie jetzt mit großen Rabatten an. Gerade heute sind die Frühlingssachen gekommen“, sagt sie.

Das Wichtigste zum Coronavirus in der Region:

Die Geschäftsfrau hofft, dass sie bald wieder regulär öffnen kann. „Das ist dringend notwendig. Mit Click & Collect oder unserem Lieferservice können wir nur einen kleinen Teil des Umsatzes erwirtschaften.“

Um den regionalen Geschäften zu helfen, bietet jetzt das Landratsamt Bautzen einen besonderen Service an. „Um die Angebote der Händler in der gesamten Region bekannt zu machen, wird der Landkreis Bautzen eine Übersichtskarte für alle diese Angebote im Internet verfügbar machen“, heißt es in einer Mitteilung der Kreisverwaltung.

Die Karte, die wie die Corona-Karte auf einer Darstellung im Dienst „Google Maps“ basiert, soll am Donnerstag mit ersten Angeboten im Netz verfügbar sein. Damit die Angebote schnell und unkompliziert erfasst werden können, hat das Landratsamt auf seiner Homepage ein Online-Formular veröffentlicht, in dem die Händler ihre Angebote ab sofort eintragen können.

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