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Meißen: Vize-Landrätin empört über Provokation

Unbekannte haben einen Trauerkranz vors Landratsamt gelegt. Die Corona-Infektionszahlen steigen im Kreis Meißen weiter, aber abgebremst.

Meißens amtierende Landrätin Janet Putz äußert sich kritisch zu einer anonymen Aktion von "Bürgern von Moritzburg", die mit einem symbolischen Trauergesteck vor dem Landratsamt in Meißen die Demokratie zu Grabe tragen möchten.
Meißens amtierende Landrätin Janet Putz äußert sich kritisch zu einer anonymen Aktion von "Bürgern von Moritzburg", die mit einem symbolischen Trauergesteck vor dem Landratsamt in Meißen die Demokratie zu Grabe tragen möchten. © Claudia Hübschmann

Meißen. Der Anstieg lässt zum Wochenanfang etwas nach. Im Landkreis Meißen sind bislang 936 Personen positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden. Davon befinden sich 441 Personen in behördlich angeordneter Quarantäne. Das teilte das Landratsamt am Montag mit. Gegenüber Sonntag sind damit 29 neu infizierte Personen hinzugekommen.

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Zudem müssen  575 Kontaktpersonen von positiven Fällen ebenfalls in behördlich angeordnete Quarantäne. Unabhängig vom Status der Quarantäne sind aktuell 52 Einwohner des Landkreises Meißen stationär aufgenommen. Sechs von ihnen liegen auf der Intensivstation. 26 Personen sind insgesamt verstorben.

Der heutige Inzidenzwert für den Landkreis Meißen liegt bei 135,4. Das ist der gleiche Wert wie am Sonntag

Der Anstieg geht - etwas gebremst vom Wochenende - weiter.
Der Anstieg geht - etwas gebremst vom Wochenende - weiter. © Gesundheitsamt Meißen
Kurven, die nach oben wollen.
Kurven, die nach oben wollen. © Gesundheitsamt Meißen
Mehr Frauen betroffen.
Mehr Frauen betroffen. © Gesundheitsamt Meißen
Radebeul vorn.
Radebeul vorn. © Gesundheitsamt Meißen
Inzidenzwert stoppt im tiefrotem Bereich.
Inzidenzwert stoppt im tiefrotem Bereich. © Gesundheitsamt Meißen

Die vom Landkreis Meißen erlassene Allgemeinverfügung wird am Montag aufgehoben. An dessen Stelle tritt die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung vom 30. Oktober 2020 , die am 2. November in Kraft getreten ist. Die Aufhebungsverfügung ist auf der Website des Landkreises Meißen zu finden.

Die neue Verordnung sieht weitreichende Schließungen von Einrichtungen und Angeboten im Bereich Freizeit und Kultur vor, bspw. von Hallenbädern, Fitness-Studios, Tierparks, Museen und Theatern sowie Gastronomiebetrieben. Eingesehen werden kann diese neue Sächsische Corona-Schutz-Verordnung hier.

Angebote und Einrichtungen, die geöffnet bleiben dürfen, müssen ein schriftliches Hygienekonzept erstellen und umsetzen. Die zuständige Behörde kann das Konzept und seine Einhaltung überprüfen.

Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur mit Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes bis insgesamt maximal zehn Personen gestattet. Es wird dringend empfohlen, generell auf private Reisen und Besuche – auch von Verwandten außer aus triftigen Gründen – zu verzichten. Es gelten weiter die AHA-Empfehlungen: Abstand, Hygiene, Alltagsmaske und die Nutzung der Corona-Warn-App. "Ich möchte noch einmal an die Einwohner des Landkreises Meißen appellieren, die Grundregeln zu beachten. Wenn alle mitmachen, kann es uns gelingen, die Infektionszahlen wieder zu senken und die Kurve abzuflachen“, sagte Janet Putz, die amtierende Landrätin.

"Geschmacklose, feige Aktion"

Unverständnis rief im Landratsamt eine Aktion Unbekannter hervor: Sie hatten am Wochenende vor dem Eingang zum Verwaltungsgebäude des Landratsamtes in der Brauhausstraße in Meißen einen Kranz niedergelegt. Auf der Grabschleife steht, dass "die Bürger von Moritzburg" um ihre Grundrechte, Freiheit und Demokratie trauern. „Diese Tat macht mich sehr betroffen. Die Mitarbeiter im Landratsamt – und in den vergangenen Monaten insbesondere im Gesundheitsamt – leisten eine unglaubliche Arbeit. Vor diesem Hintergrund ist eine solche Aktion absolut deplatziert", so Janet Putz. Sicherlich seien nicht alle Menschen mit den beschlossenen Einschränkungen einverstanden. "Das aber anonym und mit einer solch geschmacklosen Aktion zu zeigen, zeugt von Feigheit und beleidigt alle, die die Schutzmaßnahmen zum eigenen und zum Wohle anderer Menschen ernst nehmen und sich daran halten“, sagte Janet Putz weiter. 

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Der Moritzburger Bürgermeister Jörg Hänisch entschuldigte sich beim Landratsamt für den Eindruck, den die Kranz-Aktion vom Sonntag womöglich hinterließ. "Ich finde die  Aktion beschämend und möchte als Bürgermeister der Gemeinde Moritzburg ganz klar und deutlich zum Ausdruck bringen, es sind nicht „die Bürger von Moritzburg“, die sich anonym und feige in aller Stille diese krude Aktion ausgedacht und durchgeführt haben", so Hänisch. 

 Ähnliche Trauergestecke sind auch vor den Rathäusern der Stadt Pirna und Stadt Wehlen sowie vor dem sächsischen Landtag abgelegt worden.

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