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Meißen: Erstmals über 100 neue Fälle am Tag

Der Anstieg der Covid-Infektionen beschleunigt sich im Landkreis Meißen. In einem weiteren Pflegezentrum gibt es einen Virus-Ausbruch.

Die Hauptstraße in Riesa mit einer kleinen, maskierten Gruppe von Corona-Protestlern. Möglicherweise hat das Maskentragen hier auch einen anderen Grund.
Die Hauptstraße in Riesa mit einer kleinen, maskierten Gruppe von Corona-Protestlern. Möglicherweise hat das Maskentragen hier auch einen anderen Grund. © Sebastian Schultz

Meißen. Es geht ungebremst und mit noch mehr Geschwindigkeit weiter. Die Corona-Fallzahlen erreichten im Landkreis am Freitag einen neuen Tagesrekord, teilte das Landratsamt mit. Im Landkreis Meißen gibt es 1.219 positiv auf Sars-CoV-2 getestete Personen. Davon befinden sich 614 Personen in behördlich angeordneter Quarantäne. Gegenüber dem Vortag  sind 103 neu infizierte Personen hinzugekommen. 55 dieser neuen Fälle hängen mit einem Corona-Ausbruch im ASB Pflegezentrum in Radeburg zusammen. ASB-Sprecherin Sabine Mutschke protestierte aber am Freitagabend: „Hier muss es sich um eine Verwechslung handeln. Dem ASB ist nicht ein Fall bekannt. Leider haben besorgte Angehörige bereits den ASB kontaktiert, um den ambulanten Pflegedienst für ihre Mutter bzw. Vater abzumelden.“

Zudem sind laut Landratsamt 806 Kontaktpersonen von positiven Fällen in behördlich angeordneter Quarantäne. Der  Inzidenzwert für den Landkreis Meißen liegt am Freitag  bei 187,6 (Vortag: 174,8).

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Unabhängig vom Status der Quarantäne sind aktuell 61 Personen des Landkreises Meißen stationär aufgenommen. Das sind zwei weniger als am Vortag. Zwölf von ihnen werden auf der Intensivstation behandelt. 28 Personen sind insgesamt verstorben.

Der größte Tageszuwachs.
Der größte Tageszuwachs. © Gesundheitsamt Meißen
Die Meißner Kurve wird immer steiler.
Die Meißner Kurve wird immer steiler. © Gesundheitsamt Meißen
Radebeul vorn. 
Radebeul vorn.  © Gesundheitsamt Meißen
Mehr Frauen betroffen. 
Mehr Frauen betroffen.  © Gesundheitsamt Meißen
Meißen ist vorn.
Meißen ist vorn. © Gesundheitsamt Meißen

Die amtierende Landrätin Janet Putz antwortete am Freitag auf einen offenen Brief der AfD-Kreistagsfraktion.  Darin wird der Lockdown kritisiert und die amtierende Landrätin aufgefordert, sich den "unverhältnismäßigen Maßnahmen entschieden entgegen zu stellen".  Putz wies diese Forderung zurück. Das Landratsamt muss im Sinne des Infektionsschutzgesetzes handeln. Sie könne sich nicht rechtswidrig verhalten. Es stehe aber jedem Bürger frei, getroffene Maßnahmen von Gerichten überprüfen zu lassen.

Putz teilte mit, dass inzwischen 180 Mitarbeiter mit der Ermittlung von Kontaktpersonen beschäftigt sind. Verstärkt wurde das Gesundheitsamt mit Soldaten der Bundeswehr, THW-Mitarbeitern, Studenten und Landesbediensteten. 

Mit Stand vom 6. November sind bereits 0,5 Prozent der Bevölkerung des Landkreises Meißen positiv getestet. Putz: "Das Virus verschwindet nicht von allein. Ohne entsprechende Gegenmaßnahmen wird es täglich mehr Infizierte geben."

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