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Corona-Zahl im Walzerschritt

In diesem Jahr werden wir alle zu Experten für die Covid-19-Statistik. Dabei wird auch ein Begriff benutzt, der eher für Tänzer wichtig ist.

Das Lockdown-Ziel ist, dass sich die Corona-Zahlen in eine bestimmte Richtung entwickeln.
Das Lockdown-Ziel ist, dass sich die Corona-Zahlen in eine bestimmte Richtung entwickeln. © dpa-Zentralbild

Dresden. Es geht "seitwärts" in der Corona-Grafik. Die Inzidenzkurve verläuft von links nach rechts. So liest man hierzulande ein normales Diagramm. Die Inzidenz - das ist die Anzahl der nachgewiesenen Infektionen innerhalb von sieben Tagen für jeweils 100.000 Einwohner. Seitwärts geht es, so hieß es am Mittwochabend in den öffentlich-rechtlichen Fernsehnachrichten. Das soll bedeuten, die Inzidenz-Zahl geht nicht nach oben und auch nicht nach unten, sie ist mehr oder weniger unverändert. 

Das könnte man auch so klar sagen. Aber "seitwärts" wird neuerdings gern dafür genommen. So können sich auch Aktienkurse, der Dax, Unfallzahlen und Mietpreise entwickeln. Und Tänzer, wenn es nicht nach vorn oder nach hinten, sondern nach rechts oder nach links geht. Seitwärts geht es zum Beispiel hier: rück-seit-ran-vor-seit-ran. Experten erkennen - daraus wird ein langsamer Walzer.

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In Dresden ist das mit den Coronazahlen anders. Seitwärts haben sie sich nur von Dienstag zu Mittwoch entwickelt, an allen anderen Tagen ging es in dieser Woche hochwärts oder runterwärts. Damit die aktuelle Lage auch graphisch gut verständlich dargestellt werden kann, hat die Stadt so etwas wie einen Corona-Tacho gebastelt. Dort zeigt ein Zeiger an, wo wir gerade stehen. Am Donnerstag bei 109,4. Nicht Kilometer pro Stunde, die Maßeinheit lautet "Infizierte pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage". 

Das klingt besser als noch am Mittwoch. Da stand der Zeiger bei mehr als 130. Steht Dresden jetzt auf der Bremse? Schön wäre das, seit knapp zwei Wochen versuchen wir schließlich, mit dem "Lockdown light" gegen das Virus zu kämpfen. Die Zahl 50 gilt als entscheidende Grenze. Wird sie unterschritten, ist (fast) alles wieder gut.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg und ob der bis Ende November geschafft wird, kann kein Virologe sicher vorhersagen. Nur der eine Wunsch eint sicher alle: Seitwärts ist nicht gut, runterwärts ist besser. Abwärts wäre auch ein gutes Wort dafür. Am besten aber: Die Inzidenzzahl sinkt. Bald und nachhaltig. Aber nachhaltig ist auch schon wieder so ein Wort...

An dieser Stelle schreiben Redakteure der Dresdner Stadtredaktion aus ganz persönlicher Sicht über Gedanken, Beobachtungen und Erfahrungen aus dem Alltag im Lockdown.

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